Hypo Real Estate / Deutsche Bank Unruhe im Bankensektor
Die Finanzkrise erzeugt noch mehr Schäden in der Bankenbranche. Bei der Hypo Real Estate wird Teilverstaatlichung Thema. Die Deutsche Bank meldet einen Milliardenverlust
Lange Zeit machte die Deutschen Bank den Eindruck, sie komme relativ unbelastet durch die Krise. Am Mittwoch meldete der Konzern einen Milliardenverlust für das letzte Quartal. Nach vorläufigen Angaben verlor das Unternehmen 4,8 Milliarden Euro, für die Gesamtbilanz wird ein Minus von 3,9 Milliarden prognostiziert. Im Vorjahr hatte die Deutsche Bank noch einen Rekordgewinn von 6,5 Milliarden Euro erzielt. Die Aktien des Finanzinstituts brachen daraufhin an der Börse um bis zu acht Prozent ein.
Fachleute sehen in den hohen Verlusten einen Grund dafür, dass das größte deutsche private Finanzinstitut in den vergangenen Tagen nochmals über die Modalitäten der Postbank-Übernahme verhandelte. Wie die Deutsche Bank bestätigte, wurde eine neue Vereinbarung getroffen, wonach sie in einem ersten Schritt 22,9 Prozent der Postbank übernimmt, die Kaufsumme aber in Aktien bezahlt. Die Post wird mit acht Prozent an der Deutschen Bank beteiligt. Der Einstieg der Post, an der die staatliche Kreditanstalt für Wiederaufbau mit 30,5 Prozent beteiligt ist, soll aber auf weniger als ein Jahr begrenzt werden. Zugleich zeichnet das Frankfurter Institut eine Pflichtumtauschanleihe der Deutschen Post, die nach Ablauf von drei Jahren inklusive Zinsen in rund 27,4 Prozent der Aktien der Postbank getauscht werden soll. Für die verbliebenen Anteilsscheine bestünden weiterhin Kauf- und Verkaufsoptionen.
Mit der Bezahlung in eigenen Aktien schont der Branchenprimus seine Kapitalausstattung. Im Gegenzug bekommt die Post das Geld für ihre Bank-Tochter früher als geplant. Die Deutsche Bank, die jahrelang ihre Haupterträge im schwankungsanfälligen Investmentbanking machte, möchte mit der Postbank ihr Privatkundengeschäft ausbauen. Allerdings hatte die Postbank Ende vergangener Woche eingeräumt, das Jahr 2008 mit hohen Verlusten abgeschlossen zu haben. In Finanzkreisen wird dabei ein Minus zwischen rund 600 Millionen Euro und knapp einer Milliarde Euro für möglich gehalten.
Im Gegensatz zur Commerzbank will sich die Deutsche Bank bislang nicht unter den Schutz des Bundes begeben. Die bisher bekannten Einzelheiten signalisieren Analysten zufolge jedoch, dass die Kapitalposition der Deutschen Bank ziemlich ausgereizt ist. Weitere Kapitalmaßnahmen oder sogar eine Inanspruchnahme des staatlichen Rettungsfonds SoFFin könnten nach Einschätzung von Beobachtern nicht mehr ausgeschlossen werden.
Staatsbeteilung bei der HRE möglich
Der angeschlagene Immobilienfinanzierer Hypo Real Estate (HRE) könnte indes verstaatlicht werden. Verschiedene Nachrichtenagenturen melden unter Berufung auf Finanzkreise übereinstimmend, der Bund denke über diesen Schritt nach, habe aber noch keine Entscheidung getroffen. Es würden verschiedene Modelle geprüft, um die Interessen der Steuerzahler zu schützen, hieß es.
Zu den Optionen soll auch eine Beteiligung von 25 Prozent plus eine Aktie zählen. Dieses Variante war schon einmal bei der Teilverstaatlichung der Commerzbank vergangene Woche angewendet worden. Seit der Beinahe-
Pleite des Konzerns im Herbst haben Bund und Banken dem Konzern schon Kredite in Höhe von 50 Milliarden Euro und für weitere 30 Milliarden Euro an Garantien gewährt, die im Januar nochmals bis Mitte April verlängert wurden. Derzeit verhandelt der Konzern mit dem Bund über eine weitere Unterstützung. Sprecher der HRE und des staatlichen Banken-Rettungsfonds SoFFin lehnten eine Stellungnahme ab.
Die HRE stand im Herbst als Folge der weltweiten Finanzkrise kurz vor der Pleite. Besonders dramatisch war die Lage bei der irischen Tochter Depfa-Bank. Die alte HRE-Führungsriege musste auf Druck der Aktionäre und der Politik gehen. Seitdem ist das Geschäft wegen der anhaltenden Verunsicherung auf den Märkten jedoch nicht wie erhofft angesprungen.
- Datum 04.05.2009 - 10:54 Uhr
- Quelle ZEIT ONLINE
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Hab' ich da was verpasst? Hat der Bund mit seinen bisherigen Gaben die
Hypo Real Estate nicht schon längst gekauft?
Ach so, ich vergaß: Erst kaufen, dann Prüfen ist ja das Motto. Aber Vorsicht bei Beteiligungen bitteschön! Das ging ja bekanntlich nicht immer gut in der Vergangenheit. ;-)
Gerhard Wontra
Potsdam
Bei all dem auf einmal so nach staatlicher Intervention ächzenden Gesäusel darf man eines nie vergessen.
Es wurde schon oft, sehr oft, versucht gewisse Geldverdiensysteme die plötzlich aufhörten Geldverdiensysteme zu sein und sich in Geldverlustsysteme wandelten mittels vielfältiger Argumente aber oft mit niederen Gründen einhergehend an den Staat, also an alle zuverkaufen.
So einst geschehen mit dem privaten Monopol der Rothschilds die als einzige Postdienste im damaligen Europa anbieten durften. So geschehen mit den Schweizerischen Bundesbahnen die aus diversen, nicht profitablen, Privatbahnen hervorgingen... schaut man sich in der Geschichte um so wurden noch etliche weitere Systeme welche mittels diverser privat finanzierter Kreditsysteme (Aktien, Kredite, Obligationen) finanziert wurden aber plötzlich Verluste machten an den Staat verkauft...
Nichts gegen staatliche Beteilungen. Diese müssen aber ausnahmslos mit staatlichen Stimmrechten und gerne auch etwas mehr Demokratischen Mitsprache- und Entscheidungsrechten versehen sein.
Es gilt, noch einen langen Weg zu gehen wenn die Kredite, Uebernahmen, Aufkäufe, Garantien usw. die nun alle mit Steuergeldern zumindest gesichert, wenn nicht gar finanziert werden... ja, das diese nicht zu einem schwarzen Loch für die Bürger/Steuerzahler werden. Schon gar nicht darf, wie bisher, einzig das Wohl der Aktionäre im Hintergrund äh Vordergrund stehen...
;-)
“When I give food to the poor, they call me a saint. When I ask why the poor have no food, they call me a communist." — Dom Hélder Câmara
die Steuerzahler, der größte Teil davon ist absolut an einem Imobilienfinanzierer interessiert der nur Bürotürme baut, von denen die Hälfte seit Jahren leer stehen, das muß jeden Steuerzahler immens bewegen, das Geld ist "absolut und ohne wenn und aber" sinnvoll investiert, wahrscheinlich sind viele Regierungsmitglieder am Imobilienmarkt engagiert, und sie möchten doch ihre eigenen Brötchen abgesichert wissen. ja ich garantiere das die Politiker ihre Gelder in Fonds dieser Bank angelegt haben.
die Steuerzahler, der größte Teil davon ist absolut an einem Imobilienfinanzierer interessiert der nur Bürotürme baut, von denen die Hälfte seit Jahren leer stehen, das muß jeden Steuerzahler immens bewegen, das Geld ist "absolut und ohne wenn und aber" sinnvoll investiert, wahrscheinlich sind viele Regierungsmitglieder am Imobilienmarkt engagiert, und sie möchten doch ihre eigenen Brötchen abgesichert wissen. ja ich garantiere das die Politiker ihre Gelder in Fonds dieser Bank angelegt haben.
Angenommen die Deutsche Bank bezahlt dir Postbank bei der Deutschen Post mit Aktion, wodurch die Deutsche Post etwas unter 10% an Beteiligung an der Deutschen Bank erhält und man bedenkt, dass der Bund Hauptantielseigner der Deutschen Post ist. Wo ist dann bitte dir Grenze zwischen Anteilseigentum und Einstieg bei der Deutschen Bank ?? ;)
Ich bin leider nicht versiert genug um da komplett durchzusteigen, aber wird die Bevölerung da nicht wiedermal kräftig an der Nase herrum geführt ??
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Die Berlinder Schildbürger machen doch was sie wollen ... versenken einfach die Staatsfinanzen in der Nordsee und markieren die Stelle im Haushaltsplan ... schön Experten sind das.
Der Bund und andere Finanzinstitute schnürten im September ein 50-Milliarden-Euro-Paket, um die Liquidität zu sichern und den vorzeitigen Exitus der Hypo Real Estate zu verhindern. Wenig später mußte der Soffin eine weitere Absicherung von 20 Milliarden Euro zustimmen. Anfang Dezember folgten die nächsten 10 Milliarden.
Wieso ist im Artikel beschönigend "nur" von 30 Milliarden die Rede? Die privaten Bankster-Genies plündern ungeniert den Staat und lassen ihre Werbeagenturen weiterhin die Mär von unfähigen Bankern im Staatsdienst verkünden. Und unsere freien, unabhängigen, niemandem verpflichteten Medien bringen die Botschaft immer wieder an die Öffentlichkeit.
Die Rettung per Beteiligung oder andersartige Kapitalspritzen hat doch keinen Sinn. Wieso sieht man das nicht ein? Keiner weiß was für Bomben noch in den Bankbilanzen schlummern. So fehlt es an Vertrauen und der Geldmarkt versiegt weiter. Ein Bad Bank muß her, die den Banken den ganzen risikoreichen Schrott aus den Bilanzen rauskauft, wie es Anfang der 90er in den USA gemacht wurde. Oder die EZB soll das machen, anstatt blind immer mehr Liquidität in den markt zu pumpen. Das wäre der einzige Sinn der ganzen Milliardenausgaben gewesen. Mit Blankoschecks und blinden Kapitalspritzen wird das nix. Aber unsere Politiker haben von sowas keine Ahnung.
Wahrscheinlich hätte ich gar nicht so viel gegen Rettungspakete , wenn unsere Banker einen normalen Lohn erhalten würden für ihre Arbeit , so wie die Klempner auch . So mutet es aber wieder an , als wenn sie Ihren Standart halten wollen und möglichst wenig Leute Ihresgleichen arbeitslos werden ... Tut mir leid ,mir sind diese Leute zu fern jeglicher Realität ... man könnt schliesslich von einigen Managerlöhnen (die werden nun ja auch indirekt gesponsort) hunderte von Arbeitsplätzen schaffen......
Ich erwisch mich manchmal dabei , wie ich mich heimlich in dem Imageverlust der Anzugträger suhle
"Wie die Deutsche Bank bestätigte, wurde eine neue Vereinbarung getroffen, wonach sie in einem ersten Schritt 22,9 Prozent der Postbank übernimmt, die Kaufsumme aber in Aktien bezahlt. Die Post wird mit acht Prozent an der Deutschen Bank beteiligt. Der Einstieg der Post, an der die staatliche Kreditanstalt für Wiederaufbau mit 30,5 Prozent beteiligt ist, soll aber auf weniger als ein Jahr begrenzt werden"
was soll das werden?
rueckkauf der dt.bank aktien dann zum aktuellen boersenwert?
die Steuerzahler, der größte Teil davon ist absolut an einem Imobilienfinanzierer interessiert der nur Bürotürme baut, von denen die Hälfte seit Jahren leer stehen, das muß jeden Steuerzahler immens bewegen, das Geld ist "absolut und ohne wenn und aber" sinnvoll investiert, wahrscheinlich sind viele Regierungsmitglieder am Imobilienmarkt engagiert, und sie möchten doch ihre eigenen Brötchen abgesichert wissen. ja ich garantiere das die Politiker ihre Gelder in Fonds dieser Bank angelegt haben.
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