Gaza-Streifen Israel sieht sich kurz vor dem Ziel

Israel hat erstmals Reservisten für den Kampf gegen Hamas mobilisiert. Gleichzeitig steigerte die Luftwaffe ihr Bombardement erneut. Hamas feuerte wieder Raketen ab

Israel mobilisiert: Reservisten im Einsatz

Israel mobilisiert: Reservisten im Einsatz

Am 17. Tag des Waffenkonflikts im Gaza-Streifen sind israelische Bodentruppen erstmals in dicht besiedelte Gebiete von Gaza-Stadt vorgerückt. Sie lenkten eine Reihe von Luftschlägen auf militärisch bedeutsame Ziele, wie die New York Times unter Berufung auf Militärangaben berichtete. Erstmals zogen auch israelische Reservisten in den Kampf.

Die Bombardements der Israelis zum Montag hin waren heftiger als in den Nächten zuvor, wie es weiter hieß. Im Verlauf des Tages feuerten Militärjets auf etwa 25 Ziele, darunter eine Moschee, die als Waffenlager gedient haben soll. Bodentruppen lieferten sich ein Feuergefecht mit in dem Bethaus versteckten Kämpfern. Das israelische Militär fand Lager mit Raketen, auch solchen zur Flugabwehr. Anwohner berichteten zudem von Gefechten nördlich und östlich der Stadt Gaza. Mindestens neun Menschen starben, unter den Toten waren nach Angaben der Gesundheitsbehörde auch Frauen und Kinder.

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Medizinern zufolge wurden bei der Offensive, mit der Israel gegen den Raketenbeschuss durch Hamas vorgeht, bislang mehr als 900 Palästinenser getötet. Auf israelischer Seite kamen 13 Menschen ums Leben, drei von ihnen durch Hamas-Raketen.

Hamas feuerte am Montag mehr als zehn Raketen aus dem Gaza-Streifen auf Südisrael ab, ohne jedoch Schaden anzurichten.

Israels Premier Ehud Olmert sagte in einer öffentlich übertragenen Rede im Kabinett, sein Land sei kurz davor, durch die Militäraktionen die selbst gesteckten Ziele zu erreichen. Es bedürfte jedoch noch Geduld und weiterer Bemühungen. Außenministerin Zipi Liwni sagte dem Armee-Rundfunk, das militärische Vorgehen habe "Israels Abschreckung wiederhergestellt".

Die israelische Armee hatte für Montag eine weitere dreistündige Unterbrechung der Kämpfe eingehalten, um den Bewohnern von Gaza die Versorgung mit Lebensmitteln zu ermöglichen. Dies war in den vergangenen Tagen bereits mehrfach geschehen. Teils hatten die Konfliktpartner die Waffenruhe jedoch gebrochen.

Israel unterließ zunächst noch, eine angedrohte dritte Phase der Offensive zu starten, bei der Bodentruppen auch nach Gaza und in andere städtische Gebiete des Küstenstreifens geschickt werden könnten. Hochrangige israelische Geheimdienstvertreter schilderten westlichen Diplomaten Überlegungen, auch in den Grenzstreifen des Palästinenser-Gebiets zu Ägypten vorzudringen. Dabei gehe es um eine längerfristige Besetzung des sogenannten Philadelphi-Korridors an ägyptischen Grenze und der Stadt Rafah.

 
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