Das zweite Konjunkturpaket der Bundesregierung, das die Große Koalition beschlossen hat, beeindruckt durch seine Ausmaße: Es ist das größte Konjunkturprogramm der Nachkriegszeit (50 Milliarden Euro), es sieht Investitionen in beispielloser Höhe vor (18 Milliarden Euro), es macht den Weg frei für weitere Staatsbürgschaften für Unternehmen (100 Milliarden Euro). Und es wird eine Neuverschuldung zur Folge haben, die sogar Theo Waigels traurige Rekorde bricht (die Rede ist von 60 Milliarden Euro in diesem Jahr). 

Der Preis ist nicht zu hoch. Kleine Konjunkturprogramme verpuffen leicht. Wer Wirkung will, muss viel Geld in die Hand nehmen; Barack Obama macht es in den USA mit seinem 1,2-Billionen-Dollar-Antikrisenprogramm gerade vor.

Doch schiere Masse reicht nicht aus, um eine Rezession wirklich zu bremsen. Zielgerichtet muss ein Rettungspaket sein, damit es hilft, und es muss zum rechten Zeitpunkt kommen. Je früher staatliche Hilfen beschlossen werden und je schneller sie umgesetzt werden und wirken, desto besser.

Leider ist die Regierung in diesem Fall spät dran. Angela Merkel und Peer Steinbrück haben sich lange dagegen gewehrt, die taumelnde Wirtschaft überhaupt mit staatlichem Geld zu stützen. Lange sträubte sich die Kanzlerin und ihr Finanzminister auch gegen Forderungen, das erste, kleinere Konjunkturpaket durch ein zweites zu ergänzen.

Viel hängt deshalb davon ab, dass die jetzt beschlossenen Maßnahmen schnell greifen. Doch das wird kaum klappen: Die beschlossenen Steuer- und Abgabensenkungen sollen erst in der zweiten Jahreshälfte zu geltendem Recht werden – obwohl sie auch schneller umzusetzen wären, sagen Ökonomen. Investitionen in Bildung, Internet und Verkehr brauchen noch länger, um zu wirken, denn öffentliche Bauprojekte zu planen, auszuschreiben und zu vergeben, kostet Zeit. Zuschüsse für Familien und Autokäufer schließlich landen zwar schnell im Portemonnaie der Bürger. Doch weil es sich um Einmalzahlungen handelt, entfachen sie allenfalls ein Strohfeuer.