Transplantationsmedizin Ja-Sager gesucht
Alarmierende Bilanz der Deutschen Stiftung Organtransplantation: Erstmals seit fünf Jahren sinkt die ohnehin schon geringe Zahl der gespendeten Organe. Was läuft schief?
Es ist nur eine Unterschrift auf einem kleinen Stück Papier, die im Zweifel Leben retten kann. Der Besitzer eines Organspende-Ausweises stellt so klar, was zum Beispiel mit seinen Nieren oder seiner Leber nach dem Tod passieren soll. Er entscheidet darüber, ob er einem der derzeit etwa 12.000 Menschen in Deutschland hilft, die sehnlichst auf ein Organ warten. Jährlich hoffen rund 1000 Menschen auf den Wartelisten der Transplantationszentren vergebens – sie sterben.
Erstmals seit 2004 ist die Zahl der Organspender in Deutschland auf weniger als 1200 gesunken. "Im internationalen Vergleich liegen wir damit im unteren Mittelfeld", sagt Thomas Beck, Vorstandsmitglied der Deutschen Stiftung Organtransplantation (DSO). Der Rückgang sei alarmierend, denn gerade in Deutschland gebe es derzeit nur knapp 15 Organspender pro eine Million Einwohner. Trotz des großen Zuspruchs aus der Politik und zahlreichen Aufklärungskampagnen wurden im vergangenen Jahr nur 3945 Organe gespendet. 2007 waren es 4140.
Nur Menschen, bei denen zwei Ärzte unabhängig voneinander den Hirntod festgestellt haben, kommen überhaupt als Organspender infrage. Zuvor müssen sie oder stellvertretend die Angehörigen zustimmen, ehe Organe wie Herz, Leber, Nieren, Lunge, Dünndarm oder auch die Bauchspeicheldrüse entnommen werden können.
"Wann kommt der Ruck in der Bevölkerung?", fragt sich Beck. Allerdings gibt es nicht wenige Menschen, die prinzipiell ihre Organe nach dem Tod spenden würden. Rund 80 Prozent der Deutschen stehen der Organspende positiv gegenüber. Das geht aus einer aktuellen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Forsa hervor. Dennoch besitzen nur 14 Prozent der Befragten einen Organspendeausweis. Diejenigen ohne Ausweis geben an, sie hätten sich noch zu wenig mit dem Thema auseinandergesetzt, das sind immerhin 32 Prozent.

Was also läuft schief? Die DSO sieht eine Ursache in der Änderung des Gewebegesetzes 2007. Es regelt die Entnahme menschlicher Zellen und Gewebe. Knorpel, Herzklappen oder auch die Hornhaut der Augen fallen damit unter das Arzneimittelrecht, sofern sie als Medizinprodukt eingestuft werden können. Denn Gewebe kann aufbereitet werden und wird vielfach neu verwendet. Ganze Unternehmen präparieren Haut, Sehnen und Gefäße, die bei Operationen übrig bleiben oder nach dem Tod eines Patienten entnommen werden.
Das Geschäft scheint sich zu lohnen. Die aufbereiteten Zellen und Gewebe kommen nicht nur kranken Patienten zugute, sondern werden auch in der Schönheitschirurgie verwendet, um etwa Lippen aufzupolstern oder Falten zu glätten. Um den Kommerz mit Gewebe zu unterbinden, räumt das Gesetz der Organspende und -transplantation Vorrang ein.
"Viele Kliniken hat das verunsichert, denn der ganze Prozess ist strenger und bürokratischer geworden", sagt Beck. Oft wissen Ärzte nicht, ob sie Gewebe entnehmen dürfen oder sollen. Dies hemme seiner Ansicht nach auch Kliniken daran, sich entschieden für die Organspende zu engagieren.
- Datum 26.08.2009 - 15:21 Uhr
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- Quelle ZEIT ONLINE, 15.1.2009 - 13:51 Uhr
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...wird in der öffentlichen Diskussion völlig überzogen dargestellt.
Eine Spende ist etwas freiwilliges, die wartenden, potentiellen Empfänger erwecken leider zu oft den Eindruck als enthalte man ihnen etwas vor worauf sie Anspruch haben.
Immerhin kann zwar eine Spende lebensrettend sein, sie bedeutet jedoch meistens für den "Spender" das Ende desselben...
.. wenn ich eh schon hinüber bin, kann mit meinen Überresten gerne jemand 1 oder 2 Leben retten. Und ja, das IST meiner Meinung nach selbstverständlich; die bösen totkranke Menschen, die es einfach so erwarten, dass man Ihnen nicht aus Bequemlichkeit das Weiterleben verwehrt, haben sehr wohl einen moralischen Anspruch darauf.
(entfernt wg. Doppelpostings. Die Redaktion/jk)
Es hat ja niemand behauptet, dass Sie sich umbringen sollen, wenn mit Ihrem Organ jemand gerettet werden kann.
Ganz im Gegenteil, wenn Sie eh schon tot sind (um diesen Zeitpunkt geht es), was macht es dann, ob Ihnen da noch ne Leber oder was anderes brauchbares entnommen wird?
Im Rheinland sagt man: Das letzte Hemd hat keine Taschen. Sie können eh nichts mitnehmen.
Ich befürworte eine Widerspruchsregelung wie in anderen Ländern Usus. Wer nicht spenden möchte, muss dies kundtun, nicht umgekehrt. Es hat sich gezeigt, dass die Menschen einfach nur Hemmungen oder gar Angst haben, eine solche Spendenerklärung zu unterzeichnen, im Grunde aber nichts dagegen haben.
Ich finde Organspenden genial, habe aber auch lange eine irrationale Furcht davor gehabt, sowas zu unterzeichnen, weil ich mich nicht so plastisch mit meinem Tod auseinandersetzen wollte. Mittlerweile hab ich die Unterschrift hinter mir. Im Nachhinein fühle ich mich deutlich besser.
.. wenn ich eh schon hinüber bin, kann mit meinen Überresten gerne jemand 1 oder 2 Leben retten. Und ja, das IST meiner Meinung nach selbstverständlich; die bösen totkranke Menschen, die es einfach so erwarten, dass man Ihnen nicht aus Bequemlichkeit das Weiterleben verwehrt, haben sehr wohl einen moralischen Anspruch darauf.
(entfernt wg. Doppelpostings. Die Redaktion/jk)
Es hat ja niemand behauptet, dass Sie sich umbringen sollen, wenn mit Ihrem Organ jemand gerettet werden kann.
Ganz im Gegenteil, wenn Sie eh schon tot sind (um diesen Zeitpunkt geht es), was macht es dann, ob Ihnen da noch ne Leber oder was anderes brauchbares entnommen wird?
Im Rheinland sagt man: Das letzte Hemd hat keine Taschen. Sie können eh nichts mitnehmen.
Ich befürworte eine Widerspruchsregelung wie in anderen Ländern Usus. Wer nicht spenden möchte, muss dies kundtun, nicht umgekehrt. Es hat sich gezeigt, dass die Menschen einfach nur Hemmungen oder gar Angst haben, eine solche Spendenerklärung zu unterzeichnen, im Grunde aber nichts dagegen haben.
Ich finde Organspenden genial, habe aber auch lange eine irrationale Furcht davor gehabt, sowas zu unterzeichnen, weil ich mich nicht so plastisch mit meinem Tod auseinandersetzen wollte. Mittlerweile hab ich die Unterschrift hinter mir. Im Nachhinein fühle ich mich deutlich besser.
.. wenn ich eh schon hinüber bin, kann mit meinen Überresten gerne jemand 1 oder 2 Leben retten. Und ja, das IST meiner Meinung nach selbstverständlich; die bösen totkranke Menschen, die es einfach so erwarten, dass man Ihnen nicht aus Bequemlichkeit das Weiterleben verwehrt, haben sehr wohl einen moralischen Anspruch darauf.
Und wenn man mit dem erhobenen Zeigefinger an die Sache rangeht kriegt man erst recht keine erhöhten Spenderzahlen. Mit in manchen Ländern gängigen Opt-Out Verfahren nach denen man, bis man das Gegenteil ausdrücklich erklärt, automatisch zum Organspender wird im Todesfall hingegen bieten zwar mit Sicherheit eine entspannte Lage was die Frage der Organspenden angeht allerdings gibt es hier mehr als nur ein moralisches Bedenken - zumal im realen Leben tausend und eine Situationen denkbar sind in denen es schnell gehen muss und darum das "Opt Out" des Patienten nicht "gefunden" wird, auch weil vielleicht nicht extrem angestrengt danach gesucht wird im einen oder anderen Fall (zum Beispiel von medizinischem Personal mit Ihrer Einstellung, ganz wertfrei gesagt).
Es muss der unbequemste aber redlichste Weg gegangen werden: Aufklärung und Überzeugung.
Warum sprechen Hausärzte ihre Patienten bei einem Routine-Checkup ohne Befund nicht auf das Thema an, jemand der gerade gesagt bekommen hat dass er kerngesund ist ist vielleicht zugänglich dafür anderen Menschen denen es nicht so geht einmal helfen zu können. Bis hin dazu dass ich einfach einmal unterstelle dass sich die meisten Bürger damit nie befassen. Wenn man sie, wie in dieser genannten Umfrage, darauf anspricht sind die meisten natürlich dazu bereit die Organe zu spenden. Aber wie das so ist im Alltag, besonders mit Dinge die einen persönlich als gesunden Normalo gar nicht betreffen, kümmert man sich dann eben nicht so vehement darum (selbe Probleme hat man ja zB auch mit Blutspendern, obwohl dem Spender etwas entnommen wird was sein Körper wieder neu bildet).
Hier haben die Organspendeorganisationen auch eine gewisse Verantwortung, deren Job ist schließlich ist sich nicht nur um den Papierkram zu kümmern. Wenn dieser nun verstärkt nachgekommen wird, umso besser.
Und wenn man mit dem erhobenen Zeigefinger an die Sache rangeht kriegt man erst recht keine erhöhten Spenderzahlen. Mit in manchen Ländern gängigen Opt-Out Verfahren nach denen man, bis man das Gegenteil ausdrücklich erklärt, automatisch zum Organspender wird im Todesfall hingegen bieten zwar mit Sicherheit eine entspannte Lage was die Frage der Organspenden angeht allerdings gibt es hier mehr als nur ein moralisches Bedenken - zumal im realen Leben tausend und eine Situationen denkbar sind in denen es schnell gehen muss und darum das "Opt Out" des Patienten nicht "gefunden" wird, auch weil vielleicht nicht extrem angestrengt danach gesucht wird im einen oder anderen Fall (zum Beispiel von medizinischem Personal mit Ihrer Einstellung, ganz wertfrei gesagt).
Es muss der unbequemste aber redlichste Weg gegangen werden: Aufklärung und Überzeugung.
Warum sprechen Hausärzte ihre Patienten bei einem Routine-Checkup ohne Befund nicht auf das Thema an, jemand der gerade gesagt bekommen hat dass er kerngesund ist ist vielleicht zugänglich dafür anderen Menschen denen es nicht so geht einmal helfen zu können. Bis hin dazu dass ich einfach einmal unterstelle dass sich die meisten Bürger damit nie befassen. Wenn man sie, wie in dieser genannten Umfrage, darauf anspricht sind die meisten natürlich dazu bereit die Organe zu spenden. Aber wie das so ist im Alltag, besonders mit Dinge die einen persönlich als gesunden Normalo gar nicht betreffen, kümmert man sich dann eben nicht so vehement darum (selbe Probleme hat man ja zB auch mit Blutspendern, obwohl dem Spender etwas entnommen wird was sein Körper wieder neu bildet).
Hier haben die Organspendeorganisationen auch eine gewisse Verantwortung, deren Job ist schließlich ist sich nicht nur um den Papierkram zu kümmern. Wenn dieser nun verstärkt nachgekommen wird, umso besser.
(entfernt wg. Doppelpostings. Die Redaktion/jk)
Es kann doch wohl nicht angehen, dass man uns zur freiwilligen Spende sanft zwingen möchte, weil die Medizin in der Lage ist, mit Sterbenden Leben zu retten.
Für mich ist das keine Option und ich denke auch nicht, dass ich oder irgendjemand anderer sich rechtfertigen muss, wenn er oder sie sich nicht für eine Organentnahme entscheidet.
Die Idee, mehr Mitarbeiter zu rekrutieren, die Entnahmen anbahnen, finde ich dagegen fast schon anrüchig, denn in der sensiblen Situation als Angehöriger eines Sterbenden, ist es fast unmöglich einem rhetorisch ausgebildeten "Vertreter" zu widerstehen.
Spenden einzufordern halte ich für den falschen Weg.
Zumindest wenn es nach Peter Oberender und der Initiative Neue "Soziale" Marktwirtschaft geht.
"Es ist doch folgende Situation: Wenn jemand existenziell bedroht ist, weil er nicht genug Geld hat, um den Lebensunterhalt seiner Familie zu finanzieren. So muss er meiner Meinung nach die Möglichkeit haben, durch den Verkauf von Organen und zwar geregelten Verkauf … ähnlich der Börse, dass man sagt, wer ist zugelassen zu dem Handeln. Es muss auch geprüft werden, wer darf das Organ entnehmen. Und dann wird praktisch das Organ versteigert."
http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/thema/579402/
Man denke nur an die Möglichkeiten, die so eine Regelung schaffen würde...Optionen auf Herz und Nieren...äh, geprüft natürlich...und die ganzen Hartz-4-Empfänger, die sollen gefälligst erst mal ihr verwertbares Vermögen der Allgemeinheit zur Verfügung stellen, gell? Damit unsere gestressten Leistungsträger sich keine Sorgen mehr um ihre Gesundheit machen brauchen!
Neulich las ich doch, dass z.B. der Mädchenhandel fast völlig eingeschlafen ist, weil heutzutage auch deutsche Frauen und Mädchen dieselben Dienstleistungen zum selben oder gar niedrigeren Preis anbieten.
Neulich las ich doch, dass z.B. der Mädchenhandel fast völlig eingeschlafen ist, weil heutzutage auch deutsche Frauen und Mädchen dieselben Dienstleistungen zum selben oder gar niedrigeren Preis anbieten.
Neulich las ich doch, dass z.B. der Mädchenhandel fast völlig eingeschlafen ist, weil heutzutage auch deutsche Frauen und Mädchen dieselben Dienstleistungen zum selben oder gar niedrigeren Preis anbieten.
Mädchenhandel ist zum Erliegen gekommen, weil deutsche... und das im Zusammenhang mit Organspende??? Hab ich den Anschluß schon nach 5 Kommentaren verloren?
Mädchenhandel ist zum Erliegen gekommen, weil deutsche... und das im Zusammenhang mit Organspende??? Hab ich den Anschluß schon nach 5 Kommentaren verloren?
Ja, ich habe einen Organspendeausweis. Ich finde es richtig und wichtig, dass damit Menschen nach meinem Tod geholfen werden kann.
Was mich aber stört ist, dass diese Transplantationen eben doch für einige Ärzte ein einträgliches Geschäft sind. Wenn ich meine Organe schon herschenke, erwarte ich, dass sich auch sonst niemand daran bereichert.
Mädchenhandel ist zum Erliegen gekommen, weil deutsche... und das im Zusammenhang mit Organspende??? Hab ich den Anschluß schon nach 5 Kommentaren verloren?
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