Transplantationsmedizin Ja-Sager gesucht Seite 2/2
Dabei verpflichtet das Transplantationsgesetz die Kliniken dazu, mögliche Spender von Organen bei der DSO anzugeben. Anschließend fährt ein Mitarbeiter der DSO in das betreffende Krankenhaus, um den Spender weiter zu betreuen. "Unsere Mitarbeiter sind geschult, auch darin, mit den Hinterbliebenen zu sprechen. Die meisten Angehörigen befinden sich noch in einem Schockzustand", sagt Beck. Gerade mit diesen Menschen müsse behutsam umgegangen werden.
Allerdings ist diese Situation auch ein großes Problem: "Wir werden nur auf Abruf tätig". Dabei gehe wertvolle Zeit verloren, bis sich jemand von der DSO um Angehörige kümmern und sie nach Einwänden gegen eine Organspende befragen kann. Der Mitarbeiter informiert zudem auch professioneller über das Thema als manche Ärzte. "Sicher wird die Ablehnungsquote auch dadurch negativ beeinflusst", sagt Beck.

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In Europa ist Spanien das Vorbild, was die Zahl und auch die Organisation der Organspende angeht. "Spanien hat mehr als doppelt so viele Spender als Deutschland", sagt Beck. Etwa 35 Menschen pro eine Million Einwohner spenden nach dem Tod ihre Organe. Und das auch dann noch, wenn man die Zahl der Gewebespenden abzieht, die dort mitgezählt werden und hierzulande nicht.
"Die ganze Transplantationskette ist hier sehr zentralistisch aufgebaut". In praktisch jedem Krankenhaus gibt es einen führenden Arzt, der gleichzeitig Transplantationsbeauftragter ist. Er meldet mögliche Organspender bereits wenn sie ins Krankenhaus eingeliefert werden an regionale Koordinatoren, die über das Land verteilt Ärzte schulen und unterstützen. Der Beauftragte erhält zusätzlich ein erhöhtes Gehalt für seine Aufgabe. Das streng hierarchisch aufgebaute System beschäftigt viele Personen. Sie arbeiten selbst in Krankenhäusern, die in entlegenen Regionen stehen.
Einen ähnlichen Weg will jetzt auch die DSO gehen: "Wir wollen keine Gesetzesänderung, denn dafür haben wir keine Zeit", sagt Beck. Künftig brauche es mehr Ärzte in den Intensivabteilungen großer Kliniken, die als Transplantationsbeauftragte tätig werden. "Diese Kümmerer müssen für ihre Aufgabe freigestellt werden". Zudem gebe es bereits eine Aufwandsentschädigung, die die Krankenkassen übernehmen. Rund 3300 Euro bekommt ein Krankenhaus für einen Spender, dem mehrere Organe entnommen werden dürfen. Nur so lasse sich die Zahl der gespendeten Organe steigern. Denn derzeit ist nicht klar, ob alle Kliniken tatsächlich all jene Patienten melden, die als Spender infrage kämen.
Doch im Vergleich zu Spanien ist die Krankenhauslandschaft in Deutschland komplizierter aufgebaut. Mal liegt die Verantwortung für Kliniken bei den Ländern, mal bei Kommunen, Privatunternehmen oder Universitäten. Zwar ist die Organspende per Gesetz Gemeinschaftsaufgabe der Krankenhäuser, Ärztekammern, Gesundheitsverwaltungen und Ministerien. Doch gebe es kaum Verbindlichkeiten, sagt die DSO. Deswegen muss sich in der Struktur etwas ändern: "Dann kriegen wir den Trend endlich nach oben".
- Datum 26.08.2009 - 15:21 Uhr
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- Quelle ZEIT ONLINE, 15.1.2009 - 13:51 Uhr
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...wird in der öffentlichen Diskussion völlig überzogen dargestellt.
Eine Spende ist etwas freiwilliges, die wartenden, potentiellen Empfänger erwecken leider zu oft den Eindruck als enthalte man ihnen etwas vor worauf sie Anspruch haben.
Immerhin kann zwar eine Spende lebensrettend sein, sie bedeutet jedoch meistens für den "Spender" das Ende desselben...
.. wenn ich eh schon hinüber bin, kann mit meinen Überresten gerne jemand 1 oder 2 Leben retten. Und ja, das IST meiner Meinung nach selbstverständlich; die bösen totkranke Menschen, die es einfach so erwarten, dass man Ihnen nicht aus Bequemlichkeit das Weiterleben verwehrt, haben sehr wohl einen moralischen Anspruch darauf.
(entfernt wg. Doppelpostings. Die Redaktion/jk)
Es hat ja niemand behauptet, dass Sie sich umbringen sollen, wenn mit Ihrem Organ jemand gerettet werden kann.
Ganz im Gegenteil, wenn Sie eh schon tot sind (um diesen Zeitpunkt geht es), was macht es dann, ob Ihnen da noch ne Leber oder was anderes brauchbares entnommen wird?
Im Rheinland sagt man: Das letzte Hemd hat keine Taschen. Sie können eh nichts mitnehmen.
Ich befürworte eine Widerspruchsregelung wie in anderen Ländern Usus. Wer nicht spenden möchte, muss dies kundtun, nicht umgekehrt. Es hat sich gezeigt, dass die Menschen einfach nur Hemmungen oder gar Angst haben, eine solche Spendenerklärung zu unterzeichnen, im Grunde aber nichts dagegen haben.
Ich finde Organspenden genial, habe aber auch lange eine irrationale Furcht davor gehabt, sowas zu unterzeichnen, weil ich mich nicht so plastisch mit meinem Tod auseinandersetzen wollte. Mittlerweile hab ich die Unterschrift hinter mir. Im Nachhinein fühle ich mich deutlich besser.
.. wenn ich eh schon hinüber bin, kann mit meinen Überresten gerne jemand 1 oder 2 Leben retten. Und ja, das IST meiner Meinung nach selbstverständlich; die bösen totkranke Menschen, die es einfach so erwarten, dass man Ihnen nicht aus Bequemlichkeit das Weiterleben verwehrt, haben sehr wohl einen moralischen Anspruch darauf.
(entfernt wg. Doppelpostings. Die Redaktion/jk)
Es hat ja niemand behauptet, dass Sie sich umbringen sollen, wenn mit Ihrem Organ jemand gerettet werden kann.
Ganz im Gegenteil, wenn Sie eh schon tot sind (um diesen Zeitpunkt geht es), was macht es dann, ob Ihnen da noch ne Leber oder was anderes brauchbares entnommen wird?
Im Rheinland sagt man: Das letzte Hemd hat keine Taschen. Sie können eh nichts mitnehmen.
Ich befürworte eine Widerspruchsregelung wie in anderen Ländern Usus. Wer nicht spenden möchte, muss dies kundtun, nicht umgekehrt. Es hat sich gezeigt, dass die Menschen einfach nur Hemmungen oder gar Angst haben, eine solche Spendenerklärung zu unterzeichnen, im Grunde aber nichts dagegen haben.
Ich finde Organspenden genial, habe aber auch lange eine irrationale Furcht davor gehabt, sowas zu unterzeichnen, weil ich mich nicht so plastisch mit meinem Tod auseinandersetzen wollte. Mittlerweile hab ich die Unterschrift hinter mir. Im Nachhinein fühle ich mich deutlich besser.
.. wenn ich eh schon hinüber bin, kann mit meinen Überresten gerne jemand 1 oder 2 Leben retten. Und ja, das IST meiner Meinung nach selbstverständlich; die bösen totkranke Menschen, die es einfach so erwarten, dass man Ihnen nicht aus Bequemlichkeit das Weiterleben verwehrt, haben sehr wohl einen moralischen Anspruch darauf.
Und wenn man mit dem erhobenen Zeigefinger an die Sache rangeht kriegt man erst recht keine erhöhten Spenderzahlen. Mit in manchen Ländern gängigen Opt-Out Verfahren nach denen man, bis man das Gegenteil ausdrücklich erklärt, automatisch zum Organspender wird im Todesfall hingegen bieten zwar mit Sicherheit eine entspannte Lage was die Frage der Organspenden angeht allerdings gibt es hier mehr als nur ein moralisches Bedenken - zumal im realen Leben tausend und eine Situationen denkbar sind in denen es schnell gehen muss und darum das "Opt Out" des Patienten nicht "gefunden" wird, auch weil vielleicht nicht extrem angestrengt danach gesucht wird im einen oder anderen Fall (zum Beispiel von medizinischem Personal mit Ihrer Einstellung, ganz wertfrei gesagt).
Es muss der unbequemste aber redlichste Weg gegangen werden: Aufklärung und Überzeugung.
Warum sprechen Hausärzte ihre Patienten bei einem Routine-Checkup ohne Befund nicht auf das Thema an, jemand der gerade gesagt bekommen hat dass er kerngesund ist ist vielleicht zugänglich dafür anderen Menschen denen es nicht so geht einmal helfen zu können. Bis hin dazu dass ich einfach einmal unterstelle dass sich die meisten Bürger damit nie befassen. Wenn man sie, wie in dieser genannten Umfrage, darauf anspricht sind die meisten natürlich dazu bereit die Organe zu spenden. Aber wie das so ist im Alltag, besonders mit Dinge die einen persönlich als gesunden Normalo gar nicht betreffen, kümmert man sich dann eben nicht so vehement darum (selbe Probleme hat man ja zB auch mit Blutspendern, obwohl dem Spender etwas entnommen wird was sein Körper wieder neu bildet).
Hier haben die Organspendeorganisationen auch eine gewisse Verantwortung, deren Job ist schließlich ist sich nicht nur um den Papierkram zu kümmern. Wenn dieser nun verstärkt nachgekommen wird, umso besser.
Und wenn man mit dem erhobenen Zeigefinger an die Sache rangeht kriegt man erst recht keine erhöhten Spenderzahlen. Mit in manchen Ländern gängigen Opt-Out Verfahren nach denen man, bis man das Gegenteil ausdrücklich erklärt, automatisch zum Organspender wird im Todesfall hingegen bieten zwar mit Sicherheit eine entspannte Lage was die Frage der Organspenden angeht allerdings gibt es hier mehr als nur ein moralisches Bedenken - zumal im realen Leben tausend und eine Situationen denkbar sind in denen es schnell gehen muss und darum das "Opt Out" des Patienten nicht "gefunden" wird, auch weil vielleicht nicht extrem angestrengt danach gesucht wird im einen oder anderen Fall (zum Beispiel von medizinischem Personal mit Ihrer Einstellung, ganz wertfrei gesagt).
Es muss der unbequemste aber redlichste Weg gegangen werden: Aufklärung und Überzeugung.
Warum sprechen Hausärzte ihre Patienten bei einem Routine-Checkup ohne Befund nicht auf das Thema an, jemand der gerade gesagt bekommen hat dass er kerngesund ist ist vielleicht zugänglich dafür anderen Menschen denen es nicht so geht einmal helfen zu können. Bis hin dazu dass ich einfach einmal unterstelle dass sich die meisten Bürger damit nie befassen. Wenn man sie, wie in dieser genannten Umfrage, darauf anspricht sind die meisten natürlich dazu bereit die Organe zu spenden. Aber wie das so ist im Alltag, besonders mit Dinge die einen persönlich als gesunden Normalo gar nicht betreffen, kümmert man sich dann eben nicht so vehement darum (selbe Probleme hat man ja zB auch mit Blutspendern, obwohl dem Spender etwas entnommen wird was sein Körper wieder neu bildet).
Hier haben die Organspendeorganisationen auch eine gewisse Verantwortung, deren Job ist schließlich ist sich nicht nur um den Papierkram zu kümmern. Wenn dieser nun verstärkt nachgekommen wird, umso besser.
(entfernt wg. Doppelpostings. Die Redaktion/jk)
Es kann doch wohl nicht angehen, dass man uns zur freiwilligen Spende sanft zwingen möchte, weil die Medizin in der Lage ist, mit Sterbenden Leben zu retten.
Für mich ist das keine Option und ich denke auch nicht, dass ich oder irgendjemand anderer sich rechtfertigen muss, wenn er oder sie sich nicht für eine Organentnahme entscheidet.
Die Idee, mehr Mitarbeiter zu rekrutieren, die Entnahmen anbahnen, finde ich dagegen fast schon anrüchig, denn in der sensiblen Situation als Angehöriger eines Sterbenden, ist es fast unmöglich einem rhetorisch ausgebildeten "Vertreter" zu widerstehen.
Spenden einzufordern halte ich für den falschen Weg.
Zumindest wenn es nach Peter Oberender und der Initiative Neue "Soziale" Marktwirtschaft geht.
"Es ist doch folgende Situation: Wenn jemand existenziell bedroht ist, weil er nicht genug Geld hat, um den Lebensunterhalt seiner Familie zu finanzieren. So muss er meiner Meinung nach die Möglichkeit haben, durch den Verkauf von Organen und zwar geregelten Verkauf … ähnlich der Börse, dass man sagt, wer ist zugelassen zu dem Handeln. Es muss auch geprüft werden, wer darf das Organ entnehmen. Und dann wird praktisch das Organ versteigert."
http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/thema/579402/
Man denke nur an die Möglichkeiten, die so eine Regelung schaffen würde...Optionen auf Herz und Nieren...äh, geprüft natürlich...und die ganzen Hartz-4-Empfänger, die sollen gefälligst erst mal ihr verwertbares Vermögen der Allgemeinheit zur Verfügung stellen, gell? Damit unsere gestressten Leistungsträger sich keine Sorgen mehr um ihre Gesundheit machen brauchen!
Neulich las ich doch, dass z.B. der Mädchenhandel fast völlig eingeschlafen ist, weil heutzutage auch deutsche Frauen und Mädchen dieselben Dienstleistungen zum selben oder gar niedrigeren Preis anbieten.
Neulich las ich doch, dass z.B. der Mädchenhandel fast völlig eingeschlafen ist, weil heutzutage auch deutsche Frauen und Mädchen dieselben Dienstleistungen zum selben oder gar niedrigeren Preis anbieten.
Neulich las ich doch, dass z.B. der Mädchenhandel fast völlig eingeschlafen ist, weil heutzutage auch deutsche Frauen und Mädchen dieselben Dienstleistungen zum selben oder gar niedrigeren Preis anbieten.
Mädchenhandel ist zum Erliegen gekommen, weil deutsche... und das im Zusammenhang mit Organspende??? Hab ich den Anschluß schon nach 5 Kommentaren verloren?
Mädchenhandel ist zum Erliegen gekommen, weil deutsche... und das im Zusammenhang mit Organspende??? Hab ich den Anschluß schon nach 5 Kommentaren verloren?
Ja, ich habe einen Organspendeausweis. Ich finde es richtig und wichtig, dass damit Menschen nach meinem Tod geholfen werden kann.
Was mich aber stört ist, dass diese Transplantationen eben doch für einige Ärzte ein einträgliches Geschäft sind. Wenn ich meine Organe schon herschenke, erwarte ich, dass sich auch sonst niemand daran bereichert.
Mädchenhandel ist zum Erliegen gekommen, weil deutsche... und das im Zusammenhang mit Organspende??? Hab ich den Anschluß schon nach 5 Kommentaren verloren?
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