Übernahmen Post erwägt Einstieg bei Deutscher Bank
Die Finanzkrise erschwert die Übernahme der Postbank durch die Deutsche Bank. Eine Beteiligungslösung soll den drastischen Kursverlust abfedern
Bei den Nachverhandlungen zwischen Deutscher Bank und Deutscher Post über die Postbank-Übernahme wird auch ein zeitlich befristeter Einstieg des Bonner Konzerns bei dem Frankfurter Geldhaus erörtert. Diese Option sei Teil des bereits ausgehandelten Gesamtpakets und damit auch Teil der Verhandlungen, hieß es am Dienstag aus informierten Kreisen.
Das Handelsblatt berichtete, im Gespräch sei ein Anteil von zehn Prozent an der Deutschen Bank. Damit könnte die Post einer der größten Aktionäre der Deutschen Bank werden. Einer der wichtigsten Anteilseigner der Post ist über die staatliche KfW der Bund, der sich so indirekt nach der Commerzbank auch an der Deutschen Bank beteiligt.
Post und Deutsche Bank hatten sich bereits bei ihrer Übereinkunft für die Postbank-Übernahme im vergangenen September geeinigt, dass die Deutsche Bank nach der Übernahme von zunächst knapp 30 Prozent an der Postbank für 2,8 Milliarden Euro in einem zweiten Schritt weitere Postbank-Anteile auch mit eigenen Aktien bezahlen kann.
Das Modell einer Übernahme in zwei Schritten sei nach dem derzeitigen Stand der Gespräche aber nicht mehr in Stein gemeißelt, hieß es weiter. Man denke über alternative Modelle nach. Ziel sei es, die Übernahme durch die Deutsche Bank zu sichern. Dabei strebten die Deutsche Bank und die Post eine rasche Einigung an. Der Kurs der Postbank-Aktie hat seit der Vereinbarung der Transaktion im September drastisch an Wert verloren, was die Nachverhandlungen auslöste.
Post-Chef Frank Appell war bereit nachzuverhandeln, am Barwert der Transaktion soll sich durch die jetzt vereinbarten Konditionen nichts ändern.
Post und Deutsche Bank wollten zu den Angaben über einen möglichen vorübergehenden Einstieg des Bonner Konzerns keine Stellung nahmen. Eine Sprecherin der Deutschen Post sagte aber: "Es gilt weiterhin: Ziel der Postbank-Transaktion ist es, aus dem Finanzsektor auszusteigen und uns auf unser Kerngeschäft zu konzentrieren."
- Datum 04.05.2009 - 11:11 Uhr
- Quelle ZEIT ONLINE, Reuters, dpa
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