Online-Wahlkampf Von Obama lernen
Alle Parteien stürzen sich nach dem US-Erfolg im Wahlkampf aufs Internet. Aber wie gut machen sie es? Teil eins: die SPD, die heute ihre neue Seite startet
"Nordkurve" heißt die Wahlkampfzentrale der SPD in diesem Jahr. Das soll wohl, in der Fußballsprache, die Franz Müntefering liebt, nach Begeisterung und Enthusiasmus klingen. An den Wänden hängen große, rote Transparente, die an realsozialistische Parolen erinnern. "Lebendig. Einig. Mutig.", steht dort beispielsweise in einer Art Selbstbeschwörung. "Von Obama lernen, heißt siegen lernen!", könnte dort auch hängen, in Anlehnung an eine Losung der SED. Denn die SPD will modern sein und hat sich mit Blick auf den US-Präsidentschaftswahlkampf das Internet zu einem zentralen Baustein ihrer Wahlkampagne 2009 erkoren.
© You Tube

Wer Visionen hat, muss zum Arzt, fand Helmut Schmidt. Heute sieht die SPD das anders, zumindest auf ihrem Videoblog bei You Tube
Eine "bahnbrechende Geschichte" sei Barack Obamas Online-Wahlkampf gewesen, sagt der SPD-Bundesgeschäftsführer und oberste Wahlkampfmanager Kajo Wasserhövel. "Ein Quantensprung" im Vergleich zu bundesdeutschen Kampagnen. "Das Internet steht an der Schwelle, zum neuen Leitmedium für die politische Kommunikation zu werden", analysiert Wasserhövel. Es sei ein wichtiger Mobilisierungsmotor für alle künftigen Kampagnen.
Von dem versprechen sich auch die Sozialdemokraten viel. Sie brauchen jede Hilfe, die sie bekommen können. Denn derzeit reicht es, Internet hin oder her, rechnerisch nicht einmal für eine Mehrheit im Bund, wenn sie sich mit den Grünen und der Linkspartei zusammentun würden – was sie offiziell auf keinen Fall wollen.
Die SPD ändert daher nicht nur ihr Logo, ihr Farbschema (hellblau und dunkelblau, um es "frischer" zu machen, wie Wasserhövel sagt) und die Organisation. So gibt es in diesem Jahr keine externe Kampa mehr; das ganze Willy-Brandt-Haus macht nun Wahlkampf. Sondern die SPD überarbeitete auch ihren Internetauftritt auf www.spd.de . Seit diesem Donnerstagmittag ist die neue Seite online und soll "alle Kanäle bündeln, die das Netz zur Verfügung stellt". Sie soll zum Mitmachen und Mitdiskutieren einladen und auch zum Spenden, so wie es Obama erfolgreich vorgemacht hat.
Schon auf der alten Seite gab es die Möglichkeit, via Internet der Partei unkompliziert Geld zukommen zu lassen. Doch war der Link eher versteckt. Nun prangt er groß und gut sichtbar am linken Rand und ist damit durchaus Ausdruck einer Hoffnung.
Es gehe um mehr als nur um eine neue Startseite, sagt Wasserhövel. Wer heute Meinungen bilden wolle, der müsse dort präsent sein, wo Meinungen diskutiert würden. Denn, so ist er überzeugt: Wer Politik mache, komme auch in Deutschland am Netz nicht mehr vorbei, vor allem nicht an den sozialen Netzwerken.
Auf der neuen SPD-Seite allerdings gibt es nur Verknüpfungen zu Youtube und Flickr. Zu Bildportalen also, die zwar auch Möglichkeiten der Debatte bieten, vor allem aber Videos und Fotos verbreiten. "Auffällig ist die Fokussierung zumindest mancher Parteien auf das Videoangebot Youtube", schreibt Blogger und Netzwerker Markus Beckedahl dazu in seiner Studie "Politik im Web 2.0". Und sieht darin den Beleg für überholtes Denken. "Fernsehmentalität" sei das, sagt Beckedahl und nicht etwa eine "dialogorientierte Internetstrategie".
- Datum 04.09.2009 - 17:19 Uhr
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- Quelle ZEIT ONLINE
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...diversen jubelbildern herrn steinmeiers und den im artikel angesprochenen links zu flickr und youtube ist eigentlich nix interessantes auf der "neuen seite" zu finden was von selbst ins auge springt. die bilder brauchen ewig um zu laden und wenn man keine scripte zuläßt geht garnix.
Sollte eine große deutsche Wochenzeitung einer unbedeutenden Splitterpartei wirklich einen Online-Artikel widmen?
Stimmt, ich bin gemein. Aber nachdem ich gestern in "Hart aber fair" mal wieder erleben durfte, wie Peter Struck (SPD-Fraktionschef im Bundestag) mit plattesten Gemeinplätzen auf Fragen des Moderators und eines Mitdiskutanten (Gregor Gysi) antwortete, ist meine SPD-Allergie erneut akut geworden.
Knüppel
aber auch im Internet kann man eine Schlaftablette - Kanzlerkandidat genannt - nicht als Muntermacher verkaufen. Zudem hatte Obama nicht nur mehr Zeit zur Verfügung - die Sozis sind selbst Schuld, wenn ihnen das erst jetzt aufgeht - er hatte auch ein paar Cents mehr zur Verfügung.
WISSEN die Parteien und ihr Funktionäre, dass das "Volk" ÜBERHAUPT keine Lust auf Wahlkampf hat...?!
Wenn ich an die endlosen Talkrunden denke mit dem aggressiven Palaver egozentrischer Sturköpfe ohne JEGLICHEN Austausch, dann könnt ich.......
Früher gab's mal Info-Stände in Fussgängerzonen, wo man als Wähler seine Meinung äussern konnte - in der Hoffnung, dass vielleicht das eine oder andere Argument doch durchdringt. Sogar die Web-Präsenz der EU lässt sowas zu, und man bekommt sogar eine schriftliche Antwort.
Bei der SPD allerdings entstand bisher der frustrierende Eindruck, dass die Web-Präsenz eher zum "Downloaden" von "info-Material" als zum "Uploaden" von Kommentaren gedacht ist. Hat sich das geändert, oder schottet man sich lieber ab gegen Kritik und gutgemeinte Vorschläge?
Das hat im Übrigen wenig mit der benutzten technischen Plattform, und ganz viel mit der "Philosophie" der Betreiber zu tun. In den USA galt schon lange vor dem Entstehen des Internets die Devise:
"Schreiben Sie an Ihren Abgeordneten"
Das ging nämlich auch schon per Post. Allerdings werden dort die Abgeordneten per Direktmandat bestimmt, und nicht per Partei-Listenmandat. Während z.B. in Hamburg-Eimsbüttel irgendwelche dubiosen Delegierten irgendwelche vorher nicht angekündigten Kandidaten wählen.
Ansonsten schlage ich für die beliebten Internet-Meinungs-Umfragen vor, zusätzlich zu den bisherigen Fragen a la
Sind Sie
- dafür
- dagegen
- weiss nicht
in Zukunft immer die folgende Option bereitzuhalten:
- die Fragestellung ist unsinnig, weil ... mit einem genügend grossen Kommentarfeld.
oder vielleicht:
- könnten Sie sich nicht lieber um folgendes kümmern ...
mit Kommentarfeld.
Das kann jeder vernünftige Web-Browser verarbeiten, dazu braucht man gar keine besonderen Werkzeuge, Erweiterungn, Videos, Filmchen, "Plattformen" usw.
Natürlich eignet sich das Internet super für Kommunikation über Politik. - Aber eben über Inhalte!
Und eben darüber sollten sich die Blogger und Twitterer in der SPD mal Gedanken machen. Die Instrumente sind dafür geeignet, KLARE STANDPUNKTE zu formulieren und zur Diskussion zu stellen.
Nach der Irrfahrt der SPD zwischen wirtschaftsliberal unter Schröder und Nähe zur Linkspartei unter Beck ist das bitter nötig.
dem hilft das Netz auch nicht weiter.
Es ist eine krasse Fehleinschätzung - zumal eine zutiefst undemokratische, elitäre Herabwürdigung des Wählers - wenn immer davon die Rede ist, man habe etwas falsch kommuniziert.
Ich wünsche dieser schäbigen Partei viel Freude mit mit ihrem datenbasierten Spaßmobil.
Helfen wird es wohl nix.
Es gibt graduelle Unterschiede:
Spd - alles Kumpel - sieh Walter-Ypsilanti-Affäre -, gemeuchelt wie bei Beckilein darf aber werden! Der rechte Flügel intrigiert durch.
CDU/CSU - Königsparteien, hierarschische Honarationen. Aber Königsmorde sind etwas schwieriger als bei der SPD.
FDP: Irgendwo dazwischen.
Grüne: Abspaltung von der Spd, statt Intrigen offenere Auseinandersetzungen - früher Realos -- Fundis.
Die Linke: zwei Parteien fusionieren immer noch - die entwicklungsbedingten Unterschiede sorgen für Reibereien und Reibungsverlusten. Das eröffnet Freiräume - jetzt.
Natürlich gibt es regionale und lokale Besonderheiten.
Aber die meisten Parteien taugen nichts für das Basisdemokratischere Internet, das sich schwerer manipulieren läßt.
Mein Fazit: Grüne und die Linke haben das meiste Potential Web 2.0 zu nutzen. Dafür sind die gesponserten anderen Parteien mit großen PR-Abteilungen ausgestattet. Vielleicht führt das zu etwas mehr publizistische Waffengleichheit:
Es besteht nämlich ein grundsätzlicher Gegensatz im Internet: PR vs. basisdemokratische Neuerungen. PR bedeutet Kontrolle, basisdemokratische Neuerungen bedeuten Kontrollverlust, so ist es erst einmal.
Gruß
Bernhard
Es gibt graduelle Unterschiede:
Spd - alles Kumpel - sieh Walter-Ypsilanti-Affäre -, gemeuchelt wie bei Beckilein darf aber werden! Der rechte Flügel intrigiert durch.
CDU/CSU - Königsparteien, hierarschische Honarationen. Aber Königsmorde sind etwas schwieriger als bei der SPD.
FDP: Irgendwo dazwischen.
Grüne: Abspaltung von der Spd, statt Intrigen offenere Auseinandersetzungen - früher Realos -- Fundis.
Die Linke: zwei Parteien fusionieren immer noch - die entwicklungsbedingten Unterschiede sorgen für Reibereien und Reibungsverlusten. Das eröffnet Freiräume - jetzt.
Natürlich gibt es regionale und lokale Besonderheiten.
Aber die meisten Parteien taugen nichts für das Basisdemokratischere Internet, das sich schwerer manipulieren läßt.
Mein Fazit: Grüne und die Linke haben das meiste Potential Web 2.0 zu nutzen. Dafür sind die gesponserten anderen Parteien mit großen PR-Abteilungen ausgestattet. Vielleicht führt das zu etwas mehr publizistische Waffengleichheit:
Es besteht nämlich ein grundsätzlicher Gegensatz im Internet: PR vs. basisdemokratische Neuerungen. PR bedeutet Kontrolle, basisdemokratische Neuerungen bedeuten Kontrollverlust, so ist es erst einmal.
Gruß
Bernhard
Es gibt graduelle Unterschiede:
Spd - alles Kumpel - sieh Walter-Ypsilanti-Affäre -, gemeuchelt wie bei Beckilein darf aber werden! Der rechte Flügel intrigiert durch.
CDU/CSU - Königsparteien, hierarschische Honarationen. Aber Königsmorde sind etwas schwieriger als bei der SPD.
FDP: Irgendwo dazwischen.
Grüne: Abspaltung von der Spd, statt Intrigen offenere Auseinandersetzungen - früher Realos -- Fundis.
Die Linke: zwei Parteien fusionieren immer noch - die entwicklungsbedingten Unterschiede sorgen für Reibereien und Reibungsverlusten. Das eröffnet Freiräume - jetzt.
Natürlich gibt es regionale und lokale Besonderheiten.
Aber die meisten Parteien taugen nichts für das Basisdemokratischere Internet, das sich schwerer manipulieren läßt.
Mein Fazit: Grüne und die Linke haben das meiste Potential Web 2.0 zu nutzen. Dafür sind die gesponserten anderen Parteien mit großen PR-Abteilungen ausgestattet. Vielleicht führt das zu etwas mehr publizistische Waffengleichheit:
Es besteht nämlich ein grundsätzlicher Gegensatz im Internet: PR vs. basisdemokratische Neuerungen. PR bedeutet Kontrolle, basisdemokratische Neuerungen bedeuten Kontrollverlust, so ist es erst einmal.
Gruß
Bernhard
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