Obamas Inauguration Prunk, Pomp und Sicherheit
Die Vereidigung Barack Obamas wird ein Mega-Ereignis. Bis ins kleinste Detail durchgeplant, von der ganzen Welt beobachtet. Höchste Sicherheit trifft auf die größte Show

© Saul Loeb/AFP/Getty Images
Vor dem Lincoln Memorial beginnen Sonntag die Feiern zu Barack Obamas Amtsantritt als Präsident
Wie viele Amerikaner tatsächlich am 20. Januar zur Amtseinführung Barack Obamas nach Washington strömen werden, weiß niemand so genau. "Die größte Feier der Geschichte", sagen manche Medien vollmundig voraus. Manche reden von drei, vier oder gar fünf Millionen Menschen, die miterleben wollen, wie der erste schwarze Präsident der Vereinigten Staaten die Hand zum Schwur erhebt. Selten hat ein Ereignis in den vergangenen Jahren eine solche Welle der nationalen Begeisterung entfacht. "History is in the making", nennen das die Amerikaner - es wird Geschichte gemacht. Trotz Wirtschafts- und Finanzkrise zu Hause und zwei Kriegen in Übersee - die nach wie vor mächtigste Nation der Erde feiert ihre "Krönungsmesse".
Prunk und Pomp, feierlicher Ernst und ausgelassene Partylaune: Insgesamt vier Tage dauert das Mega-Ereignis. Das mit seinen gerade mal 600.000 Einwohnern eher beschauliche Washington erlebt den Ausnahmezustand: Die Brücken über dem Potomac werden am Dienstag für den normalen Verkehr gesperrt. Wer auch nur in die Nähe der Vereidigung am Kapitol und der anschließenden Parade auf der Pennsylvania-Avenue vordringen will, muss Kontrollen wie auf dem Flughafen über sich ergehen lassen. Auf den Dächern der Innenstadt sind Scharfschützen postiert - das große Fest ist für die Sicherheitskräfte ein Alptraum.
Höhepunkt der Inaugurationsfeiern unter dem Motto "Renewing America's Promise»" ("Das amerikanische Versprechen erneuern") ist eine eher nüchterne und steife Zeremonie vor dem Westflügel des Capitols, dem Parlament der USA. Pünktlich um 12 Uhr Ortszeit (18 Uhr MEZ) wird Barack Hussein Obama ans Podium treten. Seine Ehefrau Michelle wird neben ihm stehen. Unter den Augen der Welt wird Obama die Hand auf eine Bibel des früheren Präsidenten Abraham Lincoln legen - des Mannes, der 1863 das Ende der Sklaverei verkündete - und den Amtseid leisten. Sofort danach hält der 44. Präsident der USA seine erste Rede - als Grundakkord und Wegweiser für seine Amtszeit.
Das Dilemma: Die meisten Menschen, die nach Washington kommen, dürften das Ereignis doch nicht hautnah miterleben. "Viele werden nicht so nahe herankommen, wie sie hoffen", prophezeit die Washington Post. Selbst wenn lediglich 1,5 bis zwei Millionen Zuschauer, wie manche Hochrechnungen schätzen, nach Washington kommen, wird die Enttäuschung groß sein. Lediglich 240.000 Eintrittskarten wurden für das Hauptevent ausgegeben - viele davon an Prominente, an Mitarbeiter und Wahlkampfhelfer. 125.000 Tickets haben die Kongressmitglieder zur kostenlosen Verteilung erhalten. Ein Parlamentarier berichtete, er habe 393 Tickets vergeben können - und 60.000 Anfragen bekommen.
Wer nicht dabei ist, kann hoffen, wenigstens von der anschließenden Parade auf der Prachtmeile der Pennsylvania Avenue zwischen Kongress und Weißem Haus etwas mitzubekommen. Doch viele Besucher dürften die historischen Ereignisse wohl am besten auf einer der Video-Leinwände verfolgen, die die Stadtverwaltung in weiser Voraussicht aufstellt. Aretha Franklin, die "Queen of Soul", soll bei der offiziellen Vereidigungsfeier am Dienstag musikalisch den Ton angeben. Unterstützt wird sie von einem klassischen Quartett mit dem Ausnahmecellisten Yo-Yo Ma, dem israelischen Geiger Itzhak Perlman, Pianistin Gabriela Montero und dem Klarinettisten Anthony McGill.
Eröffnet werden die mehrtägigen Feierlichkeiten bereits am Sonntag mit einem Mega-Konzert am traditionsreichen Lincoln Memorial. Bruce Springsteen, Beyoncé, U2 und Stevie Wonder führen die Liste der auftretenden Künstler an. "Das wird keine Siegesfeier. Es geht darum, wie unser Land zusammenfindet angesichts der Zukunft, vor der wir stehen", sagte Organisator George Stephens.
- Datum 20.01.2009 - 14:36 Uhr
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- Quelle ZEIT ONLINE
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dann sollte er sich - wie dieser - um exzellente Beziehungen zu Rußland kümmern.
In "transatlantischen" Zeiten ist es wenig bekannt, daß die Flottenpräsenz Rußlands vor der US-amerikanischen Ost- und Westküste 1863/64 Frankreich und Großbritannien vom Kriegseintritt auf der Seite der Konföderierten im Amerikanischen Bürgerkrieg abhielt. Hätte ein gewisser Cassius Clay diese Allianz nicht eingefädelt, würde es die USA in ihrer heutigen Form wahrscheinlich gar nicht geben. Clay drängte Lincoln übrigens auch zur Aufhebung der Sklaverei.
http://american_almanac.t...
Übrigens wurde Präsident Abraham Lincoln ermordet, als er sich weigerte, den Bankiers hohe Zinsen für die Finanzierung des Bürgerkrieges zu bezahlen, selbst die Gelddruckmaschine anwarf und den "Greenback" als zinsloses Geld in Umlauf brachte. Sein Kommentar:
"Geld wird aufhören, der Meister der Menschen zu sein, es wird sein Bediensteter werden. Demokratie wird sich über die Geldmacht erheben."
Auch hier kann Obama einiges von Lincoln lernen...
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"Ich glaube, daß die Bankinstitutionen für unsere Freiheiten gefährlicher sind als die Armeen."
(Thomas Jefferson, Amerikanischer Präsident; 1743-1826)
Schönen guten Tag allerseits,
ich finde es einfach bescheuert, Obamas Amtseinführung als 'Inauguration' zu bezeichnen. Sind Reporter heutzutage einfach zu dumm mal ins Wörterbuch zu schauen und ein schönes deutsches Wort zu finden, dass zusätzlich vielleicht auch noch von mehr als fünf Prozent der Bevölkerung verstanden wird?
Mir ist bewusst, dass 'Inauguration' ebenfalls ein deutsches Wort ist. Aber ganz ehrlich, wer kennt das schon und wer würde es benutzen entspräche es nicht zufälliger Weise genau dem englischen Wort?
Manche mögen einwenden, dass man die Amtseinführung des amerikanischen Präsidenten nun mal so nennt, ein spezielles Wort für einen besonderen Anlass. Dies ist jedoch nicht korrekt. Laut der englischen Wikipedia (keine besonders seriöse Quelle, ich weiß, aber was soll's) wird im Englischen auch die Amtseinführung des deutschen Bundeskanzlers/der Bundeskanzlerin als 'inauguration' bezeichnet. Meines Wissens nach wurde hierfür aber der Begriff 'Inauguration' noch nie verwendet, zumindest nicht in den letzten paar Jahrzehnten.
Somit kann ich die Verwendung dieses Begriffes nur als inkonsequent, pseudointellektuell, elitär, phantasielos und dumm bezeichnen. Oder um es kurz zu machen: einfach so richtig bescheuert und einer Zeitung wie der Zeit wahrlich nicht würdig.
Mit freundlichen Grüßen
Aron36
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