Abschwung Deutsche Wirtschaft schrumpft immer stärker

Im letzten Quartal 2008 nahm das BIP ersten Schätzungen zufolge um 1,5 bis 2 Prozent ab. Übers gesamte Jahr betrachtet hat sich das Wachstum halbiert

Die Wirtschafts- und Finanzkrise hat Deutschland im vierten Quartal voll erfasst. Vorläufigen Schätzungen des Statistischen Bundesamts zufolge beschleunigte sich die negative Entwicklung zum Jahresende mit einem Minus von 1,5 bis 2 Prozent. Die endgültigen Zahlen für das vierte Quartal werden am 13. Februar veröffentlicht.

Auch in den beiden Quartalen zuvor war die Wirtschaftsleistung schon zurückgegangen. Von April bis Juni sank das Bruttoinlandsprodukt (BIP) um 0,4 Prozent, im dritten Quartal real um 0,5 Prozent. Der stärkere Rückgang im vierten Quartal zeigt, dass Deutschland immer tiefer in die Rezession gerät.

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Im Gesamtjahr 2008 stieg das BIP real um 1,3 Prozent nach 2,5 Prozent im Jahr 2007 und sogar 3,0 Prozent im Boomjahr 2006. Der Anstieg der Wirtschaftsleistung insgesamt in den vergangenen zwölf Monaten ist vor allem auf das gute erste Quartal zurückzuführen, als das BIP real um 1,5 Prozent zulegte.

Dabei zog der Außenhandel die Wirtschaftsleistung erstmals seit 2003 nach unten. 2007 hatte es noch ein Wachstum von 2,5 Prozent gegeben, 2006 sogar von drei Prozent.  Das wäre der stärkste Quartalsrückgang seit 1987 und bereits das dritte Minus in Folge.

Positive Impulse kamen dagegen aus dem Inland. Die Bauinvestitionen stiegen mit 2,7 Prozent deutlich stärker als 2007. Bei den Ausrüstungsinvestitionen schätzten die Statistiker das Plus auf 5,3 Prozent. Der private Konsum blieb dagegen immerhin stabil, nachdem er 2007 noch zurückgegangen war.

Analysten prognostizieren Minuswachstum für 2009

Für 2009 erwarten die Volkswirte angesichts der dramatischen konjunkturellen Lage einen Rückgang der Wirtschaftsleistung. Es wäre das sechste Rezessionsjahr seit Gründung der Bundesrepublik. Der Präsident der Deutschen Bundesbank, Axel Weber, rechnet damit, dass die deutsche Wirtschaft erst 2010 wieder an Schwung gewinnt.

Holger Schmieding, Analyst der Bank of America, rechnet 2009 mit einem Rückgang des BIPs um 2,5 Prozent. Das wäre der stärkste Rückgang seit Gründung der Bundesrepublik. “Auch ein Minus von drei Prozent ist nun durchaus realistisch“, sagte er.

Alexander Koch von Unicredit befürchtet, dass das erste Quartal "noch einmal so schlimm wird wie das Jahresende, oder sogar noch schlimmer". Die aktuellen Zahlen machten jede Hoffnung auf ein positives Wachstum 2009 zunichte. "Es wird eher noch schlimmer.“

Während Deutschlands Wirtschaft schrumpft, wächst Chinas Ökonomie weiter, wenn auch mit deutlich geringerem Tempo als bislang. Die Folge: China hat Deutschland als drittgrößte Wirtschaftsnation abgelöst, sagen Fachleute.

 
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