Gasstreit beigelegt Barroso rügt Ukraine und Russland

Aus Russland fließt wieder Gas Richtung Westen. Der EU-Kommissionspräsident machte nach dem Ende des Gasstreits seinem Ärger Luft

Das Gas soll wieder fließen: hier eine Anlage nahe der ukrainisch-rumänischen Grenze

Das Gas soll wieder fließen: hier eine Anlage nahe der ukrainisch-rumänischen Grenze

"Ich war sehr enttäuscht über die Art und Weise, wie diese beiden Länder die Verhandlungen geführt haben", sagte José Manuel Barroso nach  Wiederaufnahme der Gaslieferungen. Mehrmals hätten Russland und die Ukraine in den vergangenen Wochen gegebene Zusagen nicht eingehalten. "Mit keinem Partner in der Welt hatten wir jemals derartige Erfahrungen auf so systematische Weise", fügte Barroso hinzu. "Ich werde das nicht vergessen."

Die Europäische Union müsse daraus ihre Lehren ziehen und für mehr Vielfalt unter ihren Gaslieferanten sorgen. Außerdem sollten mehr verschiedene Lieferwege geschaffen und insgesamt mehr unterschiedliche Energiequellen genutzt werden.

Auf die Frage, ob Europa unabhängiger von russischem Gas werden solle, antwortete Barroso: "Ja, natürlich." Die EU müsse sich auf die nächste Krise vorbereiten. Barroso bestätigte die Wiederaufnahme der Lieferungen aus Russland durch die Ukraine. "Das Gas fließt normal", sagte der Kommissionspräsident. In der Slowakei habe es bereits die Europäische Union erreicht.

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Russland hat am Dienstagmorgen nach fast zweiwöchigem Lieferstopp seine Gaslieferungen über die Ukraine nach Europa wieder in vollem Umfang aufgenommen. Die Exporte in die Europäische Union und die Ukraine hätten die Gesamtmenge von 423 Millionen Kubikmetern pro Tag. Das teilte der russische Gasmonopolist Gasprom mit. In der Nacht waren zunächst nur Teilmengen transportiert worden.


Zuvor hatte auch die Ukraine den Beginn der Durchleitung bestätigt. Laut Gasprom erhält die EU pro Tag 348 Millionen Kubikmeter Gas pro Tag aus Russland, die Ukraine 75 Millionen Kubikmeter. Die Aufhebung der Lieferblockade wurde möglich, nachdem Moskau und Kiew am Montag ihren monatelangen Streit um Gaspreise und Lieferbedingungen mit neuen Verträgen beigelegt hatten.

Nach Angaben von Gasprom-Chef Alexej Miller zahlt die Ukraine im ersten Quartal 360 Dollar je 1000 Kubikmeter Gas aus Russland. Das entspricht einem Rabatt von 20 Prozent auf den sonst in Europa üblichen Marktpreis. Miller drohte der Ukraine, den Preis auf 100 Prozent anzuheben, sollte es wie in der Vergangenheit zu neuen Verzögerungen kommen. Die Gaspreise sollen in diesem Jahr deutlich sinken. Durch den Preisverfall hofft die Ukraine auf einen Jahresdurchschnittspreis von deutlich unter 250 Dollar.

 
Leser-Kommentare
  1. Es gab eine Zeit (nicht lange her) in der alle westlichen Medien und westlichen Politiker auf Russland und später unwillig auch auf die Ukraine eingeprügelt haben. Irgendwann wurde es aber klar, dass einzig die Ukraine für den Streit und die Auswirkungen verantwortlich zu machen war. Höchstens einzelne technische Implikationen (vorallem aus Trotz) konnte man Russland zum Vorwurf machen.

    Aber wer Russland und die Ukraine sagt meint NUR Russland. Die Ukraine hat nichts zu verlieren. Und auch wenn es um russisches Gas geht, dass man nun nicht mehr so viel will, geht es nicht um den ukrainischen Transit, den man nicht mehr will.

    MAN HAT ALSO NUR VERSUCHT RUSSLAND ZU SCHADEN. Alles noch Teil der Aktionen um den Georgien-Krieg als internationial konzertiert plötzlich versucht wurde soviel Geld wie möglich aus der russischen Wirtschaft zu ziehen. Eine Art Wirtschaftskrieg.

    Meine besondere Enttäuschung gegenüber Barroso rührt auch daher, dass Portugal traditionell gar keine Ressentiments gegenüber Rußland hat, woher also diese Ungerechtigkeit. Es gibt nur eine Antwort: er hat sich zum Instrument machen lassen - daher meine Enttäuschung. Ich fand ihn vorher sympathisch.

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