Autokauf Mit dem Wrack zur Prämie
Die Entwicklung der Auto-Zulassungszahlen hängt eher vom Kalender ab als von staatlichen Ködern. Die Branche hofft nun auf die Umweltprämie
Der Bericht des Kraftfahrtbundesamtes in Flensburg dürfte Bundeswirtschaftsminister Michael Glos Vergnügen bereitet haben: Trotz der Wirtschaftskrise weist die Kurve der Pkw-Zulassungszahlen im Dezember weit weniger steil nach unten als im Vorjahr. Nur minus 6,6 Prozent im Vergleich zu 2007, als die Dezember-Zulassungen um fast zehn Prozent eingebrochen waren.
Im November hatte die Bundesregierung allen Neuwagenkäufern befristet die Kfz-Steuer erlassen, um den Händlern zu helfen. Die Kurve des Kraftfahrtbundesamts suggeriert, dass Politik wirkt.
Doch so einfach ist es nicht, wie die Bewertung der Zahlen durch die Autoindustrie zeigt. Großen Einfluss hat demnach die Zahl der Öffnungstage der Zulassungsstellen. "Im Dezember waren zwei Arbeitstage mehr als im Vorjahr", sagt Andreas Kraus vom Verband der Automobilindustrie. "Da gibt es einen direkten Zusammenhang." Auch das Bundesfinanzministerium sieht keine unmittelbare Folge des Nullsteuer-Erlasses: "Es spricht einiges dafür, aber es ist nicht zu belegen", heißt es dort.
Nun hofft die Branche auf die konjunkturbelebende Wirkung der seit Mittwoch geltenden Umweltprämie von 2500 Euro. Die kann jeder bekommen, der sein Altauto zum Schrotthändler gibt und einen Neu- oder Jahreswagen kauft. Gemeinsam mit der CO2-abhängigen Kfz-Steuer und dem noch bis Ende Juni geltenden Nullsteuer-Angebot könne sie der Branche aus dem Tief helfen, sagt Kraus.
Etwa 50 Wochen haben die Deutschen Zeit, bis zu 13 Millionen Fahrzeuge beim Schrotthändler abzuliefern und beim Neuwagenkauf zu kassieren. Helfen wird die Prämie nicht nur der einheimischen Wirtschaft. 35 Prozent der neu zugelassenen Fahrzeuge kommen aus Frankreich, Tschechien, Japan, Italien und anderen Auto-Nationen. Hessens FDP-Spitzenkandidat Jörg-Uwe Hahn sprach von einem "Konjunkturprogramm für die Slowakei oder Asien", meinte mit der Slowakei aber wohl eher das benachbarte Tschechien, die Heimstatt von Skoda.
Der Optimismus des Herstellerverbands schlägt nicht bis zu den Händlern durch. "Ich glaube nicht, dass sich das optimal auf den Verkauf auswirken wird. Das ist nur ein Tropfen auf den heißen Stein", sagt ein Toyota-Verkaufsleiter. Die Sorge ist begründet: Ein Großteil der Gebrauchtwagenkäufer entscheidet sich wieder für einen günstigen gebrauchten Klein- oder Mittelklassewagen.
Umweltverbände verdammten schon den Nullsteuer-Erlass als Angriff auf den Klimaschutz, weil er für Kleinwagen wie auch Spritfresser gilt. Der Kaufzuschuss kommt nicht viel besser an: "Der Begriff 'Umweltprämie' ist völlig irreführend", sagt Gerd Lottsiepen vom Verkehrsclub Deutschland. In der Tat organisiert der Staat der Autobranche eine Art Schlussverkauf, indem er die Abwrackprämie auch für Autos der alten Abgasnorm Euro 4 zahlt, die schon im September von der schärferen Euro 5 abgelöst wird. Statt benzinsparender Kleinwagen stehen dann möglicherweise komfortable, aber ökologisch bedenkliche Spritschleudern in manchen Garagen.
- Datum 31.01.2009 - 17:13 Uhr
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- Quelle ZEIT ONLINE
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Das hört sich alles sehr gut an! Aber keiner macht sich Gedanken über die Finanzierung der Neuwagen. Wo soll das Geld herkommen? Nach meinen Informationen ist die VW-Bank (als Finanzier der LEASING-Geschäfte für die Automobile des VW-Konzerns!) ebenfalls in grossen finanziellen Schwierigkeiten und hat sich unter den "Rettungsschirm" des Staates geflüchtet. BMW hatte bereits vor der Finanzkrise in den USA grosse Probleme mit dem Absatz, da dort die LEASING-Geschäfte dort sehr stark zurückgegangen sind. Nach Aussagen der Politiker (bei den LINKEN - wie Gregor Gysi - kommen die Banken ihren Aufgaben, nämlich der Kreditvergabe - z.B. im Rahmen von LEASING-Verträgen - nicht mehr nach und sollen deshalb verstaatlicht werden!). Machen wir uns doch nichts vor: die größen Geländewagen für den Einkauf um die Ecke wurden immer schon als LEASING-Wagen gekauft. Man konnte damit prächtig angeben! Diese Zeiten (als einzig positiver Aspekt der Weltwirtschaftskrise) sind nun endgültig vorbei. Oder wollen wir uns alle das Leben nehmen, wie es uns der Milliardär MERKLE in einer "Torschlusspanik-Situation" vorgemacht hat?
Herzliche Grüsse aus HILDESHEIM!
Klaus Metzger
Da möchte ich zustimmen. Inzwischen ist es doch so, dass nicht nur teure Luxuswagen geleast werden. Auch im preiswerteren Bereich ist die "Finanzierung" üblich geworden, sogar für Gebrauchtwagen. Besuchen Sie den örtlichen Autohändler Ihrer Wahl: Statt Preisschildern nur Monatsraten...ich bin ja noch nicht sooo alt, aber das habe ich mal anders gelernt. Wenn ich was kaufen will, dann *spare* ich dafür. Scheint zwischenzeitlich aus der Mode gekommen zu sein, vor allem in den USA :-).
Die blöde Prämie wird vermutlich bald auf den Neuwagenpreis aufgeschlagen - es gibt auch so eine tolle "Eigenheimzulage" und "Wohnungsbauprämie", da läuft das wohl ähnlich.
Da möchte ich zustimmen. Inzwischen ist es doch so, dass nicht nur teure Luxuswagen geleast werden. Auch im preiswerteren Bereich ist die "Finanzierung" üblich geworden, sogar für Gebrauchtwagen. Besuchen Sie den örtlichen Autohändler Ihrer Wahl: Statt Preisschildern nur Monatsraten...ich bin ja noch nicht sooo alt, aber das habe ich mal anders gelernt. Wenn ich was kaufen will, dann *spare* ich dafür. Scheint zwischenzeitlich aus der Mode gekommen zu sein, vor allem in den USA :-).
Die blöde Prämie wird vermutlich bald auf den Neuwagenpreis aufgeschlagen - es gibt auch so eine tolle "Eigenheimzulage" und "Wohnungsbauprämie", da läuft das wohl ähnlich.
Man hat immer wieder den Eindruck, dass zwischen den Ohren der Berliner Politikschaffenden nicht allzu viel Betrieb herrscht. Kommen dann aber Tatarenmeldungen aus der Heiligen Autoindustrie, dan geht dortselbst, zwischen den Ohren, vollends das Licht aus.
Statt eine sinnvolle Anreizpolitik zu machen, die ökologisch taugliche Fahrzeuge reizvoll, weil bezahlbar macht, nur mehr blinder Aktionismus. Erst diese unsägliche Feinstaubplakette, die nur die weniger Wohlhabenden im Lande kalt enteignet und nun dieser HokusPokus mit Kfz-Steuer und Abwrackprämie. Offenbar haben die Irren die Anstalt nicht übernommen. Sie haben sie gegründet, Widerstand ist zwecklos.
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In diesem Wahljahr werde ich mich für keine Partei
aussprechen und zu keinem Parteiprogramm. Aber ich
werde nicht aufhören, zu sagen, dass diese Krise eine
ideologische Heimat hat: die FDP.…
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In einer Studie der Automobilindustrie steht geschrieben:
Von den 600.000 Abwrackprämien gehen 340.000 auf Mitnahmeeffekte, d.h. Käufe, die sowieso gemacht worden wären.
Von den 260.000 zusätzlichen Käufen gehen 60.000 auf Jahreswagen und 200.000 auf Neuwagen.
Von den 200.000 Neuwagen gehen 110.000 auf ausländische Hersteller und 90.000 auf deutsche Hersteller.
Von den 90.000 Neuwagen der deutschen Hersteller werden 55.000 im Ausland gefertigt, weil viele kleine Autos im Ausland gefertigt werden (z.B. Polo in Spanien und Tschechien) und 45.000 in Deutschland gefertigt.
Für den Bau von 45.000 zusätzlich in Deutschland gebauten Fahrzeugen gibt die Bundesregierung 1,5 Milliarden Euro Steuergelder aus. Das sind pro Fahrzeug fast 35.000 Euro.
Quelle:
http://www.automobil-indu...
Da möchte ich zustimmen. Inzwischen ist es doch so, dass nicht nur teure Luxuswagen geleast werden. Auch im preiswerteren Bereich ist die "Finanzierung" üblich geworden, sogar für Gebrauchtwagen. Besuchen Sie den örtlichen Autohändler Ihrer Wahl: Statt Preisschildern nur Monatsraten...ich bin ja noch nicht sooo alt, aber das habe ich mal anders gelernt. Wenn ich was kaufen will, dann *spare* ich dafür. Scheint zwischenzeitlich aus der Mode gekommen zu sein, vor allem in den USA :-).
Die blöde Prämie wird vermutlich bald auf den Neuwagenpreis aufgeschlagen - es gibt auch so eine tolle "Eigenheimzulage" und "Wohnungsbauprämie", da läuft das wohl ähnlich.
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