Atommülllager Asse Behälter im Bleimantel

In einer einsturzgefährdeten Kammer des früheren Salzbergwerks lagern zehn Fässer mit unbekanntem Inhalt. Die speziell abgeschirmten Behälter könnten hochradioaktiv sein

Das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) will in wenigen Wochen die Untersuchungen zu der Kammer im maroden Atommülllager Asse abschließen. Die Behörde habe bereits damit begonnen zu klären, was sich in den dort eingelagerten Spezialbehältern befindet. Die Fässer sind anders als andere Behälter zusätzlich mit Blei ummantelt. "Ihr Inhalt ist unbekannt", sagt Michael Fuder, Mitglied im Koordinationskreis der Asse. Die Bürgerinitiative befürchtet Schlimmes: Es könne sich um besonders stark strahlenden radioaktiven Müll in den Sonderbehältern handeln.

Noch im Dezember habe das Münchner Helmholtz-Zentrum die Verfüllung dieser Kammer mit Beton gefordert, sagt Fuder. Der alte Betreiber der Asse hatte über Jahre hinweg radioaktive Abfälle in den Stollen des ehemaligen Salzbergwerks eingelagert. Zwischen 1967 und 1978 landeten rund 125.000 Behälter in den Schachtanlagen bei Wolfenbüttel. Seit 1988  fließt zudem offenbar Salzlösung in die Grube, die die Sicherheit des Stollens gefährdet.

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Seit Anfang des Jahres ist das BfS Betreiber der Asse. Bis Ende März sollen Experten einen Störfallplan festlegen, der Vorkehrungen bei einer Verschlechterung der Situation im Bergwerk vorsieht. Ein Sprecher der Behörde bestätigte, dass man nicht wisse, was sich in den zehn Sonderbehältern befinde. Wenn klar sei, wie die Kammer stabilisiert werden müsse, sei denkbar, dass man auch reingehe und messe. Es würden zuerst aber Inventarlisten und alte Berichte überprüft sowie Mitarbeiter befragt.

Die Asse-Kritiker fordern zudem Korrekturen an der Neufassung des Atomgesetzes, das am Mittwoch in den Bundestag eingebracht werden soll. Die Ansprüche für die Asse müssten genauso hoch sein wie bei der Neuerrichtung eines Atommüllendlagers. "Es darf keine Sicherheitsrabatte für die Asse geben", verlangte Fuder. Auch der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) äußerte Bedenken zur geplanten Novelle des Atomgesetzes.

 
Leser-Kommentare
  1. Der Muell lagert dort hoechstens seit 40 Jahren und man weiss heute schon nicht mehr was es ist?

    Plutonium strahlt ca. 370.000 Jahre...

    Wenn man darueber nachdenkt dass es noch Leute gibt die die Radioaktive Energie zusammen mit eben diesen Problemen verteidigen kann man nur noch den Kopf schuetteln.

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    • th
    • 20.01.2009 um 20:37 Uhr

    dass diejenigen, die immer davon reden, dass wir unsere Nachkommen nicht mit Schulden belasten sollen, bereit sind, für 40 Jahre billigen Strom 100 000 Jahre strahlenden Müll zu akzeptieren, der dann natürlich die kommenden Generationen mit Kosten und eventuell auch mit Gesundheitsgefahren belastet.

    Tunnelblick oder Zynismus?

    • th
    • 20.01.2009 um 20:37 Uhr

    dass diejenigen, die immer davon reden, dass wir unsere Nachkommen nicht mit Schulden belasten sollen, bereit sind, für 40 Jahre billigen Strom 100 000 Jahre strahlenden Müll zu akzeptieren, der dann natürlich die kommenden Generationen mit Kosten und eventuell auch mit Gesundheitsgefahren belastet.

    Tunnelblick oder Zynismus?

    • th
    • 20.01.2009 um 20:37 Uhr

    dass diejenigen, die immer davon reden, dass wir unsere Nachkommen nicht mit Schulden belasten sollen, bereit sind, für 40 Jahre billigen Strom 100 000 Jahre strahlenden Müll zu akzeptieren, der dann natürlich die kommenden Generationen mit Kosten und eventuell auch mit Gesundheitsgefahren belastet.

    Tunnelblick oder Zynismus?

    Antwort auf "Unbekannter Inhalt."
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    von der Atom-Lobby (natürlich gepaart mit ein bisschen Dummheit). Das dürfte der Grund sein.

    von der Atom-Lobby (natürlich gepaart mit ein bisschen Dummheit). Das dürfte der Grund sein.

  2. Hauptsache der Atomlobby wird der Persilschein gegeben weil sooooo sicher und alles sooooo gut geregelt. Keine ordentliche Unfallversicherung - weil finanziell in 1000 Jahren nicht leistbar bei einem Schaden, kein ordentliches Endlager - nur ein Zwischenlager das bereits mehr Inhalt hat als ein vernünftiges Endlager, keine Kostenwahrheit - Umweltzerstörung beim Abbau, Transport-CO², Gesundheitsgefahr für alle Beteiligten und Unbeteiligten.

    'tschuldigung, Atomkraft ist super weil kein CO²!

  3. von der Atom-Lobby (natürlich gepaart mit ein bisschen Dummheit). Das dürfte der Grund sein.

  4. Wen das ganze Dilemma von Asse II, sowie die damit verbundenen Risiken, Fehleinschätzungen, Kosten und voraussichtlichen Entwicklungen interessiert, der mag diesen (gut bebilderten) mehrteiligen Artikel lesen.

    Eine Posse über Politik, Technik und Interessengeflechte. Wer danach immer noch Atomkraft für ein billige Zukunftsenergie hält, dem ist nicht zu helfen.

  5. Niemand wird euch in dem Punkt widersprechen, dass radioaktiver Abfall prinzipiell ein Entsorgungsproblem ist. Wenn wir nun das Rad der Geschichte auf die Zeit vor der Anhäufung von Atommüll zurückdrehen könnten, wäre euer Vorschlag, "Keinen-Atommüll-Anhäufen", diskussionswürdig.

    ABER

    Es gibt nuneinmal bereits eine Menge "Atommüll". Die Bundesrepublik Deutschland hat bei Weitem nicht das größte Entsorgungsproblem, das sehe ich eher bei den Staaten, die massenweise Atombomben gebastelt haben.

    Es ist für die Gesamtbilanz völlig unerheblich, ob in Deutschland über die nächsten Jahrhunderte noch ein bisschen mehr Müll angehäuft wird oder auch nicht. Niemand wird der Bundesrepublik in tausend Jahren den "Atomausstieg" danken, wenn es ein großes Unglück mit russischem Atommüll gibt.

    Die Argumente der Grünen erinnern mich so ein bisschen an ein Kind, welches die Augen schließt und behauptet es sei Nacht. Die Bundeswehr spielt in Afghanistan Partisanenkrieg aber wichtig ist nur, dass die Bundeswehr auch in Afghanistan wie in Deutschland den Müll trennt. Die afghanischen "Entsorgungsunternehmen" kippen den sicher eh wieder zusammen.

    Die Büchse der Pandora ist geöffnet, der Geist ist aus der Flasche. Es gibt eine Menge von Atommüll und die "Bedrohung der Menschheit" geht sicher nicht in erster Linie von dem bisschen Atommüll der BRD aus.

    Schwachradioaktiven Abfall (ungefährlich nach ein paar hundert Jahren) sollten wir einfach schön einbetonieren und fertig. Die Ägypter haben Pyramiden gebaut, die seit Jahrtausenden stehen, dann werden unsere vielgelobten Bauingenieure ja wohl auch soetwas hinbekommen. Der hochradioaktive Abfall wird weiterhin schön in Glaskokons eingeschmolzen und dann mal sehen. Langfristig kann man den sowieso in der Brutzone von Reaktoren der vierten Generation durch Neutronenbestrahlung "entsorgen". Meinetwegen soll das Zeug vorerst mal in ein Bergwerg gestellt werden aber bitte so, dass man es mit der Gabelstabler im Falle des Falles wieder bequem rausholen kann und nicht als radioaktiver Salzsee wie in der Asse II.

    Die Bundesrepublik wäre sicher nicht schlecht beraten, dreißig EPRs (european pressurised reactor) zu bauen und die gesamten alten (erste und zweite Generation) Atomreaktoren sowie Stein/Braunkohle und Gaskraftwerke in den nächsten Container zu kloppen. (Würde auch unsere CO2-Bilanz ganz schön aufpeppen.) Den Rest kann man bequem mit Wasser-, Wind- und solarthermischen Kraftwerken machen. Als "longshot"-Plan kann man die EPRs gegen 2035 durch "ITER II" ersetzen. Photovoltaik macht nur bei Satelliten und Taschenrechnern Sinn, die "Ökobilanz" ist nämlich meiner Meinung nach katastrophal.

    "Vor ein paar tausend Jahren sind sicher auch ein paar Familien aus der Feuernutzung ausgestiegen, nur hat man von denen schon lange nichts mehr gehört."

    Grüße
    Trench

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    Was sagt Wikipedia dazu?

    "In May 2006 construction delays of about one year were announced, following quality control problems across the construction. In part the delays were due to the lack of oversight of subcontractors inexperienced in nuclear construction. The delays led to disappointing financial results for the Areva NP. It blamed delays on the Finnish approach to approving technical documentation and designs.

    In December 2006 TVO announced construction was about 18 months behind schedule so completion was now expected 2010–11, and there were reports that Areva was preparing to take a € 500 million charge on its accounts for the delay.

    At the end of June 2007 it was reported that Säteilyturvakeskus, the Finnish Radiation and Nuclear Safety Authority, had found a number of safety-related design and manufacturing 'deficiencies'. In August 2007 a further construction delay of up to a year was reported associated with construction problems in reinforcing the reactor building to withstand an airplane crash, and the timely supply of adequate documentation to the Finnish authorities

    [...]

    A further delay was announced in October 2008, making the total delay three years, giving an expected online date of 2012. The parties are in arbitration to resolve a dispute over responsiblity for the delays and final cost overruns.

    In April 2008 the French nuclear safety agency (Autorité de sûreté nucléaire, ASN) reported that a quarter of the welds inspected in the secondary containment steel liner are not in accordance with norms, and that cracks have been found in the concrete base. EDF stated that progress is being made on these issues raised very early in construction, however on 21 May ASN ordered a suspension of concrete pouring on the site. A month later concreting work resumed after ASN accepted EDF's corrective action plan which included external oversight checks."
    Quelle: Wikipedia

    Scheint ja ein echter Renner zu werden, der European Pressurized Reactor.

    Romanes eunt domus

    MfG

    Was sagt Wikipedia dazu?

    "In May 2006 construction delays of about one year were announced, following quality control problems across the construction. In part the delays were due to the lack of oversight of subcontractors inexperienced in nuclear construction. The delays led to disappointing financial results for the Areva NP. It blamed delays on the Finnish approach to approving technical documentation and designs.

    In December 2006 TVO announced construction was about 18 months behind schedule so completion was now expected 2010–11, and there were reports that Areva was preparing to take a € 500 million charge on its accounts for the delay.

    At the end of June 2007 it was reported that Säteilyturvakeskus, the Finnish Radiation and Nuclear Safety Authority, had found a number of safety-related design and manufacturing 'deficiencies'. In August 2007 a further construction delay of up to a year was reported associated with construction problems in reinforcing the reactor building to withstand an airplane crash, and the timely supply of adequate documentation to the Finnish authorities

    [...]

    A further delay was announced in October 2008, making the total delay three years, giving an expected online date of 2012. The parties are in arbitration to resolve a dispute over responsiblity for the delays and final cost overruns.

    In April 2008 the French nuclear safety agency (Autorité de sûreté nucléaire, ASN) reported that a quarter of the welds inspected in the secondary containment steel liner are not in accordance with norms, and that cracks have been found in the concrete base. EDF stated that progress is being made on these issues raised very early in construction, however on 21 May ASN ordered a suspension of concrete pouring on the site. A month later concreting work resumed after ASN accepted EDF's corrective action plan which included external oversight checks."
    Quelle: Wikipedia

    Scheint ja ein echter Renner zu werden, der European Pressurized Reactor.

    Romanes eunt domus

    MfG

    • ben_
    • 21.01.2009 um 8:26 Uhr

    Eigentlich müßte man Guido "mit russischem Uran machen wir uns unabhängig vom russischen Gas" Westerwelle da unten aufräumen lassen. Alleine. Bis er strahlt wie ein bigottes Grinsen.

    --
    der geist in der maschine

  6. Was sagt Wikipedia dazu?

    "In May 2006 construction delays of about one year were announced, following quality control problems across the construction. In part the delays were due to the lack of oversight of subcontractors inexperienced in nuclear construction. The delays led to disappointing financial results for the Areva NP. It blamed delays on the Finnish approach to approving technical documentation and designs.

    In December 2006 TVO announced construction was about 18 months behind schedule so completion was now expected 2010–11, and there were reports that Areva was preparing to take a € 500 million charge on its accounts for the delay.

    At the end of June 2007 it was reported that Säteilyturvakeskus, the Finnish Radiation and Nuclear Safety Authority, had found a number of safety-related design and manufacturing 'deficiencies'. In August 2007 a further construction delay of up to a year was reported associated with construction problems in reinforcing the reactor building to withstand an airplane crash, and the timely supply of adequate documentation to the Finnish authorities

    [...]

    A further delay was announced in October 2008, making the total delay three years, giving an expected online date of 2012. The parties are in arbitration to resolve a dispute over responsiblity for the delays and final cost overruns.

    In April 2008 the French nuclear safety agency (Autorité de sûreté nucléaire, ASN) reported that a quarter of the welds inspected in the secondary containment steel liner are not in accordance with norms, and that cracks have been found in the concrete base. EDF stated that progress is being made on these issues raised very early in construction, however on 21 May ASN ordered a suspension of concrete pouring on the site. A month later concreting work resumed after ASN accepted EDF's corrective action plan which included external oversight checks."
    Quelle: Wikipedia

    Scheint ja ein echter Renner zu werden, der European Pressurized Reactor.

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    MfG

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  • Quelle ZEIT ONLINE, dpa, 20.1.2009 - 18:35 Uhr
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  • Schlagworte Bundestag | Ass | Atommüllendlager | Atommülllager Asse | Wolfenbüttel
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