Die Banken brauchen noch mehr Geld vom Staat, die Krise des Finanzsektors ist längst nicht eingedämmt. Das haben die vergangenen Tage ganz deutlich gezeigt. Immer schneller folgten die Hiobsbotschaften aufeinander: Zunächst erhielt die Commerzbank frisches Eigenkapital vom Staat, dann beteiligte sich der Bund indirekt über die Post auch an der Deutschen Bank, die einen Rekordverlust vermeldete. Die Citigroup, die vormals größte Bank der Welt, wird zerschlagen; in Deutschland spekuliert die Finanzszene unterdessen über die Zukunft weiterer Geldhäuser, etwa der Hypo Real Estate. Die Royal Bank of Scotland gab bekannt, sie habe den größten Verlust erwirtschaftet, den ein Unternehmen in der britischen Wirtschaftsgeschichte je verbuchte. Gordon Browns Regierung verabschiedete daraufhin eilig ein zweites Banken-Notprogramm.

Es ist die nächste Welle der Bankenkrise, und der Staat wird etwas unternehmen müssen, um ihre Wucht zu bremsen. Gehen die Kredithäuser Pleite, so die Sorge, fällt die ganze Wirtschaft – das gilt es zu verhindern. In den USA und Deutschland wird deshalb die Forderung nach einer "Bad Bank" wieder lauter, die die schlechten Risiken übernehmen soll. Doch sie wäre der falsche Weg.

Eine "Bad Bank" würde den Geldinstituten die faulen Wertpapiere abkaufen, die seit Monaten ihre Bilanzen vergiften. Experten schätzen ihren Umfang auf Hunderte Milliarden Euro. Durch die Vertrauenskrise an den Finanzmärkten verlieren diese Papiere immer weiter an Wert. Selbst Pfandbriefe, die als besonders sicher gelten, waren zuletzt nur mit Abschlägen zu verkaufen.

Weil die kritischen Papiere mit Krediten unterlegt sind, die im Abschwung noch häufiger ausfallen als in guten Zeiten, wird die Rezession die Verluste der Institute vermutlich weiter vergrößern. Es ist eine Spirale nach unten: Weil die Finanzhäuser weitere Abschreibungen vornehmen müssen, schrumpft ihr Eigenkapital, weshalb sie weniger Kredite vergeben können, was wiederum die Rezession verstärkt.

Daher wäre es ein Befreiungsschlag, nähme der Staat den Banken alle giftigen Papiere ab, argumentieren die Befürworter. Er könnte sie – so die Hoffnung – später wieder verkaufen, vielleicht sogar mit Gewinn, wenn die Märkte sich beruhigt haben.

Doch so einfach ist es nicht. In der Vergangenheit haben Japan, Schweden und auch die USA gemischte Erfahrungen mit "Bad Banks" gesammelt. Schweden wird gerne als Beispiel angeführt, wenn es darum geht, die segensreichen Wirkungen solcher Institute zu belegen. Aber die schwedische Geschichte zeigt ebenso gut die Probleme, die sie aufwerfen.