Bankenbranche Citigroup wird zerschlagen

Faule Kredite haben bei der einst größten Bank der Welt Milliarden-Verluste verursacht. Jetzt wird die Citigroup aufgespalten

Die Citigroup spaltet sich auf um zu überleben. Faule Kredite habe riesige Löcher in die Bilanz gerissen

Die Citigroup spaltet sich auf um zu überleben. Faule Kredite habe riesige Löcher in die Bilanz gerissen

Die von der Finanzkrise schwer getroffene US-Bank Citigroup hat zum Jahresende 2008 ihren fünften milliardenschweren Quartalsverlust in Folge erlitten. Im abgelaufenen Quartal sei ein Minus von 8,29 Milliarden Dollar oder 1,72 Dollar pro Aktie aufgelaufen, teilte die Bank am Freitag vor Börsenbeginn in den USA mit. Analysten hatten im Schnitt mit lediglich 1,32 Dollar gerechnet. Die Einnahmen sanken um 13 Prozent auf 5,6 Milliarden Dollar.

Im Gesamtjahr liefen Verluste von mehr als 18 Milliarden Dollar auf. Hauptgrund dafür sind hohe Abschreibungen auf faule Kredite.

Die Citigroup teilte zudem mit, sich in die beiden Sparten Citi Holdings und Citicorp aufzuspalten. Dabei werde die Citicorp der universelle Bankenteil mit Einlagen von etwa 1,1 Billionen Dollar sein, was zwei Drittel der Gesamt-Anlagen der Bank entspreche. Der übrige Teil werde in die Citi Holdings ausgelagert.

Der Schritt gilt als endgültiger Abschied vom Modell eines in allen Bereichen tätigen Finanz-Konzerns. Damit wird zudem der Verkauf großer Teile des Konzerns vorbereitet.

Zuvor hatte die Citigroup bereits bekannt gegeben, seine Brokersparte Smith Barney mit der Vermögensverwaltung von Morgan Stanley zu einem Gemeinschaftsunternehmen zusammenzulegen. Die Bank baute allein seit Ende September fast 30.000 Stellen ab. Insgesamt soll die Zahl der Beschäftigten nach bisherigen Plänen auf rund 300.000 sinken – rund 75.000 weniger als noch vor einem Jahr.

Mit künftig zwei großen Sparten schafft die Citigroup eine "gute" und eine "schlechte" Bank ("bad bank"): Im Zentrum steht das traditionelle Bankgeschäft in mehr als 100 Ländern. Abgetrennt wird der große Rest mit immensen problematischen Vermögenswerten sowie mit Konsumentenkrediten und Handelsaktivitäten. Ein Großteil der "bad bank" soll verkauft werden. So gibt die Bank ihr Handelsgeschäft gerade mehrheitlich an die US-Investmentbank Morgan Stanley ab.

Ziel der Maßnahmen sei es, wieder profitabel zu werden, hieß es in der Mitteilung der Bank.

Der Konkurrent Bank of America verzeichnete im vierten Quartal ein Minus von 1,79 Milliarden Dollar.

 
Leser-Kommentare
  1. Ich habe schon wieder Werbeanzeigen von der Citi-Bank gelesen. Sie lockt mit Konsumentenkrediten von bis zu 50.000,-- Euro.

    Auf ein Neues...!

  2. Werden die Lasten des ruinösen Ramschs in der "bad bank" wieder mal auf die Schultern der Gemeinschaft geladen? Stichwort Sozialisierung von Verlusten.
    Wer kauft denn bitte Anteile an so einer "bad bank"? Doch kein Investor, der noch alle Tassen im Schrank hat, oder?

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    Morgan Stanley zB. Daß die noch besser wissen, wie man Verluste macht, ist allgemein bekannt.

    Morgan Stanley zB. Daß die noch besser wissen, wie man Verluste macht, ist allgemein bekannt.

  3. Morgan Stanley zB. Daß die noch besser wissen, wie man Verluste macht, ist allgemein bekannt.

    Antwort auf "Werden die Lasten des"
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    Für die, die noch besser wissen, wie man Verluste macht, sind ja zum Glück schon großzügige "Rettungsschirme" aufgespannt worden... In die braucht man sich dann nur noch reinfallen zu lassen.

    Für die, die noch besser wissen, wie man Verluste macht, sind ja zum Glück schon großzügige "Rettungsschirme" aufgespannt worden... In die braucht man sich dann nur noch reinfallen zu lassen.

  4. Für die, die noch besser wissen, wie man Verluste macht, sind ja zum Glück schon großzügige "Rettungsschirme" aufgespannt worden... In die braucht man sich dann nur noch reinfallen zu lassen.

    Antwort auf "Steht doch da: "
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    Jetzt müssten wir nur noch klären, was verwerflicher ist: Den Rettungsschirm in Anspruch zu nehmen oder ihn überhaupt erst aufzuspannen.

    Jetzt müssten wir nur noch klären, was verwerflicher ist: Den Rettungsschirm in Anspruch zu nehmen oder ihn überhaupt erst aufzuspannen.

  5. Jetzt müssten wir nur noch klären, was verwerflicher ist: Den Rettungsschirm in Anspruch zu nehmen oder ihn überhaupt erst aufzuspannen.

    Antwort auf "hab ich überlesen..."
  6. Wenn Bankmanager so tun, als ob bei ihrer Bank alles in Ordnung ist, wenn sie also lügen, wenn Bankmanager absichtlich so grobe Fehlentscheidungen treffen, dass Milliardenverluste vorprogrammiert sind, wenn diese Bankmanager den Steuerzahler um hunderte von Milliarden bringen, dann sollten sie dafür haften, und zwar mit ihrem gesamten privaten Besitz. Auch wenn das in Relation zum Gesamtschaden wenig sein mag, so schreckt es in Zukunft grössenwahnsinnige Banker davon ab, Aktionäre, Steuerzahler und die gesamte Volkswirtschaft zu ruinieren. Mit einer solchen privaten Haftung der Hauptverantwortlichen wäre es nicht zur Katastrophe gekommen.
    Wenn die Commerzbank in diesem Umfeld die Dresdner Bank kaufen möchte, ist das zum Beispiel unverantwortlich.
    Der einzelne Aktionär hat da nichts zu sagen, alle grossen Fehlentscheidungen werden ja von den Grossanteilseignern, das heisst letztendlich von den Banken selbst getroffen.
    Verstaatlichung muss wohl sein, aber dann müssen an den Spitzen auch Leute sitzen, die Ahnung haben von dem, was sie da tun.

  7. In einemem Schreiben, adressiert an Finanzstaatssekretär Axel Nawrath, setzt sich Ackermann für die Einrichtung einer solchen "schlechten Bank" ein, um die Folgen der Finanzkrise für die Finanzinstitute abzumildern. Nach Ackermanns Vorstellungen sollte sich der staatliche Sonderfonds Finanzmarktstabilisierung ("Soffin") zur Hälfte an der Bank beteiligen. Das restliche Kapital käme aus einem Banken-Konsortium.

    Meldung gestern in der Rheinischen Post: http://www.rp-online.de/p...
    Mal sehen, wie lange sich Merkbrück noch ziert. Mein Tip, einige Wochen nach der Hessen-Wahl. Noch im Karneval ...

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