Rezession EZB senkt Leitzins erneut

Als Reaktion auf die sich verschärfende Finanzkrise hat die Europäische Zentralbank den Leitzins auf 2,0 Prozent nach unten gedrückt

Der Leitzins ist der wichtigste Zins zur Versorgung der Kreditwirtschaft mit Zentralbankgeld. Um die Wirtschaft anzukurbeln, hat die EZB den Zins um 0,5 Prozentpunkte auf 2,0 Prozent abgesenkt, teilte die Bank nach ihrer Ratssitzung in Frankfurt mit.

Erst im Dezember hatte die Notenbank den Leitzins um 75 Basispunkte gesenkt und damit den größten Zinsschritt in ihrer zehnjährigen Geschichte vollzogen. Bereits im Oktober und November hatte die EZB den Zins um je 0,5 Punkte nach unten genommen.

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Notenbank-Präsident Jean-Claude Trichet deutete eine weitere Senkung für März an. "Die nächste wichtige Sitzung ist die im März." Dann lägen den Währungshütern neue Informationen und neue Projektionen vor.

In den USA und in Japan liegen die Leitzinsen derzeit praktisch bei null. In Großbritannien senkte die Bank von England den Leitzins in der vergangenen Woche um 0,5 Prozentpunkte auf 1,5 Prozent. Das ist der tiefste Stand ihrer 315-jährigen Geschichte.

Experten schließen eine Senkung des EZB-Leitzinses auf null Prozent nicht aus. "Die Industrie befindet sich im freien Fall", sagte Ben May, Volkswirt von Capital Economics, am Donnerstag nach der Zinsentscheidung der EZB. "Wir erwarten deshalb, dass der Leitzins auf Null oder zumindest nahe Null sinkt."

Niedrige Zinsen verbilligen Kredite für Unternehmen und Verbraucher und können so die Wirtschaft anschieben. Allerdings werden auch Sparguthaben niedriger verzinst.

Leser-Kommentare
  1. "Insgesamt bin ich von dem Tempo, in dem sich das alles wieder normalisiert, schon etwas unangenehm berührt." Das Merkel in der ARD zur Lage auf den Finanzmärkten

    Mit anderen Worten: Das System der organisierten Unverantwortlichkeit geht unverändert weiter, unter den Rettungsschirmen füllt man sich eilig die Taschen, Sie und ich sind nicht darunter. Über alles breitet sich der Mantel des öffentlichen Schweigens und privaten Vertuschens, die Massenmedien verfällen in kollektive Amnesie.

    Hierzu paßt auch folgendes Jubiläum: Am 15. Januar 1919, wurden Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht in Berlin ermordet -- 2 kritische Stimmen gegen den 1. Weltkrieg und das Establishment vor 90 Jahren.
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    "Ich glaube, daß die Bankinstitutionen für unsere Freiheiten gefährlicher sind als die Armeen."
    (Thomas Jefferson, Amerikanischer Präsident; 1743-1826)

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