Kooperation Fiat und Chrysler verbünden sich

Der italienische Autokonzern will ein gutes Drittel der Anteile von Chrysler übernehmen. Beide Seiten versprechen sich davon erhebliche Vorteile zur Überwindung der Krise

Beide Hersteller haben eine entsprechende Vereinbarung, teilte Chrysler am Dienstag am Sitz in Auburn Hills im US-Bundesstaat Michigan mit. Die
Abmachung sei allerdings vorläufig und noch nicht bindend. Fiat solle eine 35-prozentige Beteiligung an Chrysler übernehmen, aber dem US-Unternehmen keine Barmittel zur Verfügung stellen. Durch die Zusammenarbeit bekomme Chrysler Zugang zu Fiats Fahrzeugplattformen.

Kurz zuvor hatte der Vize-Präsident von Fiat, John Elkann, Verhandlungen des italienischen Autobauers über einen möglichen Einstieg bei dem US-Hersteller Chrysler bestätigt. "Es ist kein Geheimnis, dass wir darüber reden, und das schon seit einiger Zeit", sagte Elkann. Nach Medienberichten über einen möglichen Einstieg war die Fiat-Aktie an der Mailänder Börse am Dienstag in Erwartung einer Mitteilung vom Handel ausgesetzt worden.

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Im Dezember hatte Fiat-Chef Sergio Marchionne gesagt, der Konzern brauche einen Partner, um langfristig überleben zu können.

Laut Wall Street Journal verhandeln die beiden Autobauer zusätzlich über eine spätere Aufstockung auf sogar 55 Prozent. Im Zentrum der Kooperation stünden Klein- und Mittelklassewagen, hieß es übereinstimmend in mehreren Medien.

Beide Hersteller leiden derzeit massiv unter der Talfahrt am Automarkt und der Konjunkturkrise. Chrysler ist nach General Motors und Ford der kleinste der drei großen US-Autobauer. Der Hersteller ist derzeit nur mit Hilfe von Notkrediten der US-Regierung überlebensfähig und sucht dringend Partner. Zuletzt liefen Gespräche mit dem japanischen Hersteller Nissan.

Chrysler kommt über Fiat an dringende benötigte Technik für den Bau von Klein- und Mittelklassewagen, mit einem deutlich geringeren Verbrauch als die jetzigen Modelle. Außerdem fehlt Chrysler seit der Trennung von Daimler die Verbindung auf den europäischen Markt. 

Leser-Kommentare
  1. Nachdem inzwischen viele, unter anderem Daimler Benz, mit einer Beteiligung an Chrysler gescheitert sind, fragt man sich, was FIAT dazu treibt, sich an dieser Firma zu beteiligen. FIAT kann froh sein, wenn es mit seinen eigenen Marken (FIAT, Lancia, Alfa Romeo, Maserati, Ferrari) über die Runden kommt. FIAT kann nicht, wie damals Daimler, jedes Jahr Milliarden Dollar bei Chrysler zuschießen.

  2. Unlängst hatte sich bereits Daimler an Chrysler fast verschluckt, leidlich die restlichen 20% die die Stuttgarter noch an Chrysler halten. Zu zeiten des damaligen Aufkaufs stand Daimler noch ohne Kurzarbeit dar und ist zumindestens von der Kapitaldeckung noch solider als manch anderer Automobilproduzent. Wie also soll das Turiner Unternehmen überzeugen. Selbstverständlich Fiat braucht eine "Eintrittskarte" für den momentan recht fragilen US-Markt im Automobilsektor und umgekehrt..? Chrysler bräuchte schon gute Innivation und Optimismus marktwirtschaftlich Fuss zu fassen.
    Der europäische Markt ist nicht einfacher. Die heimischen Sektoren haben schon trotz jahrzehntelanger Erfahrung genug Schwierigkeiten

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