Nahost-Konflikt Erste Hilfe und Truppenabzug aus Gaza
Zwei Tage nach dem Beginn des Waffenstillstands führt der UN-Generalsekretär Gespräche mit Israel und besucht den Gaza-Streifen. Der Truppenabzug geht weiter

© PATRICK BAZ/AFP/Getty Images
Ein Palästinenser sucht in den Trümmern seines Hauses im Gaza-Streifen nach seinen Habseligkeiten
Ban Ki Moon traf sich an diesem Dienstag in Jerusalem zu Gesprächen mit der israelischen Führung. Der israelische Rundfunk meldete, Ban wolle anschließend in den Gaza-Streifen reisen, um sich dort ein Bild von der Zerstörung zu machen. Er wollte dort auch UN-Einrichtungen besuchen, die während der dreiwöchigen israelischen Militäroffensive unter Beschuss gerieten.
Die israelische Außenministerin Zipi Liwni warnte vor dem Besuch Bans vor einer Stärkung der radikal-islamischen Hamas-Organisation im Rahmen der Bemühungen um einen Wiederaufbau des Gaza-Streifens. Liwni habe Ban während eines Telefongesprächs gesagt, Hamas habe während der Offensive bewiesen, dass sie sich nicht für die Belange der Zivilbevölkerung interessiere. Die Organisation sei bereit, die Interessen ihres eigenen Volkes für ihre Terrorziele zu opfern.
Die Europäische Union bereitete unterdessen humanitäre Hilfe für den Gaza-Streifen vor. EU-Entwicklungskommissar Louis Michel kündigte am Dienstag in Brüssel an, er wolle sich am Sonntag und Montag in Gaza ein Bild über die am dringendsten notwendige Hilfe machen. Die Prager EU-Ratspräsidentschaft teilte mit, drei tschechische Experten seien unterwegs, um den Bedarf für humanitäre Hilfe abzuschätzen.
Israel setzte unterdessen am Dienstag den Truppenabzug aus dem Palästinensergebiet fort. Eine Armeesprecherin sagte am Morgen, es seien noch Soldaten in dem Palästinensergebiet. Es wurde erwartet, dass Israel den Abzug bis zum Nachmittag weitgehend abschließt.
- Datum 07.05.2009 - 13:51 Uhr
- Quelle ZEIT ONLINE, dpa
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