Folgen des Gaza-Kriegs Das Ende der Zweistaatenlösung
Die Palästinenser werden absehbar keinen eigenen Staat bekommen – und der Nahe Osten damit keinen Frieden. Das ist einer der bitteren Schlüsse aus dem Gaza-Krieg

© PATRICK BAZ/AFP/Getty Images
Zertrümmerte Hoffnungen: Palästinenser kehren zu ihren zerbombten Häusern im Gaza-Streifen zurück
Der Gaza-Streifen ist in den drei Wochen des jüngsten Nahostkriegs von der israelischen Armee verwüstet worden; im Westjordanland werden die Palästinenser weiter eingemauert; der Bau israelischer Siedlungen geht ebenfalls in unvermindertem Tempo weiter. Wer angesichts dieser Tatsachen noch von der Zweistaatenlösung als „der einzigen Alternative“ spricht wie Bundeskanzlerin Angela Merkel, betreibt Augenauswischerei.
Europa hat die Bildung eines palästinensischen Staates sogar aktiv unterminiert, indem es eine frei gewählte Regierung der Palästinenser nicht anerkannt hat und danach ohne ein Wort des Protestes zuschaute, wie der Gaza-Streifen von Israel stranguliert wurde. Europa trägt deshalb Mitschuld an der jüngsten Katastrophe in Nahem Osten.
Die Europäer versprechen jetzt massive Aufbauhilfe. Sie zeigen sich angesichts des Leidens im Gaza-Streifen pflichtschuldig besorgt. Geld soll fließen, viel Geld.
Das ist zwar richtig, aber es ist zugleich zynisch. Denn die Palästinenser brauchen diese Hilfe nur, weil ihnen ihre nationalen Rechte verwehrt werden. Lebten die Palästinenser frei in einem eigenen Staat, bräuchten sie nicht humanitäre Hilfe, sondern Unterstützung für den Aufbau ihres Gemeinwesens.
Man hat die Palästinenser zu Bettlern gemacht. Und nun, da ihnen nichts geblieben ist, fürchtet sich Europa davor, dass sie sich jetzt erst recht für die Falschen entscheiden – für die Radikalen von Hamas, für Iran.
- Datum 07.05.2009 - 13:51 Uhr
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