Folgen des Gaza-Kriegs Das Ende der ZweistaatenlösungSeite 2/2
Der Westen tut so, als befände er sich in einem Wettlauf mit der Führung in Teheran. Der Konflikt in Palästina wird auf diese Weise zu einem Stellvertreterkrieg hochstilisiert.
Das ist eine Verzerrung der Wirklichkeit. Iran hat Einfluss im Nahen Osten, Israel fühlt sich aus gutem Grund bedroht. Und zu Recht stellt sich der Westen in dieser tödlichen Auseinandersetzung unmissverständlich auf die Seite Israels.
Doch die Palästinenser sind nicht der verlängerte Arm Irans. Gewiss: Ein Teil von ihnen hat sich in den vergangenen Jahren radikalisiert. Der Wahlsieg von Hamas im Jahr 2006 ist ein Ausdruck davon. Das macht sie aber nicht zu Handlangern Irans.
Die Palästinenser wollen keine Theokratie, sie wollen keine islamistische Revolution – sie wollen einen eigenen Staat, in dem sie frei und sicher leben können. Je länger ihnen das jedoch verwehrt wird, desto mehr besteht die Gefahr, dass der Einfluss Irans wächst.
Die Zweistaatenlösung wäre eine Mittel dagegen. Doch entweder meint es keiner ernst damit, oder keiner ist bereit, das Nötige zu tun, nämlich Druck auf Israel auszuüben. Darum wird der Nahe Osten weiter im permanenten Kriegszustand leben.
- Datum 07.05.2009 - 13:51 Uhr
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