Internet & Jugend Mobbing gefährdet junge Nutzer
Sexuelle Belästigung von Kindern und Jugendlichen in sozialen Netzwerken kommt selten vor, so eine neue Studie. Die Gefahr, gemobbt zu werden, ist größer

© Chris Jackson/Getty Images
Ein Mädchen vor dem Computer. Sie schaut sich die Seiten von Facebook an
Es ist nicht zu leugnen. Auch im Internet bewegen sich Menschen, die Kinder belästigen. Und es sind meist Minderjährige, die in schwierigen familiären Verhältnissen leben, die sich leichtgläubig auf sie einlassen und die Täter sogar treffen. Kinder, die auch in anderen Zusammenhängen gefährlich leben, sind nicht nur für kriminelle Erwachsene besonders anfällig, sondern auch für verbotene oder pornografische Inhalte im Netz.
Auch das hat eine Untersuchung der Internet Safety Technical Task Force bestätigt. Eine Arbeitsgruppe von 49 US-Staatsanwälten hatte sie unter der Leitung des Berkman Center for Internet and Society beauftragt, das Ausmaß der Gefahren für Kinder zu erfassen, die sich in Online-Netzwerken wie MySpace und Facebook bewegen.
Missbrauch ist zwar ein Problem, das sich im Netz neu stellt, weil auch die Täter neue Wege finden, ihre Opfer aufzuspüren. Dass jedoch die Gefahr im Internet besonders groß sei, widerlegt die Untersuchung. Die sozialen Netzwerke haben dem Bericht zufolge das Risiko, von Erwachsenen belästigt zu werden, insgesamt nicht erhöht. Die Task Force hat wissenschaftliche Studien ausgewertet und technische Sicherheits-Tools testen lassen. Die Mitglieder haben nicht nur Forscher sondern auch Experten von 30 Firmen wie AOL, Facebook und MySpace befragt.
Trotzdem weist der Bericht darauf hin, dass noch weiter geforscht werden muss, um die Aktivitäten von Sexualstraftätern im Netz aufzuspüren und rechtzeitig zu unterbinden. Außerdem ist bisher viel zu wenig untersucht worden, wie stark Minderjährige von anderen Minderjährigen belästigt werden. Auch hier besteht noch viel Forschungs- und Handlungsbedarf.
Ähnlich verhält es sich mit Inhalten, die im Internet verfügbar, für Kinder aber problematisch sein können: illegale, Gewalt verherrlichende Seiten oder Pornografie beispielsweise. Zwar besteht die Gefahr, dass Kinder ungewollt darauf stoßen, doch viel wahrscheinlicher ist laut Untersuchung, dass diejenigen solchen Inhalten ausgesetzt sind, die sie aktiv suchen. Auch in diesem Zusammenhang wird zu wenig darauf geachtet, was Kinder und Jugendliche selbst an pornografischen und gewalttätigen Inhalten herstellen und veröffentlichen.
Sehr verbreitet im Web ist nämlich, das hat der Bericht der Task Force hervorgehoben, dass Kinder einander mobben. Kinder und Jugendliche werden in den Netzwerken von ihren Altersgenossen bloßgestellt, diffamiert, beleidigt. Es existieren Diskussionsgruppen, die nur zu dem Zweck gegründet wurden, um Mitschüler zu quälen.
Die Kritik an der Untersuchung ist hart. Sogar einzelne Auftraggeber bemängeln, dass die untersuchten Studien zu alt seien und die Gefahren heruntergespielt würden. Sie kritisieren, dass MySpace, Facebook und Co. die Methoden der Pädophilen erleichtern und nicht genug tun, um ihnen den Zugang zu verbieten.
Doch der Bericht selbst zieht eher eine positive Bilanz. Die Autoren loben einige Technologiefirmen, die innovative Werkzeuge entwickeln, um zumindest einzelne Sicherheitslücken zu schließen. Einen umfassenden Schutz bietet keines. Und der Optimismus ist noch vorsichtig: Die Möglichkeiten von Alterserkennungssoftware sind beispielsweise sehr begrenzt. Die Betreiber der sozialen Netzwerke sind laut Bericht größtenteils kooperativ, wenn es darum geht, die Sicherheit für die Kinder so hoch wie möglich zu halten.
Die Empfehlungen der Task Force: Die sozialen Netzwerke sollten klare Regeln definieren und Standards setzen, wie man mit seinen Daten umgehen soll. Sie sollten technische Sicherheitswerkzeuge anbieten, so weit sie sinnvoll sind. Netzwerke, Polizei, Staatsanwälte, Lehrer und Sozialarbeiter sollten zusammenarbeiten, um Gefahren zu erkennen und Kinder im Umgang mit den neuen Medien zu schulen. Und ohne die Mithilfe der Eltern geht es auch nicht. Sie müssen wissen, was die Kinder tun und selbst lernen, wie die Netzwerke funktionieren.
- Datum 25.03.2009 - 14:15 Uhr
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- Quelle ZEIT ONLINE
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Wenn man dem SPON-Artikel über die Modererscheinung des "Sexting"
(http://www.spiegel.de/net...)
glauben darf, ist die größte Gefahr für Jugendliche, die leichtfertig Photos von sich anfertigen, die, in die Fänge der fanatisierten Moralkämpfer und der für sie maßgeschneiderten Strafgesetze zu geraten (jetzt ja auch in Deutschland, mit seinem unsäglichen Jugendanscheinspornographiegesetz).
Es treffen Welten aufeinander: Die Jugend war nie liberaler als heute, und die vergreisende Rentnermehrheit setzt ein strafrechtliches "Zeichen" nach dem anderen gegen alle medialen Aspekte der Jugendsexualität, aus Furcht, die Jugend könnte weniger verklemmt werden als sie selbst es sind. Und mit jedem Gesetz werden mehr harmlose Mitmenschen zu "Verbrechern" oder Psychos umdefiniert.
Wir brauchen keine gesetzgeberischen "Zeichen der Entschlossenheit" mehr, sondern Gesetze die ganz genau und ausschließlich gefährliche Kriminelle treffen, und alle anderen in Ruhe lassen.
Jugendliche vor ihrer eigenen Doofheit und Kurzsichtigkeit zu schützen.
Denn die Schamgrenze ist spätestens wiederhergestellt, wenn sie sich bewusst
werden, in welchen und vor allem wievielen Händen ihre intimen
Konterfeis unwiderruflich kursieren. Der vermeintliche Gag unter Freunden öffnet der Manipulation, der Häme, dem Spott, dem Mobbing und der Inspiration zu strafbaren Handlungen Tor und Tür.
Hier sind vorrangig Elternhaus und Pädagogen gefordert!
Aber auch Anwälte werden genug zu tun kriegen, wenn Eltern sich der Folgen
bewusst werden ... Dazu bedarf es gar nicht der Meinung der 'vergreisenden Rentnermehrheit', werter Azenion.
Haben Jugendliche sich nichts Anderes mehr zu sagen?
Oder keine Worte mehr für Gefühle, nur noch eindeutige Bilder?
Die sms- und chat-Kommunikation ist schon reduziert genug.
Verklemmtheit ist heute wohl sicher nicht das Problem,
eher Verkümmerung.
"Die sms- und chat-Kommunikation ist schon reduziert genug."
Was genau meinen Sie damit?
Wollen Sie damit ausdrücken, dass die Kommunikation via SMS o.ä. im Vergleich zu "herkömmlicher" Kummunikation sehr prägnant ist?
Da stimme ich ihnen zu!
Wenn sie aber darauf anspielen, dass sms- und chat-Kommunikation im Vergleich zu "herkömmlicher" Kommunikation minderwertig seien, dann sind Sie wohl eher auf dem Holzweg.
Sorry, aber genau das ist ein sich tapfer haltendes Vorurteil.
Es wurde unlängst z.B. in einer englischen Studie von einem gewissen David Crystal bewiesen, dass beispielsweise die Sprachkenntnisse oder die Fähigkeit zu "normaler" Kommunikation durch häufige Nutzung der von ihnen benannten Kommunikationswege oder auch durch Benutzung von "Kürzelsprache" allgemein, nicht beeinträchtigt werden.
Im Gegenteil soll der dadurch gesteigerte "Leseumsatz" sogar diese Fähigkeiten schulen.
Außerdem, so finde ich, stellen diese neuen Wege der Kommunikation eine Bereicherung für die Sprache dar. Sie schließen bereits etablierte Worte und Satzgebilde nicht aus und integrieren dazu noch neue.
Ich verstehe deshalb offen gesagt, die um dieses Thema oftmals herrschende Aufregung nicht.
"Die sms- und chat-Kommunikation ist schon reduziert genug."
Was genau meinen Sie damit?
Wollen Sie damit ausdrücken, dass die Kommunikation via SMS o.ä. im Vergleich zu "herkömmlicher" Kummunikation sehr prägnant ist?
Da stimme ich ihnen zu!
Wenn sie aber darauf anspielen, dass sms- und chat-Kommunikation im Vergleich zu "herkömmlicher" Kommunikation minderwertig seien, dann sind Sie wohl eher auf dem Holzweg.
Sorry, aber genau das ist ein sich tapfer haltendes Vorurteil.
Es wurde unlängst z.B. in einer englischen Studie von einem gewissen David Crystal bewiesen, dass beispielsweise die Sprachkenntnisse oder die Fähigkeit zu "normaler" Kommunikation durch häufige Nutzung der von ihnen benannten Kommunikationswege oder auch durch Benutzung von "Kürzelsprache" allgemein, nicht beeinträchtigt werden.
Im Gegenteil soll der dadurch gesteigerte "Leseumsatz" sogar diese Fähigkeiten schulen.
Außerdem, so finde ich, stellen diese neuen Wege der Kommunikation eine Bereicherung für die Sprache dar. Sie schließen bereits etablierte Worte und Satzgebilde nicht aus und integrieren dazu noch neue.
Ich verstehe deshalb offen gesagt, die um dieses Thema oftmals herrschende Aufregung nicht.
Die Kommunikationskultur in deutschen Foren ist oberübel. Ich sehe da gewisse Gemeinsamkeiten mit dem deutschen Autofahrerklischee: Die anderen, das ist der Feind, dem man das Leben schwer machen muss.
Natürlich trifft das nicht auf alle zu, aber ich selbst habe mich aus deutschen Foren verabschiedet und bin nur noch in englischen aktiv, weil der Umgangston dort generell höflicher ist (sofern es nicht um Politik geht, aber das ist ein anderes Thema...).
In einem deutschen Message Board eine Diskussion über subjektive Dinge zu führen, also über persönliche Meinungen zu egal was, ist schier unmöglich, ohne dass jemand durch unsachliche oder sogar verletzende Kommentare die Diskussion hochschaukelt und zum handfesten Streit eskalieren lässt. Äußert man eine Meinung über einen Film oder Schauspieler, die nicht positiv ist, wird sich schnell ein eifriger Fan finden, der einem die wüstesten Sachen an den Kopf wirft und die Kredibilität des Autors in Zweifel zieht.
"Die sms- und chat-Kommunikation ist schon reduziert genug."
Was genau meinen Sie damit?
Wollen Sie damit ausdrücken, dass die Kommunikation via SMS o.ä. im Vergleich zu "herkömmlicher" Kummunikation sehr prägnant ist?
Da stimme ich ihnen zu!
Wenn sie aber darauf anspielen, dass sms- und chat-Kommunikation im Vergleich zu "herkömmlicher" Kommunikation minderwertig seien, dann sind Sie wohl eher auf dem Holzweg.
Sorry, aber genau das ist ein sich tapfer haltendes Vorurteil.
Es wurde unlängst z.B. in einer englischen Studie von einem gewissen David Crystal bewiesen, dass beispielsweise die Sprachkenntnisse oder die Fähigkeit zu "normaler" Kommunikation durch häufige Nutzung der von ihnen benannten Kommunikationswege oder auch durch Benutzung von "Kürzelsprache" allgemein, nicht beeinträchtigt werden.
Im Gegenteil soll der dadurch gesteigerte "Leseumsatz" sogar diese Fähigkeiten schulen.
Außerdem, so finde ich, stellen diese neuen Wege der Kommunikation eine Bereicherung für die Sprache dar. Sie schließen bereits etablierte Worte und Satzgebilde nicht aus und integrieren dazu noch neue.
Ich verstehe deshalb offen gesagt, die um dieses Thema oftmals herrschende Aufregung nicht.
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