Gaza-Krieg Israel beginnt Teilabzug

Hält der Waffenstillstand, werden die Truppen weiter abrücken. Bis zur Amtseinführung Obamas sollen sie aus Gaza abgezogen sein, berichten Medien

Israelische Soldaten auf Patrouille an der Grenze zum Gaza-Streifen

Israelische Soldaten auf Patrouille an der Grenze zum Gaza-Streifen

Nach Israel haben auch die militanten Palästinensergruppen im Gaza-Streifen eine Feuerpause verkündet. Jetzt zieht Israel Teile seiner Truppen zurück. Der Abzug begann am Sonntag und soll am Montag "schrittweise" weitergehen, wie ein Armeesprecher erklärte. Die Soldaten seien jedoch bereit, auf Angriffe radikaler Palästinenser zu reagieren. Er könne nicht sagen, wann der Rückzug abgeschlossen sein werde. Der israelische Fernsehsender Channel 10 zeigte am Sonntagabend fahrende Panzer und lächelnde Infanteristen, die auf dem Weg zur Grenze waren.

Auf palästinensischer Seite war am Sonntag eine Waffenruhe von einer Woche erklärt worden. Die radikal-islamische Hamas verlangte, in dieser Zeit müsse Israel alle seine Soldaten aus dem Gazastreifen abziehen. Der amtierende israelische Ministerpräsident Ehud Olmert sagte, wenn die Waffenruhe halte, würden die Truppen "so bald wie möglich" abziehen.

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Israel macht den Abzug davon abhängig, dass keine neuen Raketen auf den Süden des Landes abgeschossen werden. Geschehe das nicht, "ist die Armee darauf vorbereitet", sagte Olmert zu Beginn der wöchentlichen Kabinettssitzung in Jerusalem. "Wir werden ohne zu zögern das tun, was getan werden muss." Die israelische Armee hatte in der Nacht zum Sonntag ihre Angriffe auf den Gaza-Streifen eingestellt.

Der israelische Onlinedienst ynet zitierte hochangesiedelte israelische Quellen mit der Aussage, dass die Truppen bis zur Amtseinführung des neuen US-Präsidenten Barack Obama am Dienstag zurückgezogen werden sollten, falls nichts Unvorhersehbares geschehe. Dies sei den europäischen Spitzenpolitikern bei ihrem Besuch gesagt worden.

"Damit gesichert ist, dass der Waffenstillstand hält, muss Israel die Hamas davon abhalten, sich neu zu bewaffnen", sagte Olmert bei einem Treffen mit Bundeskanzlerin Angela Merkel und anderen europäischen Staats- und Regierungschefs. Olmert zufolge sicherten ihm die europäischen Gesprächspartner zu, sich für die Unterbindung des Waffenschmuggels in den Gazastreifen einsetzen zu wollen. "Diese Zusicherungen müssen in die Realität umgesetzt werden", sagte er.

Leser-Kommentare
  1. Wir sind ganz brav, Barack, ehrlich!!

  2. So lange Israel nicht begreift, dass Landraub und Unterdrückung keine Basis für eine Zukunft sein kann - solange werden die Palästinenser weiter um ihr gerubtes Land kämpfen.

    Das hatte schon Ben Gurion erkannt - und Israel leider völlig verdrängt.

    "Warum sollten die Araber Frieden schließen? Wäre ich ein arabischer Führer, würde ich niemals mit Israel verhandeln. ....... Es gab Antisemitismus, die Nazis, Hitler, Auschwitz, aber war das deren Schuld? Das Einzige, was die sehen ist: Wir kamen her und stahlen ihr Land. Warum sollten die das akzeptieren?"

    http://de.wikipedia.org/w...

    Israel hatte nach 1967 die wohl einmalige Chance, aus einer Position der Stärke ein friedliches Miteinander zu erzwingen.

    Statt dessen hat Israel sich so verhalten wie jeder x-beliebige Besatzer auch. So wie Frankreich in Algerien, so wie die USA in Vietnam, so wie die Buren in Südafrika.

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