Jahreswirtschaftsbericht Tiefste Rezession seit 60 Jahren
Im Jahreswirtschaftsbericht nimmt die Bundesregierung ihre Prognosen drastisch zurück: Um 2,25 Prozent wird die Wirtschaft vermutlich schrumpfen
Das Kabinett hat den neuen Jahreswirtschaftsbericht mit dem Titel "Konjunkturgerechte Wachstumspolitik" verabschiedet. Darin korrigiert die Regierung ihre Konjunkturprognosen wegen der Finanz- und Wirtschaftskrise drastisch nach unten. Sie rechnet mit einer Schrumpfung der Wirtschaftleistung im laufenden Jahr um 2,25 Prozent. Das wäre der stärkste Einbruch in der Geschichte der Bundesrepublik. Bislang war offiziell noch von einem Mini-Wachstum von 0,2 Prozent ausgegangen worden.
"Deutschland befindet sich in einer tiefen Rezession", heißt es in dem Bericht. Die Deutsche Wirtschaft stehe vor ihrer größten Herausforderung seit der Wiedervereinigung.
Auch am Arbeitsmarkt werde sich die Rezession deutlich negativ bemerkbar machen, heißt es weiter. Allerdings werde der Beschäftigungsabbau 2009 wohl weniger drastisch ausfallen als in früheren Abschwungphasen. Die Regierung rechnet im Jahresdurchschnitt mit einem Anstieg der Arbeitslosenzahl um rund 250.000. Das ergäbe eine Gesamtzahl von rund 3,5 Millionen Arbeitslosen, die allerdings in dem Bericht nicht genannt wird. Die Arbeitslosenquote würde entsprechend auf 8,4 Prozent und damit um 0,6 Punkte steigen.
Deutlicher fällt der Einbruch beim Vergleich der Daten für das vierte Quartal 2008 mit der Prognose für das Schlussquartal 2009 aus: Hier würde sich dem Bericht zufolge ein Zuwachs der Arbeitslosenzahl um 500.000 ergeben.
Positive Nachrichten für die Verbraucher birgt der Bericht bei der Preisentwicklung: Da die Energiepreise zurückgehen, rechnet die Regierung für dieses Jahr bei den Verbraucherpreisen lediglich noch mit einem minimalen Anstieg um 0,5 Prozent nach 2,6 Prozent in 2008.
Stark abwärts wird es dagegen der Prognose zufolge vor allem mit den Investitionen gehen. Bei den Ausrüstungsinvestitionen geht die Regierung von einem Einbruch um 11,9 Prozent aus. Der Export werde um 8,9 Prozent absacken, die Importe um fünf Prozent.
- Datum 21.01.2009 - 13:21 Uhr
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- Quelle ZEIT ONLINE, Reuters
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