Recht Wenn Mütter gemobbt werdenSeite 2/2
ZEIT ONLINE:
Die wenigsten Arbeitnehmerinnen wollen gleich vor Gericht ziehen. Welche Möglichkeiten können sie im Vorfeld ergreifen?
Koch:
Man sollte auf jeden Fall rechtzeitig den Betriebsrat einschalten, sofern es einen gibt. Bei Kleinbetrieben ist das allerdings schwierig. Allgemein rate ich jedem Betroffenen, eine Art "Mobbing-Tagebuch" zu führen und dort dezidiert aufzuschreiben, was genau vorgefallen ist. Die meisten Mobbing-Fälle scheitern vor Gericht nämlich daran, dass die Betroffenen die einzelnen Aktivitäten nicht mehr benennen können und keine Beweise gesammelt haben. Vor allem, wenn sie, wie 50 Prozent meiner Mandanten, bereits krankgeschrieben und gar nicht mehr in ihrem Job tätig sind.
ZEIT ONLINE:
Gibt es Branchen, in denen Mobbing besonders häufig vorkommt?
Koch:
Grundsätzlich kann jeder zum Opfer werden, vom Fließbandarbeiter bis zur Führungskraft. Allerdings kann man schon sagen, dass es häufiger bei Menschen zu Mobbing-Fällen kommt, die mehr Verantwortung tragen.
ZEIT ONLINE: Was können speziell Frauen bereits während der Elternzeit tun, um solche Entwicklungen zu vermeiden?
Koch:
Ich würde ihnen raten, schon mindestens ein halbes Jahr vor Ende der Elternzeit ihren Arbeitgeber darauf hinzuweisen, wann sie wieder zurückkommen. Dann geraten sie nicht so schnell in Vergessenheit, und der Arbeitgeber kann sich darauf einstellen und seine Planung danach ausrichten.
Die Fragen stellte Carolin Ströbele
- Datum 25.02.2009 - 16:09 Uhr
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