Obamas Amtsantritt Sein längster Tag
Die Welt schaut auf Washington: Barack Obama legt um 18 Uhr mitteleuropäischer Zeit seinen Eid ab. Für ihn ist das Tagesprogramm danach aber noch lange nicht zu Ende.

© STAN HONDA/AFP/Getty Images
Amerika und die Welt in gespannter Erwartung: Heute wird der neue US-Präsident, Barack Obama, vereidigt
Stunden vor der Vereidigung von Barack Obama zum Präsidenten der USA strömen bereits Abertausende begeisterte Menschen in das Zentrum von Washington. Noch vor Sonnenaufgang versammelten sie sich, dick eingepackt gegen die Kälte, an den Sicherheitskontrollen. Um zwölf Uhr Mittags dann schaut die Welt auf die US-Hauptstadt, genauer: zum Kapitol im Herzen Washingtons.
Dann wird Barack Obama seine linke Hand auf die Bibel legen und die 35 Wörter sprechen, welche die amerikanische Verfassung vorschreibt: "I do solemnly swear that I will faithfully execute the office of President of the United States, and will to the best of my ability, preserve, protect and defend the Constitution of the United States." Dieses Versprechen des Präsidenten, nach besten Kräften die Verfassung der Vereinigten Staaten zu achten und zu beschützen, nimmt der oberste Richter des Supreme Court, John G. Roberts, ab. Obamas Frau Michelle wird dabei neben dem neuen Präsidenten stehen.
Die Bibel, auf die der 47-Jährige schwört, gehörte einst Abraham Lincoln – Obamas großes Vorbild als Staatslenker. Vor der steinernen Statue Lincolns wird der 44. Präsident der Vereinigten Staaten dann eine kurze Rede halten. Obama wird über Verantwortung in der Politik und der Wirtschaft sprechen, verrieten seine Berater.
Vor wenigen Tagen hatte Obama mit seinen Töchtern das Lincoln Memorial in Washington besucht. Die Amtseinführungs-Rede des bedeutenden Präsidenten, der 1860 zum ersten Mal gewählt wurde, und in seiner ersten Amtszeit die Sklaverei verbot, steht dort in Stein gehauen. "Das ist aber eine lange Rede", seufzten die Mädchen. "Die ist vergleichsweise kurz", antwortete ihr Vater. "Vielleicht wird meine länger." Doch länger als 15 Minuten soll die Ansprache nicht dauern – mehr Zeit sieht das strenge Protokoll nicht vor. Denn das Programm geht zügig weiter. Im Anschluss an die Ansprache trägt die Lyrikerin Elizabeth Alexander ein Gedicht vor, das sie über Obama geschrieben hat.
Den üblichen Segen für den Amtsneuling erteilt dann Methodisten-Prediger Joseph Lowery, ein Weggefährte von Martin Luther King. Zum Abschluss der Zeremonie erheben sich Politiker, Ehrengäste und Zuschauer zur Nationalhymne, die ein Orchester der Marine spielt.
Die meisten Zuschauer haben dann bereits mehrere Stunden ausgehalten. Denn der Amtseinführungs-Tag beginnt bereits um 10 Uhr Ortszeit (16 Uhr in Deutschland) mit Militärmusik der United State Marine Band und Gesang eines Kinderchors aus San Fransisco. Danach begrüßt Dianne Feinstein, die demokratische Senatorin von Kalifornien, die rund 240.000 Zuschauer vor dem Kapitol.
- Datum 20.01.2009 - 16:55 Uhr
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- Quelle ZEIT ONLINE
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