Washington Hunderttausende warten auf Obama

Die Massen strömen bei klirrender Kälte zusammen, um den Amtseid des ersten schwarzen US-Präsidenten zu erleben. Der Park vor dem Kapitol wurde bereits geschlossen

Washington platzt aus allen Nähten: Schon Stunden vor der Amtseinführung des 44. Präsidenten Barack Obama strömen Abertausende Menschen in das Stadtzentrum, um bei seinem Amtseid dabei zu sein.

Bei Temperaturen um Minus sieben Grad zogen die Menschen bereits am frühen Morgen mit Decken und Schlafsäcken ins Zentrum der US-Hauptstadt, viele trugen Obama-Mützen, Obama-Schals und Obama-Sweatshirts. An Kontrollposten zu den Zuschauerzonen rund um das Kapitol bildeten sich Hunderte Meter lange Menschenschlangen. Die Zeremonie zum Amtsantritt findet um 18.00 Uhr deutscher Zeit statt. Am National Mall, dem langgezogenen Park vor dem Kapitol in Washington, werden mehr als eine Million Menschen erwartet. Inzwischen wurde der Park Berichten des US-Fernsehsenders ABC zufolge wegen Überfüllung geschlossen, auch Besucher mit Eintrittskarten kommen nach Meldungen der Washington Post nicht mehr auf das Gelände.

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Schon die frühen Züge in die Hauptstadt waren überfüllt, und an den Parkplätzen zum Nahverkehr bildeten sich Staus, die U-Bahnen der Stadt sind inzwischen komplett überfüllt. Große Teile des Stadtzentrums sind für Autos gesperrt, zudem herrscht höchste Sicherheitsstufe:  23.000 Polizisten und 17.000 Soldaten der Nationalgarde und anderer Streitkräfte überwachen die Route und die Innenstadt von Washington, das sind mehr Sicherheitskräfte als bei allen bisherigen Amtseinführungen. Auch der Luftraum wird überwacht.

In den vergangenen Tagen waren Menschen aus dem ganzen Land in Richtung der Hauptstadt aufgebrochen, in Flugzeugen, Zügen, Bussen oder in stundenlangen Autofahrten. Schon in der Nacht herrschte in Washington "Obama-Mania" auf Bällen, deren Besucher in formeller Abendgarderobe die Wahl des Demokraten feierten.

Obama selbst besuchte am Morgen gemeinsam mit seiner Familie und den Angehörigen des Vize-Präsidenten Joe Biden einen Gottesdienst. Inzwischen befindet sich Obama auf dem Weg zum Kapitol, wo er seinen Amtseid leisten wird. Zuvor hatte er den scheidenden Amtsinhaber George W. Bush und dessen Frau im Weißen Haus zum Kaffee getroffen. Für den mehr als 220 Jahre alten Eid hat Obama die Bibel ausgesucht, die Abraham Lincoln 1861 benutzt hatte – der Präsident, der die Sklaven befreite und das Land im Bürgerkrieg durch seine schwersten Stunden lotste. Den Segen für den Amtsneuling erteilt Methodisten-Prediger Joseph Lowery, ein Weggefährte von Martin Luther King.

Zunächst wird allerdings Vize-Präsident Joe Biden seinen Amtseid leisten. Obama wird nach der Zeremonie seinen Vorgänger zum Flughafen begleiten und danach an einem Festessen im Kapitol teilnehmen. Danach folgt die traditionelle Parade, bei der die Obamas in der Präsidentenlimousiene von der Pennsylvania Avenue zum Weißen Haus fahren werden.

 
Leser-Kommentare
    • Zack34
    • 20.01.2009 um 16:50 Uhr

    Jetzt kann er bei DEN Erwartungen nur scheitern.

    Woher holen sich die Leute diese naiven Gefühlsausbrüche und Hoffnungen her? Zumal er inzwischen etliche ehem. Mitglieder der Clinton-Clique in die Ämter gehoben hat und ber. dabei alles, nur keinen Neuanfang (wie versprochen) gestartet hat.

    Außerdem besteht unter diesen Randbedingungen ernsthafte Gefahr, dass ihn der Star-Syndrom erwischt, und er dadurch selbstgefällig wird, falls dies nicht ohnehin ber. passiert.

    Möge er den Versuchungen widerstehen

    Zack34

  1. @Zack

    Was haben Sie erwartet?! Wir reden hier von einem Ereignis der Kategorie "Mondlandung", "Declaration of Independence" etc. pp.

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