US-Aussenpolitik Der Realismus früherer Tage
Barack Obama wird den Unilateralismus der Bush-Regierung hinter sich lassen. Und Europa sollte dazu beitragen, ihm einige schnelle diplomatische Erfolge zu verschaffen

© Lorie Jewell/U.S. Army via Getty Images
Barack Obama im Irak, Juli 2008
Der US-Amerikaner Scott Stock Gissendanner ist Juniorprofessor am Seminar für Politikwissenschaft an der Georg-August-Universität in Göttingen
Am 20. Januar tritt Barack Obama sein Amt als 44. US-Präsident an. Die Europäer erwarten viel Gutes vom ihm. Eine Erwartungshaltung, die zum Teil aus ihrer Wut gegen Georg W. Bush und seiner Außenpolitik herrührt. Bush und seine außenpolitischen Berater hatten geglaubt, die USA müssten ihre historisch einmalige Überlegenheit nutzen und mit Waffengewalt eine neue Weltordnung durchsetzen.
Die Vorstellung, dass die politischen Kräfteverhältnisse der Welt durch den Einsatz der Armee neu geordnet werden können, war ein klarer Bruch mit der sogenannten "realistischen" Doktrin des Kalten Krieges. Sie besagte, dass das Militär nur maßvoll eingesetzt werden sollte, als unmittelbare Antwort auf offene Aggressionen des Gegners.
Ein zweiter Bruch mit dem Realismus dieser Zeit war der unverfrorene Unilateralismus der Bush-Regierung. Der Kalte Krieg erforderte ein anderes Vorgehen: Partnerschaften und Allianzen mussten so breit und stabil wie möglich sein, um der sowjetischen Bedrohung begegnen zu können und die USA hatten nie vor, die Sowjetunion alleine anzugreifen. Stattdessen zeigten sie, dass der Kommunismus eine globale Bedrohung war. Dieser Ansatz, verbindende Sicherheitsinteressen zu betonen, erwies sich auch nach dem Ende der Block-Konfrontation als nützlich. Die Außenpolitik der Bush-Regierung hat diese Prinzipien über Bord geworfen.
Die USA kämpfen heute an drei Fronten: in den Kriegen im Irak und in Afghanistan sowie im diffusen Meta-Krieg gegen den Terrorismus. Während Amerika seine Glaubwürdigkeit in einer irrwitzigen Suche nach nicht-existierenden Massenvernichtungswaffen im Irak verschleuderte, brachten Nordkorea und der Iran ihre Atomwaffenprogramme voran. Ebenso unsinnig waren die aggressiven and naiven Versuche der USA, den US-amerikanischen Einfluss in Russlands Nachbarstaaten zu vergrößern. So wurden alle Chancen auf verbesserte Beziehungen mit Russland vergeudet. Bushs bedingungslose, religiös begründete Unterstützung Israels hat wohlmöglich die derzeitige Invasion des Gaza-Streifens befördert. Und zuletzt haben Spannungen zwischen Pakistan und Indien, die von Terroranschlägen in Bombay ausgelöst wurden, es schwieriger gemacht, Koalitionen für Afghanistan zu bilden.
Die Europäer erwarten, dass Barack Obama sich dieser Herausforderungen mit europäischen Mitteln annimmt, also mit multilateralen Verhandlungen, unter Einhaltung des Völkerrechts, mit vorrangig "weichen" Mitteln wie Entwicklungshilfe oder mittels kulturellem Austausch. Vor allem erwartet Europa einen Abzug der Amerikaner aus dem Irak, mehr Objektivität im Nahost-Konflikt und dass die USA Terror nicht mit Bomben, sondern mit polizeilichen Mitteln bekämpft.
- Datum 19.01.2009 - 19:11 Uhr
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- Serie opi
- Quelle ZEIT ONLINE
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Zusammenhalt!
Insofern kann man sich als Europäer nur wünschen, dass die Politiker hierzulande nicht nur ständig in kleingeistigen, nationalen Interessen denken, sondern sich darauf besinnen, dass wir alle Menschen sind.
Viele Krisenherde sind im Grunde Ausdruck völlig verfehlter Zielsetzungen. Sowohl der Herrschenden als auch der Wirtschaftenden.
Die Herausforderungen der sich ausweitenden Wirtschaftskrise kann die Welt nur gemeinsam lösen. Schließlich muss die Welt neu gedacht werden da viele aktuelle und zukünftige Probleme Teil der aktuellen Wirtschaftssysteme an sich sind.
ach ja: die wirtschaftliche Kriese in engem Zusammenhalt mit den USA zu lösen würde heißen die nächste Blase zu bilden.
ach ja: die wirtschaftliche Kriese in engem Zusammenhalt mit den USA zu lösen würde heißen die nächste Blase zu bilden.
Ich denke eher Obama könnte einen außenpolitischen Sieg erringen, indem er den Krieg gegen die Taliban aufgibt. Dies wäre dann eben mit einer militärischen Niederlage verbunden....
Ich sehe überhaupt keinen Sinn im Krieg gegen die Taliban und was es Europa nutzen sollte den Amerikanern bei Ihrem stupiden Krieg zu helfen....
Die Aussage "Die Europäer sind gut beraten, Obama und die Multilateralisten zu unterstützen, auch wenn sich in Europa Unzufriedenheit über seine Politik einstellen sollte." strotzt nur so von Arroganz und stellt einen ganz großen Tritt ins Fettnäpfchen dar, für einen Professor, der auch nur schon einmal in Europa war. (Dieser Professor lehrt anscheinend auch noch in Deutschland und sollte daher mit einem Fußtritt in einen Flieger komplementiert werden, der zurück in sein kaputtes Land fliegt, um dann unter dem Jubel seiner Landsleute auf dem Hudson River landen zu können)
Obama könnte gut beraten sein sich an Europa Außenpolitisch zu orientieren und nicht umgekehrt. Er wird aber relativ schnell feststellen, dass er dadurch an der wirtschaftlichen Misere seiner Landes nichts ändern kann. Es wird schon einen großen Krieg brauchen um sie zu lösen. Wir Europäer sollen uns hüten uns an Amerika zu orientiern und den nächsten großen Krieg muss Amerika ohne uns führen.
sollten wir unserer großen Freunde von der anderen Seite des Atlantik einfach bitten, doch gleich für uns die Euros mitzudrucken, damit wir unsere Probleme auch einmal auf die elegante Art lösen können, sprich: ohne uns die Schulden vom Munde absparen zu müssen. Sobald die Druckmaschinen auf Hochtouren laufen, sollte es kein Problem sein, zwischendurch noch eine zweite Währung aufzulegen...
sollten wir unserer großen Freunde von der anderen Seite des Atlantik einfach bitten, doch gleich für uns die Euros mitzudrucken, damit wir unsere Probleme auch einmal auf die elegante Art lösen können, sprich: ohne uns die Schulden vom Munde absparen zu müssen. Sobald die Druckmaschinen auf Hochtouren laufen, sollte es kein Problem sein, zwischendurch noch eine zweite Währung aufzulegen...
ach ja: die wirtschaftliche Kriese in engem Zusammenhalt mit den USA zu lösen würde heißen die nächste Blase zu bilden.
Im Grunde kann man sowohl der Ananlyse der letzten Jahre, als auch der Schlussfolgerung zustimmen, obwohl ich die Kernaussage umdrehen würde: Obama und Amerika müssen sich auf die Europäer zubewegen um gemeinsame Erfolge wieder zu ermöglichen und nicht umgekehrt.
In diesem Sinne erscheint der letzte Satz völlig daneben und noch der Bushrhetorik zu entspringen, die für die vergeigte Aussenpolitik immer die anderen in die Verantwortung nehmen wollte. Was in Afghanistan passiert ist ja eben eine Folge dieser fatalen Verwechslung von staatlichem Handeln und privatem Terrorismus. In erster Linie müssen da die Amerikaner umdenken und nicht nach zig Jahren Krieg schon wieder versuchen mit Feldoffensiven Frieden herzustellen.
sollten wir unserer großen Freunde von der anderen Seite des Atlantik einfach bitten, doch gleich für uns die Euros mitzudrucken, damit wir unsere Probleme auch einmal auf die elegante Art lösen können, sprich: ohne uns die Schulden vom Munde absparen zu müssen. Sobald die Druckmaschinen auf Hochtouren laufen, sollte es kein Problem sein, zwischendurch noch eine zweite Währung aufzulegen...
Das wäre dann auch gleich ein außenpolitischer Erfolg von Obama gleich einen so riesigen Auftrag an Land zu ziehen. Es wird sich nämlich um einen großen Auftrag handeln, weil ein paar Euro werden nicht reichen.
Das wäre dann auch gleich ein außenpolitischer Erfolg von Obama gleich einen so riesigen Auftrag an Land zu ziehen. Es wird sich nämlich um einen großen Auftrag handeln, weil ein paar Euro werden nicht reichen.
Das wäre dann auch gleich ein außenpolitischer Erfolg von Obama gleich einen so riesigen Auftrag an Land zu ziehen. Es wird sich nämlich um einen großen Auftrag handeln, weil ein paar Euro werden nicht reichen.
Europa strotzt vor stolzgeschwellter Brust
:-D
Ob man dabei nicht den Überblick verliert ?
Logik des Zeit-Beitrags ?
Zunächst einmal führten die USA (nur für die Liebhaber einer Saddam-Erhaltenden Politik)
das Argument mit den Massenvernichtungswaffen,
weil UN-Völkerrecht an allen Stellen mit Füssen getreten wurde
und die "Massenvernichtungswaffen" den Zwang erhöhen sollten,
endlich zu handeln (was im Gemeinsamen handeln anders ausgegangen wäre.)
Zweitens wird nun der Vorwurf erhoben,
Iran und Nordkorea hätten im Schatten des Irak-Konflikts
ihre Atomarsenale (zumindest) weiter entwickelt.
# Die USA kämpfen heute an drei Fronten: in den Kriegen im Irak und in Afghanistan sowie im diffusen Meta-Krieg gegen den Terrorismus. Während Amerika seine Glaubwürdigkeit in einer irrwitzigen Suche nach nicht-existierenden Massenvernichtungswaffen im Irak verschleuderte, brachten Nordkorea und der Iran ihre Atomwaffenprogramme voran.
Mal eine bescheidende Frage:
Haben hier nicht alle die USA aus der Verantwortung genommen ?
Hat die USA IN ZUKUNFT vielleicht wieder die Probleme zu lösen,
die "Friedenspolitik" nicht geleistet hat ?
Der Zeit-Beitrag scheint in sich verworren, wunschgläubig und in sich widersprüchlich zu sein.
Vor allem aber betont er zum X-ten mal was uns Massenmedien
nun seit Jahren brühwarm vorkauen.
Offenbar eine Angst sich einmal neu geistig mit dem Thema beschäftigen zu wollen
und alte laute Pfade zu verlassen.
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