Pressestimmen zu Obama "Das Ende der geistigen Magersucht"
Die Kommentare in der Presse widmen sich der neuen intellektuellen Linie im Weißen Haus. Doch wird auch gewarnt: Irgendwann muss Obama Erfolge abrechnen

© Tasos Katopodis/Getty Images
Weltweit Titelthema: Obama
Obamas Stocken irritierte Millionen. Als der künftige Präsident in der zweiten Zeile des Amtseids stockte, glaubten viele an eine Schwäche seines Gedächtnisses. Was die Basler Zeitung betonen lässt, dass Obama "auch nur ein Mensch" ist. Mit jemandem, der auch Schwächen zeigt, fällt die Identifikation leicht. "Da wirkt seine Aufforderung an uns alle nur noch glaubwürdiger, ihn bei seiner Aufgabe zu unterstützen", kommentiert die Zeitung.
Nach seiner Antrittsrede beleuchten viele Leitartikel Obamas Charisma, seine Mittel und seine Chancen, die vor ihm liegenden Aufgaben zu erfüllen. Viel Konkretes hat die Osnabrücker Zeitung in seinen Worten dazu nicht gefunden: "Die eigentliche Botschaft der packenden Amtseinführung ist vielmehr der neue Stil, der seine Präsidentschaft prägen soll." Die Salzburger Nachrichten sehen in Antrittsreden amerikanischer Präsidenten ohnehin nur Botschaften für das eigene Land und die Welt: "Im besten Fall zeigen sie intellektuelle Grundlagen für die kommende Präsidentschaft. Dies ist dem neuen Mann im Weißen Haus gelungen, nebenbei auf eine nach acht Jahren geistiger Magersucht im Weißen Haus erfrischend wohltuende Art und Weise."
Die spanische El Mundo aus Madrid lobt auch die menschlichen Fähigkeiten des künftigen Präsidenten: "Barack Obama bewies bislang, dass seine größte Qualität darin besteht, in schwierigen Zeiten Hoffnung und Optimismus zu verbreiten. Mit dieser Fähigkeit allein löst man noch keine Probleme, aber sie kann sich als ein wichtigster Trumpf erweisen." Zuversicht zeigt auch die Offenbach-Post , dass Obama das Erbe Bushs überwinden kann: "Weil aber der neue Mann im Weißen Haus psychologisch Akzente setzen und politische Gräben überwinden kann wie wenige vor ihm, besteht durchaus die Chance für ein Happy End in der Geschichte, deren erstes Kapitel gestern so glamourös begonnen hat."
Von seiner Rede enttäuscht zeigt sich die konservative spanische Zeitung ABC, liefert zugleich aber eine Erklärung: "Viele Teilnehmer der Zeremonie hätten es sich vielleicht gewünscht, dass der neue US-Präsident konkretere Hinweise auf seine ideologischen Präferenzen gegeben hätte. Die Begeisterung hielt sich daher in Grenzen. Obama hielt jedoch die Rede eines Präsidenten und nicht die eines Wahlkämpfers. Das ist ein großer Unterschied."
- Datum 21.01.2009 - 14:42 Uhr
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- Quelle ZEIT ONLINE, dpa, tst
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Ein leeres Faß dröhnt am lautesten.
Gerd, Chicago
Wer den Eid kennt und genau aufpasste, musste erkennen, dass sich der auf Lebenszeit gewählte Oberste US-Richter versprach. Zweimal. Obama gab ihm lächelnd eine Chance zur Korrektur - daher sein Zögern.
Genauer: Der Richter hatte das Verb "faithfully" weiter im Satzaufbau nach hinten verlagert, was Obama sofort erkannte und zögerte bis der Richter das Wort ergriff und sich dabei erneut korrigieren musste.
Hier ist ein LINK:
http://uspolitics.america...
Der Richter bekommt sicherlich eine Chance, es das nächste Mal besser zu machen.
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