Obamas Amtsbeginn Alles auf Neustart

Obama hat mit seiner Familie das Weiße Haus bezogen, der Amtswechsel verlief so reibungslos wie der Umzug. Die neue Regierung macht sich gleich an die Arbeit

So schnell kann es gehen, eine Eidesformel und Barack Obama war neuer Präsident und George W. Bush Geschichte. Bis 12 Uhr mittags am Dienstag hatte der Republikaner noch alle Macht, fünf Minuten später war er machtlos. Während Barack Obama vom Kapitol aus vorbei an Hunderttausenden begeistert winkenden und Fahnen schwenkenden Menschen zum Weißen Haus schritt, verschwand George W. Bush nach einem kurzen militärischen Zeremoniell sang und klanglos nach Texas. So will es das Gesetz – und so wolle es die demokratische Tugend Amerikas, lobte Senatorin Dianna Feinstein in ihrer kurzen Inaugurationsrede.

Der Regierungswechsel geschieht in Amerika meist reibungslos, Bush hat den Übergang besonders glatt gestaltet. In den sechs Stunden zwischen Bushs Abschied aus dem Weißen Haus und Obamas Ankunft wurde in dessen neuem Zuhause alles komplett aus- und wieder eingeräumt.

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Nachdem der Präsident-im-Wartestand den Noch-Präsidenten abgeholt hatte und sich gemeinsam mit ihm zur Vereidigung ins Kapitol begab, fuhren zwei Umzugsunternehmen vorm Weißen Haus vor, luden Obamas Möbel aus und Bushs Möbel ein. Etwa 60 Bedienstete des Weißen Hauses brachten in sechs Stunden alles an seinen richtigen Ort.

Als der neue Präsident am Abend mit seiner Frau Michelle und seinen beiden Töchtern die Amts- und Privaträume bezog, lagen auf den Kinderbetten die Kuscheltiere bereit, an den Wänden hingen die Fotos der neuen First Family und im Kühlschrank lagerten ihre Lieblingsspeisen. Ein ungeschriebenes Gesetz besagt, die neuen Bewohner des Präsidentensitzes sollen sich von der ersten Minute an wohl fühlen.

Ebenfalls in diesen Stunden wurden die Büros im Weißen Haus von der alten Bush-Besatzung geräumt und die Computer-Festplatten gesäubert. Ein Gesetz bestimmt, welche Informationen öffentlicher und welche privater Natur sind und welche gesichert werden.

Es war der erste vollelektronische Regierungswechsel. Bush hat alles festhalten und abspeichern lassen. Es wird etwa 18 Archivare fünf Jahre kosten, um das gesamte Material zu sichten und zu ordnen.

Leser-Kommentare
    • ugk
    • 21.01.2009 um 16:59 Uhr

    "Als der neue Präsident am Abend mit seiner Frau Michelle und seinen beiden Töchtern die Amts- und Privaträume bezog, lagen auf den Kinderbetten die Kuscheltiere bereit, an den Wänden hingen die Fotos der neuen First Family und im Kühlschrank lagerten ihre Lieblingsspeisen. Ein ungeschriebenes Gesetz besagt, die neuen Bewohner des Präsidentensitzes sollen sich von der ersten Minute an wohl fühlen."

    ??? Ich hoffe, es gibt bei der Zeit noch das "ungeschriebene Gesetz", dass Journalisten einen gewissen professionell geistigen Mindestabstand zum Objekt ihrer Berichterstattung haben müssen. Das journalistische Kindchenschema beim Thema Obama klingt hoffentlich schnell wieder ab.

    Einmal Obama-Detox für alle USA-Korrespondenten deutscher "Qualitätsmedien", bitte!

    Und immer guckst du auch was Cheffe Joffe dazu sagt:

    "Was macht denn der richtige Journalist? Er trennt das Interessante vom Belanglosen und Blöden. Er sortiert und wählt aus. Er macht uns neugierig, aber nicht (oder nicht nur) mit der neuen Verlobten von Boris Becker. Seine Daseinsberechtigung ist die Autorität, hinter der sich Kenntnis und Erfahrung verbergen."

    http://www.zeit.de/2008/3...

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