Tennisturniere Lieber in der Wüste als in Deutschland

Erst Hamburg, jetzt Berlin: Der Deutsche Tennis-Bund verliert seine Turniere und soll auch noch fast 18 Millionen Euro an die Spielerorganisation ATP zahlen

Vielleicht auch schöner als in Hamburg oder Berlin? Der Überblick über die Qatar Open 2009 in Doha

Vielleicht auch schöner als in Hamburg oder Berlin? Der Überblick über die Qatar Open 2009 in Doha

Wenn über das deutsche Tennis entschieden wird, dann wird inzwischen nicht einmal mehr mit dem deutschen Tennis geredet. "Da ist mit uns nicht gesprochen worden", sagte Georg von Waldenfels, der Präsident des Deutschen Tennis-Bundes (DTB), als er davon erfuhr, dass die German Open der Frauen in Berlin aus dem Turnierkalender gestrichen sind. Die Hoheit über sein wichtigstes Frauenturnier hatte der DTB ohnehin verloren: 2004 hatte es der Verband an den Tennis-Verband Qatar verkauft.

Um nicht untätig zu sein, schickte Waldenfels am Mittwoch noch eine E-Mail an Larry Scott, den Vorsitzenden der Spielerinnen-Organisation WTA: "Deutschland ist einer der wichtigsten Tennismärkte und Berlin ein ganz besonderer Standort. Die German Open sind eines der Traditionsturniere schlechthin." Die WTA entscheidet schließlich, wo welches Turnier stattfindet.

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Wahrscheinlich wird diese Nachricht jedoch allenfalls den Eindruck bei der WTA hinterlassen, dass der Deutsche Tennis-Bund seinen Stolz noch nicht ganz verloren hat. Schwerer wird es Waldenfels fallen, bei den Qatarern noch einmal für den Standort Berlin zu werben. Die Führung des qatarischen Verbandes hatte gewechselt, und schon in den vergangenen Wochen fand der DTB-Präsident dort keinen Ansprechpartner mehr. Eine kleine Hoffnung hat Waldenfels noch: "Vielleicht könnten die Qatarer ihr kleines Frauenturnier in Berlin veranstalten." Seine Einflussmöglichkeit muss er jedoch realistisch einschätzen: "Was aus dem Turnier wird, das liegt nicht mehr in unserer Hand."

Der Verlust des Berliner Turniers ist für den DTB die zweite demütigende Nachricht innerhalb von wenigen Tagen. Die andere betrifft das Männer-Turnier in Hamburg. Ohne Entschädigung und nach einem kostspieligen Prozess hatte der DTB den Masters-Status im vergangenen Jahr verloren, die Spieler-Organisation ATP hatte ihm den einfach aberkannt und das Turnier auf einen unbeliebten Termin im Sommer verlegt. Das hatte auch ein Gericht im amerikanischen Bundesstaat Delaware abgesegnet. Der DTB bemühte die zweite Distanz, ein Gericht in Philadelphia. Am Montag versuchte sich der DTB erst einmal außergerichtlich mit der ATP zu einigen. Doch das scheiterte an einem besonders prekären Punkt: Die ATP will vom DTB die Anwaltskosten aus dem erstinstanzlichen Verfahren erstattet bekommen, und das sind 17,7 Millionen Dollar.

Waldenfels ist auch jetzt noch verwirrt von dieser Summe. "Das ist gar nicht zu fassen." 17,7 Millionen Dollar sind 13,5 Millionen Euro. Zum Vergleich: Der DTB war mit 2,7 Millionen Euro Anwaltskosten ausgekommen. Eigentlich galt in dem Verfahren, dass jeder seine Anwälte selbst bezahlt, doch die ATP besteht auf der Gültigkeit einer Klausel in ihren Statuten. "Das ist eine Klausel, die wir gar nicht kannten und die noch gar nicht veröffentlicht war", sagt Waldenfels. Dem DTB sei daher auch jetzt noch einmal von seinen Anwälten geraten worden, sich nicht auf die Forderung der ATP einzulassen.

Zu einer Einigung kam es noch nicht, ebenso wenig wie zu der erhofften Entschädigungszahlung durch die ATP für den Verlust des Masters-Status in Hamburg. Die Möglichkeit einer außergerichtlichen Einigung mit der ATP ist nun deutlich gesunken. Im Frühjahr wird vermutlich das Gericht in Philadelphia ein Urteil fällen. Auch diese Entscheidung über seine Zukunft könnte über die Köpfe des deutschen Tennis hinweg getroffen werden.

 
Leser-Kommentare
  1. Im Bereich Tennis wird Deutschland somit nur auf das Niveau seiner Bedeutung und seines Ansehens ( auch politisch ) gebracht, den es heute in der Welt hat.
    Franzose

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    Hallo Herr Franzose,

    Nur weil die Merkel nicht so hyperaktiv herumhampelt wie es Ihr Super-Sarko gemeinam mit seinem britischen Freund Flash Gordon zu tun pflegt, hat Deutschland noch lange kein schlechtes Ansehen. Lesen Sie doch mal Zeitung.

    Ach und zum Einfluss: Wer war noch gleich der Exportweltmeister? Und wer ist das bevölkerungsreichste Land und der größte Nettozahler der EU? Frankreich, oder was?

    Außerdem ist mir 64 Jahre nach WK2 das Ansehen Deutschlands mittlerweile ziemlich schnuppe. Die meisten Länder, allen voran die USA, China, GB, Russland, Indien, aber auch unsere netten Nachbarländer (Polen, Frankreich usw.) betreiben nur noch knallharte Interessenpolitik. Wenn Deutschland nicht unter die Räder geraten soll, sollten wir verstärkt unsere Interssen vertreten. Schließlich ist ansehenstechnisch sowieso alles falsch, was wir tun: Vor wenigen Jahren geißelte ein Herr Barroso Deutschland wegen der Nichteinhaltung der Stabilitätspakts. Heute weht der Wind aus der entgegengesetzten Richtung, und Barroso (und Super-Sarko und Flash Gordon) finden, das mittlerweile so sparsame Deutschland müsse sich höher verschulden. Früher wurden wir also wegen des Schuldenmachens "schlecht angesehen", heute wegen zu wenig Schuldenmachens. Da wird soviel instrumentalisiert, das entbehrt doch jeder rationalen Grundlage.

    Wissen Sie was? Das Ansehen unseres Landes ist mir sowas von schnuppe. Solange wir unsere Interessen (Frieden, Wohlstand) vertreten.

    Hallo Herr Franzose,

    Nur weil die Merkel nicht so hyperaktiv herumhampelt wie es Ihr Super-Sarko gemeinam mit seinem britischen Freund Flash Gordon zu tun pflegt, hat Deutschland noch lange kein schlechtes Ansehen. Lesen Sie doch mal Zeitung.

    Ach und zum Einfluss: Wer war noch gleich der Exportweltmeister? Und wer ist das bevölkerungsreichste Land und der größte Nettozahler der EU? Frankreich, oder was?

    Außerdem ist mir 64 Jahre nach WK2 das Ansehen Deutschlands mittlerweile ziemlich schnuppe. Die meisten Länder, allen voran die USA, China, GB, Russland, Indien, aber auch unsere netten Nachbarländer (Polen, Frankreich usw.) betreiben nur noch knallharte Interessenpolitik. Wenn Deutschland nicht unter die Räder geraten soll, sollten wir verstärkt unsere Interssen vertreten. Schließlich ist ansehenstechnisch sowieso alles falsch, was wir tun: Vor wenigen Jahren geißelte ein Herr Barroso Deutschland wegen der Nichteinhaltung der Stabilitätspakts. Heute weht der Wind aus der entgegengesetzten Richtung, und Barroso (und Super-Sarko und Flash Gordon) finden, das mittlerweile so sparsame Deutschland müsse sich höher verschulden. Früher wurden wir also wegen des Schuldenmachens "schlecht angesehen", heute wegen zu wenig Schuldenmachens. Da wird soviel instrumentalisiert, das entbehrt doch jeder rationalen Grundlage.

    Wissen Sie was? Das Ansehen unseres Landes ist mir sowas von schnuppe. Solange wir unsere Interessen (Frieden, Wohlstand) vertreten.

    • mypart
    • 16.01.2009 um 10:50 Uhr

    Ich will hier jetzt weiß Gott nicht deutschtümeln, aber sind Sie tatsächlich der Meinung das die Bedeutung Quatars weltweit höher anzusetzten ist als die D'lands?

    Insbesondere was die Nachwuchsförderung im Damen-Tennis angeht?

    Andererseits haben Sie leider Recht, um sowas wie Nachwuchsförderung oder Breitensport geht es im Profisport ja leider schon lange nicht mehr...

  2. Hallo Herr Franzose,

    Nur weil die Merkel nicht so hyperaktiv herumhampelt wie es Ihr Super-Sarko gemeinam mit seinem britischen Freund Flash Gordon zu tun pflegt, hat Deutschland noch lange kein schlechtes Ansehen. Lesen Sie doch mal Zeitung.

    Ach und zum Einfluss: Wer war noch gleich der Exportweltmeister? Und wer ist das bevölkerungsreichste Land und der größte Nettozahler der EU? Frankreich, oder was?

    Außerdem ist mir 64 Jahre nach WK2 das Ansehen Deutschlands mittlerweile ziemlich schnuppe. Die meisten Länder, allen voran die USA, China, GB, Russland, Indien, aber auch unsere netten Nachbarländer (Polen, Frankreich usw.) betreiben nur noch knallharte Interessenpolitik. Wenn Deutschland nicht unter die Räder geraten soll, sollten wir verstärkt unsere Interssen vertreten. Schließlich ist ansehenstechnisch sowieso alles falsch, was wir tun: Vor wenigen Jahren geißelte ein Herr Barroso Deutschland wegen der Nichteinhaltung der Stabilitätspakts. Heute weht der Wind aus der entgegengesetzten Richtung, und Barroso (und Super-Sarko und Flash Gordon) finden, das mittlerweile so sparsame Deutschland müsse sich höher verschulden. Früher wurden wir also wegen des Schuldenmachens "schlecht angesehen", heute wegen zu wenig Schuldenmachens. Da wird soviel instrumentalisiert, das entbehrt doch jeder rationalen Grundlage.

    Wissen Sie was? Das Ansehen unseres Landes ist mir sowas von schnuppe. Solange wir unsere Interessen (Frieden, Wohlstand) vertreten.

  3. 4. Tennis

    Nun haben wir den Salat. Als wir noch gute Tennisspieler hatten, wurden diese schlecht gemacht, wurde kein Nachwuchs gefördert, sondern nur solche Möchtegerne, die meist in der ersten Runde rausfliegen. Schaut auf die grosse Anzahl der russischen Spieler und ihr werdet erkennen, dass Erfolg auch Fleiss bedeutet. Das Tennis ist nur ein Punkt des spotlichen Niederganges Deutschlans, nehmen wir die Leichtathletik, viele Ballspielsprotarten, wo D mal den Massstab setzte. Heute schauen wir nur auf Big Brother, auf den Unsinn Bohlen usw. Sport heisst Quälerei und Anerkennung von Allen in D. Dies gibt es nicht mehr, nur Sensationen stehen im Mittelpunkt. Und wenn ein Deutscher mal einen Sieg erringt, dann kommt die Wirtschaft und man mahlt diesen zu Kleinholz. Ohren steif liebe Deutsche, mal wird es wieder, aber das dauert sehr, sehr lange.

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