al-Qaida Terroristenjagd im Netz

Es ist längst nicht so leicht, Spuren im Internet zu verfolgen, wie Sicherheitsbehörden gern behaupten

Drohungen auf Deutsch: In diesem kürzlich im Internet aufgetauchten Video des Terrornetzwerkes al-Qaida warnt ein Vermummter die Deutschen, dass sie den Krieg in Afghanistan "niemals" gewinnen werden

Drohungen auf Deutsch: In diesem kürzlich im Internet aufgetauchten Video des Terrornetzwerkes al-Qaida warnt ein Vermummter die Deutschen, dass sie den Krieg in Afghanistan "niemals" gewinnen werden

Abu Talha al-Almani – Abu Talha, der Deutsche – betitelt sich der selbsternannte und deutsch sprechende Terrorist, von dem am Wochenende ein Drohvideo im Internet aufgetaucht war. Man könnte meinen, Terrorbotschaften via Internet zu verbreiten, sei eigentlich eine dumme Idee. Schließlich hinterlässt jeder deutliche Spuren, der sich dort bewegt, und kann problemlos gefunden werden. Diesen Eindruck zumindest vermitteln Sicherheitsbehörden gern.

"Es ist Unsinn, dass im Internet alles verfolgbar ist", sagt dagegen Constanze Kurz vom Chaos Computer Club . Sämtliche Überwachungsmaßnahmen ließen sich umgehen. "Es ist nicht schwer, wenn man es nur will."

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Offiziell gibt es von denen, die solche Terrorbotschaften verfolgen, keine Aussage zu dem Thema. Weder Bundeskriminalamt noch Innenministerium wollen etwas zu den Chancen sagen, Internetspuren dieser Videos zu verfolgen. Aus "ermittlungstaktische Gründen".

Aus Ermittlerkreisen, die nicht genannt werden wollen, heißt es jedoch: "Es ist möglich, seine Spuren im Internet gut zu verwischen, wenn man weiß, worauf es ankommt." So könne man auf dem Wege der Rechtshilfe zwar Informationen von einem Webanbieter beispielsweise in Afrika bekommen. Im Zweifel aber sei das dann nur die IP-Adresse eines Proxyservers und somit eine Sackgasse.

Proxyserver – vereinfacht so etwas wie Zwischenhändler, die keine Ursprungsadressen preisgeben – sind dabei nur ein Weg, die eigene Herkunft zu verschleiern. Selbst von Deutschland aus könnte man solche Videos veröffentlichen, ohne dabei verwertbare Informationen zu hinterlassen. Nötig wären ein Anonymisierungsdienst wie TOR oder Jap zum Verbergen der IP und eine anonyme Wegwerf-E-Mail-Adresse, mit der sich dann ein kostenloses Blog starten lässt. Es hätte nur einen Eintrag, eben das mittels TOR hochgeladene Video. Wird dieses via Tauschbörsen und Foren weiterverbreitet, wie es jetzt auch mit dem des Deutsch sprechenden Abu Talha geschieht, und das Blog gelöscht, bliebe Ermittlern nicht viel. Noch dazu, wenn zwischen Hochladen und Veröffentlichen des Links einige Zeit vergangen ist.

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