Antrittsrede Obama verspricht ein neues AmerikaSeite 2/2

Doch dieser Anspruch wendet sich auch zurück an Amerikas Bürger und an alle, die nun von Obama Taten erwarten, ob in Fragen der Wirtschaftskrise, des Klimawandels oder an den Krisenorten der Welt. „Die Regierung kann viel tun, aber letztlich geht es um die Überzeugung und Entschlossenheit des einzelnen Amerikaners“, rief der Präsident seinen Bürgern zu. So nahm er alle jene in die Pflicht, die im Überschwang der vergangenen Monate in Obama so etwas wie den Retter des Planeten erblickten. Seine via E-Mail immer wieder, zuletzt am Montag, an Hunderttausende Anhänger verbreitete Botschaft, „Wir können das nicht ohne dich tun“, sagte es schon: Nicht er allein, alle sind verantwortlich für den Wandel.

Doch Wandel braucht Vertrauen, und daran mangelte es zuletzt. Nach Abu Ghraib und Guantánamo, nach dem Hurrikan Katrina und inmitten der Finanzkrise ist das Vertrauen der Bürger in ihren Staat erschüttert. Obama bemäntelte nichts. „Dass wir uns mitten in einer Krise befinden, weiß inzwischen jeder. Stark ist das schwindende Selbstbewusstsein quer durch unser Land, die nagende Angst, dass Amerikas Niedergang nicht aufzuhalten ist und dass die nächste Generation ihre Erwartungen wird senken müssen.“

Doch dann entfaltete er abermals seine Botschaft von einem Amerika, das sich selbst neu erfindet, einem Land, in dem die Bürger wieder sicher sind, dass sie sich auf die Regierung verlassen können: „Ich sage euch heute, dass wir vor echten Herausforderung stehen, die wir nicht schnell lösen können. Aber Amerika, du sollst wissen, dass wir uns diesen Herausforderungen stellen werden.“

Doch wie? Investitionen in Straßen und Brücken, Hilfe für die Wissenschaft, für Schulen und Universitäten, einen Ausbau der Sonnenenergie, all das will er auf den Weg bringen. Den Erfolg der Wirtschaft will er aber nicht alleine am Bruttoinlandsprodukt messen, sondern daran, „ob alle ihre Chancen auf Wohlstand bekommen.“

Den Irak will Obama den Irakern zurückgeben und Afghanistan befrieden. Mit der islamischen Welt will er reden, und armen Ländern bietet er Zusammenarbeit an.

Viele Aufgaben, wenig Konkretes. Kommt das Konjunkturpaket, wie teuer wird es? Wann ziehen die Truppen aus Bagdad ab? Wie will Obama in Afghanistan vorgehen, was tut der Präsident im Nahost-Konflikt, was wird aus Iran, aus Pakistan, aus Russland?

Echte Antworten gab es nicht. Das war klug, denn so hält er sich möglichst viele Wege offen. Es sichert seine Glaubwürdigkeit, wenn er unumgängliche Kompromisse wird eingehen müssen. Es spricht aber auch eine Form der Demut daraus, die in den vergangenen acht Jahren vergessen schien. Dieser neue Präsident kennt die Grenzen seiner Macht, ohne deshalb schwach dazustehen. „Größe ist nie etwas Selbstverständliches“, sagt er, „sie muss erworben werden“.

 
Leser-Kommentare
  1. froh und munter sein.
    Bald ist ...

  2. Von Avraham Lincoln ist das Wort - frei übersetzt - überliefert, dass ein Volk
    - aus dem Volk
    - mit dem Volk
    - und für das Volk
    regiert werden müsse.

    Man sollte sich dies hierzulande, in Deutschland, verdammt dick hinter die Ohren schreiben.

    Ich nenne nur sechs unumstößliche Tatsachen:

    1) wir haben in D. keine Gleichheit aller vor dem Gesetz. Gilt in Bayern möglicherweise noch deutlicher als in anderen dt. Gegenden, In Bayern die Fälle Max Strauss (Scheinprozess) und Ben Tewaag ( Sohn von Frau U. Glas, von Justiz auffällig verschont ); in NRW der Justizskandal mit Zumwinkel; in Hessen massivste Eingriffe in die Finanz- und Steuerverwaltung, an anderer Stelle in die Justiz, um einige prominente Lumpen ( CDU-Gefolge) zu schützen. Will man Faschuisten und/oder Kommunisten mit aller Macht heranzüchten?

    2) Große Teile der Rechtsordnung stammen noch aus Wilhelminischer Zeit. Wir haben sogar noch gültige Nazi-Gesetze.

    3) In unserem Bildungssystem werden die Kinder von Arbeitern, Kleingewerbetreibenden und Kleinbauern arg benachteiligt.
    Das Gymnasium ist eine Schule des Bürgertums. Die anderen müssen sich "durchbeissen".

    4) An unseren Unis geht es nicht gerecht zu. Weder bei der Berufung von Profs noch bei den Prüfungen.

    5) Weiterer Punkt: Bestimmte Promis bspw Fußballstars brauchen nicht wie Normalsterbliche die Ochsentour der Führerscheinprüfung zu machen.
    Da wird ein sehr bequemer Weg gefunden. Ebenso verhält es sich mit Jagdscheinen, Angelscheinen und auch anderen Prüfungen.
    Möglicherwiese wird dann aus einem Entwicklungsland irgendein Schein herbeigebracht und dann "umgeschrieben".

    6) will nur an folgende blamable "Baustellen" erinnern, zähle jetzt nur auf:
    a) Aufbau Ost ein Pfusch. Mega-Geldverschwendung. CDU-Seilschaften im Osten reiben sich die Hände.
    b) Schuldige ( soweit Deutschland) an der Finanz- u. Bankenkrise werden nicht durch Justiz angemessen belangt. Für mixch ein Mega-Skandal.
    c) Masse der Nazi- und Kriegsverbrecher wurde durch Adenauer gedeckt ( Fall Globke, war Wahlpolitik)
    d) Masse der Volks- und Staatsverbrecher der DDR wurden ebenfalls geschont ( war in dreierlei Hinsicht Wahlpolitik der CDU, wollte PDS als Pfahl im Fleisch der SPD, Götting-CDUler besetzen drei MP-Posten ( Tillich, Althaus, Böhmer) und CDU nahm auch ehem. SEDler auf aus dem U.und Agrar--Sektor).
    e) Nutznießer arisiertem Vermögens, meist ehem. SA-Führer, wurden geschont. Finanzierten CDU-Wahlkämpfe nach dem Kriege.
    f) viele Kriegsgewinnler aus dem 1. und 2. Weltkrieg haben dem Staat die angemessenen Steuern vorenthalten. Deshalb liegen ja ca. 1.400 Mrd EURO Gelder von deutschen STA in der Schweiz, Liechtenstein, Österreich, Luxemburg, Bahamas usw.
    Tolle Leute! Viele tragen die allerhöchsten Orden unseres Staates.
    Bei solchen Leuten wie BP Horst Köhler wundert einem nichts!

    Wir leben in einem sehr "lobenswerten Staat."
    Der größte Wunsch meines Großvaters war immer:

    Wann wird der "deutsche Michel einmal aufwachen??!!"

    Er hat es nicht erlebt.

    Ehrlich gesagt glaube ich auch nicht recht dran; denn die Leute schimpfen viel, wählen dann aber Union oder FDP.
    Oder "schwänzen".
    Das heisst: Die Petersilie, die schon immer obenauf schwamm. Was soll das
    für Deutschland bringen? Soll man noch seinen eigenen Metzger wählen und sich durch das "C" täuschen lassen?

    Ich sehe für Amerika unter dem neuen Präsidenten Obama viele Chancen. Für Deutschland: Unter der weit unterdurchschnittlichen BK Merkel nur eine Regierung nach dem Geschmack der BILD-Zeitung.
    Soll dieses C-Klasse-Niveau etwa Schule machen??

    Ich sage nur: hundertmal NEIN DANKE und absolut ohne mich!

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    ...an deren Niveau musste ich bei diesem Beitrag unweigerlich denken. Aber nein, hier und da ist vielleicht schon was Wahres dran. Allerdings hats mit Herrn Obama recht wenig zu tun, außer eventuell der Vorahnung, dass die Amerikaner gut darin sind, all die Sünden ihrer Vergangenheit ganz schnell zu vergessen. In zehn Jahren ist das ein grünes Land und alle tun so, als hätten sie die Mülltrennung erfunden/die Welt gerettet. Nervig für den Rest der Welt, aber effektiv nichts desto trotz.

    Zugegeben allerdings, dass nach dem wirtschaftlichen Debakel der letzten Monate, ausgerechnet die FDP der große Wahlgewinner ist, nun ja, das lässt mich auch ein wenig am gesunden hessischen Wählerverstand zweifeln...

    • RRan
    • 20.01.2009 um 23:42 Uhr

    Stammtischniveau. Aber unterstes.

    Sie können ja ruhig nach Amerika auswandern. Da ist dann alles besser. Und alle sind gleich vor dem Gesetz, im Gegensatz zu uns; es gibt keine Korruption und jeder Mann/Frau hat 10 Jungfrauen.

    ...an deren Niveau musste ich bei diesem Beitrag unweigerlich denken. Aber nein, hier und da ist vielleicht schon was Wahres dran. Allerdings hats mit Herrn Obama recht wenig zu tun, außer eventuell der Vorahnung, dass die Amerikaner gut darin sind, all die Sünden ihrer Vergangenheit ganz schnell zu vergessen. In zehn Jahren ist das ein grünes Land und alle tun so, als hätten sie die Mülltrennung erfunden/die Welt gerettet. Nervig für den Rest der Welt, aber effektiv nichts desto trotz.

    Zugegeben allerdings, dass nach dem wirtschaftlichen Debakel der letzten Monate, ausgerechnet die FDP der große Wahlgewinner ist, nun ja, das lässt mich auch ein wenig am gesunden hessischen Wählerverstand zweifeln...

    • RRan
    • 20.01.2009 um 23:42 Uhr

    Stammtischniveau. Aber unterstes.

    Sie können ja ruhig nach Amerika auswandern. Da ist dann alles besser. Und alle sind gleich vor dem Gesetz, im Gegensatz zu uns; es gibt keine Korruption und jeder Mann/Frau hat 10 Jungfrauen.

  3. ...an deren Niveau musste ich bei diesem Beitrag unweigerlich denken. Aber nein, hier und da ist vielleicht schon was Wahres dran. Allerdings hats mit Herrn Obama recht wenig zu tun, außer eventuell der Vorahnung, dass die Amerikaner gut darin sind, all die Sünden ihrer Vergangenheit ganz schnell zu vergessen. In zehn Jahren ist das ein grünes Land und alle tun so, als hätten sie die Mülltrennung erfunden/die Welt gerettet. Nervig für den Rest der Welt, aber effektiv nichts desto trotz.

    Zugegeben allerdings, dass nach dem wirtschaftlichen Debakel der letzten Monate, ausgerechnet die FDP der große Wahlgewinner ist, nun ja, das lässt mich auch ein wenig am gesunden hessischen Wählerverstand zweifeln...

    • RRan
    • 20.01.2009 um 23:42 Uhr

    Stammtischniveau. Aber unterstes.

    Sie können ja ruhig nach Amerika auswandern. Da ist dann alles besser. Und alle sind gleich vor dem Gesetz, im Gegensatz zu uns; es gibt keine Korruption und jeder Mann/Frau hat 10 Jungfrauen.

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    • vlad
    • 21.01.2009 um 2:04 Uhr

    War eine Falschaussage dabei? Dann sollten Sie sie korrigieren. Sachlich. Ich finde, Ihr Beitrag hat mehr Aehnlichkeit mit Stammtischparolen als der Beitrag Ihres Vorposters (kein Inhalt und polemisierend).

    Allerdings glaube ich auch nicht, dass sich in den USA viel aendern wird (aufgrund von Obama). Irgendwoher muessen die Millionen Dollar fuer den Wahlkampf ja gekommen sein. Und dass das nur arme Mittellose gespendet haben, glaube ich nicht. Und ja, meiner Meinung nach lebt es sich in D auch noch ne Spur besser als in den USA. Aber die deutschen Vorzuege (gute soziale Absicherung) wurden in den letzten Jahren ja kontinuierlich abgebaut. Bleibt abzuwarten ob USA wieder aufholt oder ob D noch weiter abbaut. Oder D doch die Trendwende schafft wieder hin zu mehr sozialem Ausgleich. Waere wuenschenswert.

    • vlad
    • 21.01.2009 um 2:04 Uhr

    War eine Falschaussage dabei? Dann sollten Sie sie korrigieren. Sachlich. Ich finde, Ihr Beitrag hat mehr Aehnlichkeit mit Stammtischparolen als der Beitrag Ihres Vorposters (kein Inhalt und polemisierend).

    Allerdings glaube ich auch nicht, dass sich in den USA viel aendern wird (aufgrund von Obama). Irgendwoher muessen die Millionen Dollar fuer den Wahlkampf ja gekommen sein. Und dass das nur arme Mittellose gespendet haben, glaube ich nicht. Und ja, meiner Meinung nach lebt es sich in D auch noch ne Spur besser als in den USA. Aber die deutschen Vorzuege (gute soziale Absicherung) wurden in den letzten Jahren ja kontinuierlich abgebaut. Bleibt abzuwarten ob USA wieder aufholt oder ob D noch weiter abbaut. Oder D doch die Trendwende schafft wieder hin zu mehr sozialem Ausgleich. Waere wuenschenswert.

  4. Aus politikwissenschaftlicher Sicht wird Obama's Legislatur entweder nur eine (unter vielen) case study zum weiterfuehren und institutionalisieren bestehender Normen und Reflexe US amerik. Aussenpolitik sein, oder eine kritische Gabelung darstellen. Jedoch: die kritische Gabelung koennte sowohl die Reproduktion bestehender Sichtweisen der Aussenpolitik vorantreiben, als auch eine Kehrtwende bedeuten. Alles abhaenig von der zukuenftigen Sichtweise der Analyse.
    Die Chancen stehen also (at best) 1 zu 3 fuer einen "Change". But remember: "institutional change is the exception rather than the norm" (Thelen and Mahoney 2008; Greif and Laitin 2004). Bleibt also nur die Hoffnung...wie bitter fuer alle Rationalisten.

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    Aus politikwissenschaftlicher Sicht hat man nicht die geringste Ahnung, wie's kommt, und teilt zwar dieses Schicksal mit dem unilluminierten Rest der Welt, kann es aber viel besser in Schachtelsätze bauen als diese.

    Oder?

    Aus politikwissenschaftlicher Sicht hat man nicht die geringste Ahnung, wie's kommt, und teilt zwar dieses Schicksal mit dem unilluminierten Rest der Welt, kann es aber viel besser in Schachtelsätze bauen als diese.

    Oder?

    • vlad
    • 21.01.2009 um 2:04 Uhr

    War eine Falschaussage dabei? Dann sollten Sie sie korrigieren. Sachlich. Ich finde, Ihr Beitrag hat mehr Aehnlichkeit mit Stammtischparolen als der Beitrag Ihres Vorposters (kein Inhalt und polemisierend).

    Allerdings glaube ich auch nicht, dass sich in den USA viel aendern wird (aufgrund von Obama). Irgendwoher muessen die Millionen Dollar fuer den Wahlkampf ja gekommen sein. Und dass das nur arme Mittellose gespendet haben, glaube ich nicht. Und ja, meiner Meinung nach lebt es sich in D auch noch ne Spur besser als in den USA. Aber die deutschen Vorzuege (gute soziale Absicherung) wurden in den letzten Jahren ja kontinuierlich abgebaut. Bleibt abzuwarten ob USA wieder aufholt oder ob D noch weiter abbaut. Oder D doch die Trendwende schafft wieder hin zu mehr sozialem Ausgleich. Waere wuenschenswert.

    Antwort auf "Stammtischniveau. Aber"
  5. Morgen koennte die Welt durch einen Meteoriten-Einschlag untergehen. Oder sie koennte nicht durch einen Meteoriten-Einschlag untergehen. Jedoch: Wenn die Welt nicht durch einen Meteoriten-Einschlag untergeht, koennte die Welt auch von einer Riesen-Spinne gefressen werden. Die Chancen stehen also nur 1 zu 3 (at best) fuer ein Fortbestehen der Welt. Alles abhaengig von der zukuenftigen Sichtweise der Analyse.

  6. Aus politikwissenschaftlicher Sicht hat man nicht die geringste Ahnung, wie's kommt, und teilt zwar dieses Schicksal mit dem unilluminierten Rest der Welt, kann es aber viel besser in Schachtelsätze bauen als diese.

    Oder?

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    • vlad
    • 21.01.2009 um 7:44 Uhr

    Ihr Kommentar trifft zu, jedoch nicht, was die Schachtelsaetze betrifft. Ihr Satz ist laenger als jeder von ihm verwendete. Der Vorposter liest vermutlich viel englischsprachige Fachliteratur, die oft nicht von Muttersprachlern verfasst wird (--> kurze Saetze). Oder er gibt vor, sie zu lesen und ist ein Troll.

    • vlad
    • 21.01.2009 um 7:44 Uhr

    Ihr Kommentar trifft zu, jedoch nicht, was die Schachtelsaetze betrifft. Ihr Satz ist laenger als jeder von ihm verwendete. Der Vorposter liest vermutlich viel englischsprachige Fachliteratur, die oft nicht von Muttersprachlern verfasst wird (--> kurze Saetze). Oder er gibt vor, sie zu lesen und ist ein Troll.

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