Amtseinführung Obama Die Welt schaut auf einen Mann

Alle Augen sind auf ihn gerichtet. Wenn Barack Obama vereidigt wird übernimmt er aber auch eine schwere Last. Die seines Vorgängers und jene der großen Erwartungen.

Am Dienstag ruhen die Augen der Welt auf einem Mann: Der Demokrat Barack Obama wird vor Millionen Menschen in Washington als erster schwarzer Präsident der US-Geschichte seinen Amtseid ablegen. Symbolträchtig wird er dabei auf den Stufen des Capitols, das einst von Sklaven erbaut wurde, seine Hand auf jene Bibel legen, auf die schon Abraham Lincoln vor fast 150 Jahren seinen Eid schwor.

Obamas Präsidentschaft kündet von der Vollendung der Politik Lincolns, der die Sklaverei abschaffte - und der Verwirklichung des "Traums" von Martin Luther King. Der Bürgerrechtler hatte vor über 45 Jahren nur vier Kilometer vom Capitol entfernt vor der Lincoln-Gedenkstätte die Gleichberechtigung der Schwarzen beschworen.

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Mit dem historischen Amtswechsel im Weißen Haus verbinden sich nicht nur in den USA ungeheuer große Erwartungen. Der charismatische, junge Obama soll als Führer der Supermacht USA in Zeiten von Kriegen und Wirtschaftskrisen seinem Land und der Welt neue "Hoffnung" geben, einen "Wandel" zu neuem Frieden und wirtschaftlicher Blüte bewirken. Genau mit diesen Versprechen hatte er im Wahlkampf seine Landsleute begeistert und den Wahlsieg errungen.


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Am Dienstag um 12.00 Uhr Ortszeit (18.00 Uhr MEZ) beginnt für Obama die knallharte Zeit der politischen Bewährung. "Die Erwartungen und Hoffnungen, die nun weltweit auf Obama ruhen, sind gewaltig, übertroffen werden sie vermutlich nur von dem Gebirge an ungelösten Problemen, Krisen und Konflikten, die ihm George W. Bush hinterlässt", schrieb Ex-Außenminister Joschka Fischer. "Kann ein einzelner Mensch diesen riesenhaften Erwartungen überhaupt gerecht werden?"

Die ungeheure Zahl der Menschen rund um das Capitol und auf der National Mall wird Obama noch mal vor Augen führen, wie sehr ihn seine Landsleute verehren. Er startet auf einer Woge der Euphorie. Obama übernimmt ein Land, das nach acht Jahren Bush in zwei Kriege verstrickt ist, das in eine Wirtschaftskrise hineinschliddert, die er als "die schwerste Krise seit Generationen" bezeichnet - und ein Land, in dem die Menschen, völlig untypisch für Amerika, an sich selbst zu zweifeln begonnen haben.

Das Ansehen der USA befand sich unter Bush in vielen Teilen der Welt auf einem Tiefpunkt. Irakkrieg, Menschenrechtsverletzungen im Namen Amerikas und Erfolglosigkeit an den Krisenherden gehören zum außenpolitischen Erbe, das Obama übernimmt. Für die Amerikaner noch wichtiger ist aber, wie er die Krise der Ökonomie angeht. "Wir haben den Tiefpunkt noch gar nicht erreicht", warnt Obama. Noch kennt niemand das wirkliche Ausmaß der Krise. Obama übernimmt nicht wie Franklin D. Roosevelt 1933 eine Arbeitslosigkeit von 25 Prozent. Sie beträgt nur 7,2 Prozent, was für die USA schon sehr hoch ist. Selbst das Obama-Team glaubt nicht an eine rasche Wende.

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