Es zeichnet sich immer deutlicher ab: Das Geld, das der Staat bisher aufgewendet hat, um die Banken zu retten, wird nicht reichen. In den Vereinigten Staaten gewinnt die Idee einer "Bad Bank", die den Finanzinstituten alle schlechten Wertpapiere abkaufen soll, deshalb an Bedeutung; auch in Deutschland wird der Ruf nach ihr immer lauter.

Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann wird sich freuen. Er würde sich schämen, Geld aus dem staatlichen Rettungsfonds anzunehmen, hat er schon vor Monaten öffentlich kundgetan – zugleich fordert er seit einiger Zeit eine "Bad Bank" fürs ganze System. Die Deutsche Bank bräuchte ihre Hilfe zwar nicht, betonte er erst jüngst vor Analysten und Journalisten. "Nach dem Risikoabbau, den wir vorgenommen haben, wüsste ich für die Deutsche Bank nicht, welche Papiere wir noch verkaufen könnten", sagte er.

Doch niemand kann heute sagen, welche versteckten Zeitbomben in den Bilanzen der Geldhäuser noch schlummern. Deshalb ist es nicht unwahrscheinlich, dass eine "Bad Bank" eines Tages auch Ackermanns Haus von faulen Papieren befreien müsste, die immer stärker an Wert verlieren und stetig größere Löcher in die Bilanzen reißen. Wenn das ganze System seinen Müll bei einer "Bad Bank" ablädt, warum dann auch nicht der Branchenprimus? Für Ackermann wäre das eine bequeme Art der Gesichtswahrung.

Viel besser wäre es da, die Banken gleich zu verstaatlichen. "Eine Bad Bank würde die Lasten der Banken direkt auf den Steuerzahler verlagern", sagt Wolfgang Gerke, emeritierter Bankprofessor der Universität Erlangen-Nürnberg. Die Geldinstitute aber könnten fröhlich weiter wursteln, wie sie das bisher getan haben – weitere Krisen nicht ausgeschlossen.