Völkerrecht

Kriegsverbrecher vor Gericht

Der Internationale Strafgerichtshof in Den Haag

Der Internationale Strafgerichtshof in Den Haag  |  © JUAN VRIJDAG/AFP/Getty Images

Die Kleinen hängt man, die Großen lässt man laufen – dieser Spruch behielt auch im 20. Jahrhundert lange seine Gültigkeit. Zwar wurden in den Nürnberger Kriegsverbrecherprozessen einige hochrangige Nazis verurteilt, viele afrikanische Diktatoren, südamerikanische Militärmachthaber und asiatische Despoten verbrachten nach ihrem Sturz jedoch ruhige Jahre im geraubten Reichtum. Damit soll nun Schluss sein. Der 2002 gegründete Internationale Strafgerichtshof (IStGH) verfolgt von Den Haag aus Verbrecher, die sich der Vertreibung, Völkermord, Folter, Versklavung, systematischer sexueller Gewalt oder Plünderung schuldig gemacht haben. Der IStGH ermittelt zurzeit wegen Verbrechen in der Demokratischen Republik Kongo, Uganda, Zentralafrikanische Republik und dem Krisengebiet Darfur in Sudan. Die USA, Russland und andere wichtige Staaten haben das Statut des Gerichts nicht unterzeichnet. In Den Haag arbeiten zudem die UN-Kriegsverbrechertribunale für das ehemalige Jugoslawien und Ruanda. Hier wurden bereits zahlreiche Fälle verhandelt.