Claude Lanzmann Sechzig Jahre BRD in einer SekundeSeite 2/2

ZEIT ONLINE:  Haben Sie Angst, dass der Holocaust vergessen werden könnte?

Lanzmann:  Natürlich werden ihn viele Menschen vergessen, oder etwa nicht? Schließlich haben viele auch den Ersten Weltkrieg vergessen. Meinen Film wird hoffentlich niemand vergessen. Ich denke, er ist eine Barriere gegen das Vergessen. Dieser Film ist wie ich: Er altert nicht.

ZEIT ONLINE:  In den vergangenen Wochen hat uns der Gazakrieg beschäftigt. Von Ehud Barak, dem israelischen Verteidigungsminister, soll es ein Bild aus seiner Zeit als Ministerpräsident geben, das ihn an einem Strand zeigt, ein Buch in der Hand: "200 Wege, Frieden zu finden". Sie haben 1994 einen Film ( Tsahal ) über die israelische Armee gedreht. Gibt es eine Lösung für den Konflikt?

Lanzmann:  Wenn es so viele Lösungen gibt, dann gibt es vielleicht gar keine. Doch wenn die Araber das Existenzrecht Israels akzeptieren, dann wird es Frieden geben. Manchmal habe ich Hoffnung. Zum Beispiel damals, als sich Scharon und Mahmud Abbas zu Friedensgesprächen trafen. Die Araber werden keinen Erfolg damit haben, Israel zu unterdrücken. Aber wer hätte damals schon an die Wiedervereinigung geglaubt?

Die Fragen stellteRainer Burkard

 
Leser-Kommentare
  1. Deutschland und Europa feiern den 20. Jahrestag der Maueröffnung. In den von Israel besetzten Gebieten wird seit 2002 an einer Mauer gebaut. Auch sie trennt Nachbarn von einander und Familien. Sie schneidet PalästinenserInnen von Land, Wasser, Arbeitsplätzen und medizinischer Versorgung ab.
    Die Fotos wurden während einer Projektreise von einem Mitarbeiter des Weltfriedensdienst e.V. in Jerusalem, Hebron und Bethlehem gemacht.
    Zu finden unter: http://www.wfd-projekte.de/

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