Übernahme Milliarden-Staatshilfe für Conti/Schaeffler?

Bayern und Niedersachsen wollen offenbar Geld geben, damit der Schaeffler trotz seiner großen Schuldenlast Continental übernehmen kann. Conti-Aktie verliert um 25 Prozent

Im Ringen um die Zukunft der neuen Gruppe aus dem Autozulieferer Continental und seinem Hauptaktionär Schaeffler zeichnen sich neue Weichenstellungen ab. Wie das Handelsblatt berichtet, sollen die beiden Unternehmen Staatshilfe von zusammen voraussichtlich einer Milliarde Euro bekommen. Die Bundesländer Bayern und Niedersachsen wollten je die Hälfte der Summe bereitstellen.

Das bayerische Wirtschaftsministerium habe am Sonntag Gespräche über Finanzhilfen bestätigt. Es gebe aber bislang keine Einigung. Offen sei auch, ob die Hilfe in Form einer Bürgschaft, von Garantien oder einer Beteiligung fließen solle.

Anzeige

Ob das die Probleme des hochverschuldeten Konzerns löst, ist ungewiss. An der Börse sorgten die Berichte über Staatshilfen für Pessimismus: Die Conti-Aktie fiel am Montag zum Börsenauftakt um fast 25 Prozent auf 13,25 Euro. "Das scheint ein großes Chaos zu werden", sagte ein Händler. Ein anderer sagte: "Der Schrei nach Staatshilfe ist negativ belegt und die Sorge um eine zu hohe Verschuldung stößt gerade in der aktuell schwierigen Zeit besonders negativ auf."

Der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ) zufolge planen Bayern und Niedersachsen die Hilfen aus Sorge, eine Schieflage der beiden Unternehmen oder ein Notverkauf könnte einen erheblichen Stellenabbau zur Folge haben. Theoretisch sei auch eine Beteiligung des Bundes denkbar. Die vor wenigen Wochen teilverstaatlichte Commerzbank sei der mit Abstand größte Kreditgeber von Conti/Schaeffler.

Die fränkische Schaeffler-Gruppe hat die Übernahme von Conti in erheblichem Umfang durch Kredite finanziert. Durch die Krise der Autobranche und die Finanzkrise steht die Konstruktion steht jetzt auf wackligen Beinen. Auch Conti ist hochverschuldet, weil das Unternehmen für den Kauf von VDO (ehemals Siemens) hohe Kredite aufnehmen musste. Beide Unternehmen stehen mit insgesamt 22 Milliarden Euro in der Kreide.

Offenbar musste Schaeffler seinen Gläubigerbanken bereits neue Sicherheiten geben. Die sechs Geldhäuser, die den Einstieg bei Continental finanziert haben, hätten sich nun auch erhebliche Anteile der Schaeffler-Unternehmensgruppe als Pfand geben lassen, berichtete die Süddeutsche Zeitung am Wochenende.

Schaffler und Conti kündigten an, neben Bosch einen "zweiten globalen Champion im Automobilzuliefergeschäft" in Deutschland
schaffen zu wollen. Conti-Vorstandschef Karl-Thomas Neumann soll Konzepte für eine Kooperation zwischen den Autosparten erarbeiten.

Leser-Kommentare
    • Gafra
    • 25.01.2009 um 17:05 Uhr

    Warum sollte dieser Selbstbedienungsladen nur für gescheiterte Banker gelten?
    http://www.tagesspiegel.d...

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    ... denn der Mann hat einfach recht, wenn er sagt, Deutschland ist keine Demokratie! Spätestens nach der Lektüre des Kommentars "Angriff auf die Staatskasse" wird das auch dem ZEITleser klar.
    _______________________________________________________
    "Ich glaube, daß die Bankinstitutionen für unsere Freiheiten gefährlicher sind als die Armeen."
    (Thomas Jefferson, Amerikanischer Präsident; 1743-1826)

    ... denn der Mann hat einfach recht, wenn er sagt, Deutschland ist keine Demokratie! Spätestens nach der Lektüre des Kommentars "Angriff auf die Staatskasse" wird das auch dem ZEITleser klar.
    _______________________________________________________
    "Ich glaube, daß die Bankinstitutionen für unsere Freiheiten gefährlicher sind als die Armeen."
    (Thomas Jefferson, Amerikanischer Präsident; 1743-1826)

  1. bevor er Staatshilfe bekommt (z.B. Hartz IV). Auf der Liste der Reichsten weltweit des Forbes Magazine wurden Mutter und Sohn Schaeffer 2007 mit einem geschätzten Vermögen von 8,7 Milliarden US-Dollar auf Platz 78 geführt, 2008 stehen sie mit geschätzten 8,5 Milliarden Dollar auf Platz 104. [Wiki]

    Aber wahrscheinlich gehören Verdienstkreuzträger am Bande zur Elite und die für diese gelten deutsche Gesetze und Verordnungen nur bedingt...
    _______________________________________________________
    "Ich glaube, daß die Bankinstitutionen für unsere Freiheiten gefährlicher sind als die Armeen."
    (Thomas Jefferson, Amerikanischer Präsident; 1743-1826)

  2. ... denn der Mann hat einfach recht, wenn er sagt, Deutschland ist keine Demokratie! Spätestens nach der Lektüre des Kommentars "Angriff auf die Staatskasse" wird das auch dem ZEITleser klar.
    _______________________________________________________
    "Ich glaube, daß die Bankinstitutionen für unsere Freiheiten gefährlicher sind als die Armeen."
    (Thomas Jefferson, Amerikanischer Präsident; 1743-1826)

    • Gafra
    • 25.01.2009 um 20:41 Uhr

    Kreuzworträtsel und Toilettengang als Erfolgserlebnis, hm!? Ist ja schön für ihn, so ein regelmäßiger Stuhlgang.

Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren

Service