Weltwirtschaftsforum Putin eröffnet Krisentreffen von Davos

Das heute beginnende 39. Weltwirtschaftsforum steht im Zeichen der weltweiten Finanz- und Wirtschaftskrise. Doppelt so viele Staatschefs wie im Vorjahr werden erwartet

Schöne Kulisse – schwierige Themen: Das Weltwirtschaftsforum in Davos wird beherrscht von Krisenthemen

Schöne Kulisse – schwierige Themen: Das Weltwirtschaftsforum in Davos wird beherrscht von Krisenthemen

Mit über 40 Staats- und Regierungschefs werden doppelt so viele Spitzenpolitiker in den Schweizer Wintersportort kommen wie im vergangenen Jahr. Die etwa 2500 Teilnehmer, 60 Prozent aus der Wirtschaftselite, werden von Tausenden von Sicherheitskräften bewacht, darunter 5000 Soldaten. Aus Deutschland wird neben Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) auch der FDP-Vorsitzende Guido Westerwelle erwartet. Wirtschaftsminister Michael Glos (CSU) reist nicht wie geplant nach Davos.

Es wird erwartet, dass die Politik, die weltweit nach dem Zusammenbruch des Finanzsystems die Führungsrolle übernommen hat, auch in Davos Leitlinien für eine Lösung der Krise vorgeben und diskutieren wird. So soll etwa das im April stattfindende Treffen der Gruppe der zwanzig wichtigsten Industrie- und Schwellenländer (G20), der auch die Europäische Union angehört, vorbereitet werden, das ebenfalls Lösungen aus der Krise suchen soll.

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Kaum vertreten bei den bis Sonntag geplanten Gesprächen sind aktive Politiker der USA. Zwar haben der ehemalige Präsident Bill Clinton und sein früherer Vize Al Gore zugesagt. Der einstige amerikanische Finanzminister Lawrence Summers, der dem neuen Präsidenten Barack Obama als oberster Wirtschaftsberater dienen soll, habe aber ebenso absagen müssen wie der gerade erst vom US-Senat als Finanzminister bestätigte Timothy Geithner, hieß es am Dienstag in Davos. Dafür werde aber Obamas Vertraute und Chefberaterin Valerie Jarrett erwartet.

Nur 21 Prozent der führenden Manager sind weltweit davon überzeugt, dass es in den nächsten zwölf Monaten wieder zu einem Wirtschaftswachstum kommt. 29 Prozent sind pessimistisch, was die Aussichten für das kommende Jahr betrifft. Das geht aus einer Umfrage hervor, die in Davos von der Beratungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers (PwC) vorgestellt wurde. Hierfür waren 1124 Manager in 50 Ländern befragt worden.

Als weitere Risikofaktoren für die Unternehmen nennen Manager Verwerfungen auf den Kapitalmärkten (72 Prozent), Überregulierung (55 Prozent), steigende Energiekosten (50 Prozent) sowie die Verfügbarkeit von qualifizierten Arbeitnehmern (46 Prozent). Der durch die Krise ausgelöste Pessimismus zeigt sich in allen Regionen und allen Branchen.

Einen Tag vor dem Weltwirtschaftsforum wurde in der brasilianischen Amazonas-Stadt Belém das als Gegenveranstaltung angelegte Weltsozialforum eröffnet. Wie in Davos ist auch auf dem sechstägigen Treffen in Belém die internationale Finanzkrise ein Hauptthema. Ein Schwerpunkt ist zudem die fortschreitende Zerstörung des Regenwaldes und das damit verbundene Schicksal der indigenen Bevölkerung.

 
Leser-Kommentare
  1. Da treffen sich also "mal wieder" 2300 "Fachleute" zum gemeinsamen Schlemmen und Schlürfen. Natürlich nicht in einem Slum in Afrika, Davos muss es schon sein. Und natürlich gesellen sich neben den "Leuchten" aus Politik auch gleich die Typen dazu, die für eine der grössten Geldumschichtungsaktionen der Menscheitsgeschichte verantwortlich sind, um uns allen zu sagen, dass es ganz trübe aussieht ( wenn man die unteren Kasten betrachtet ) Das es weiter oben eher sonnig aussieht, wird da gerne verschwiegen, denn dank den guten Verbindungen zur Politik ( die man hier auch gleich wieder gut pflegen kann ) passiert einem eh nichts mehr.

    Und das ein "lupenreiner Demokrat" das "Krisentreffen" eröffnet ist doch an Boshaftigkeit nicht mehr zu überbieten. Schade das Stalin nicht kommen kann oder unser Adolf, der hätte gut dazu gepasst.

    Aber ich freu mich schon auf die bunten Bilder heute Abend, wenn im Volksfernsehen über die aufrechten Damen und Herren berichtet wird, die unsere Welt wieder einmal mehr retten.

    (Wer bösen Sarkasmus findet, kann ihn sich ausschneiden und nach Davos schicken)

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