Kino Der Mann auf der Parkbank

In Antonello Grimaldis Film "Stilles Chaos" spielt der italienische Regisseur Nanni Moretti einen Mann in der Krise

Pietro verbringt den Nachmittag mit seinem Bruder am Strand. Der Zufall lässt sie zu Lebensrettern werden: Sie bewahren zwei Frauen vor dem Ertrinken. Das Gefühl der Heldenhaftigkeit hält allerdings nicht lange an, denn als Pietro nach Hause kommt, liegt seine Frau tot im Garten, einfach so. Das könnte der Anfang eines Krimis sein. Der italienische Film Stilles Chaos folgt jedoch anderen narrativen Gesetzen: Es ist ein Film über Gefühle.

Nanni Moretti spielt die Hauptrolle und hat das Drehbuch geschrieben. Pietro fühlt sich verantwortlich für den Tod seiner Frau und möchte endlich für seine kleine Tochter da sein, wenn sie ihn braucht. Deshalb beschließt er, den Tag von nun an nicht mehr im Büro des Pay-TVs zu verbringen, wo er Manager ist, sondern auf der Parkbank vor der Schule seiner kleinen Tochter.

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Im Wesentlichen sieht man also Nanni Moretti auf einer Parkbank sitzen, und es ist ein großer Verdienst des Regisseurs Antonello Grimaldi, dass man dieses Anblicks nicht sofort überdrüssig wird.

Tatsächlich gibt man die Hoffnung nicht auf, dass noch etwas von Belang und vielleicht politisch Inkorrektes passiert, etwa, dass Pietros Tochter kein unschuldiger Engel, sondern eine kaltblütige Mörderin ist. Oder dass Pietro am Ende seine Frau selbst umgebracht hat? Aber nichts da.

Er wird Herbst, und es wird Winter, und Pietro sitzt immer noch auf der Parkbank, wo er sowohl gestresste als auch intrigante Kollegen empfängt. Auf der Parkbank trägt er den moralischen Sieg über den Pay-TV-Oberboss (Roman Polanski in einem zu großen Mantel) davon. Mittags isst er Pasta.

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