Digital unterwegs Wo bin ich?
Ortsbezogene Dienste nennt es sich, wenn einem das Mobiltelefon sagt, was man als Nächstes tun könnte. Verknüpft mit Bewertungsportalen sind sie für Reisende von Nutzen
"Gemütlich, Wohnzimmer, bester Kuchen der Stadt" – das klingt gut, denn ich stehe in einer zugigen Straße und suche nach einem Café. Es stimmt, es ist ein prima Café, kuschelig, freundlich und der Kuchen ist sogar selbst gebacken.
Früher blätterte in einem Reiseführer, wer sich in einer fremden Stadt zurecht und vielleicht sogar etwas zu essen finden wollte. Heute braucht es dazu zwar ein GPS-fähiges Handy, ein Internetportal und ein paar Satelliten. Dann aber lässt sich alles finden. Und anschließend selbst bewerten.
Global Positioning System war einst eine gehütete Technologie der amerikanischen Armee, um Raketen ins Ziel zu lenken. Heute kann damit, wer will, die nächste Kneipe in der Umgebung entdecken. Oder das teuerste Hotel. Oder einen neuen Freund. Ortsbezogene Dienstleistungen heißt die Idee, und sie wird die Welt verändern.
Die ersten Mobiltelefone, die mit Satelliten reden konnten, brauchten dafür gefühlte 27 Minuten und warfen anschließend nutzlose Geokoordinaten aus. Heute zeigen sie nach wenigen Sekunden den eigenen Standort auf einer Karte. Noch ein paar Eingaben, und die Karte zeigt mit roten Punkten an, wonach ich suche: Hotels, Bars, Restaurants, Läden, die nächste Apotheke, was man an Hinweisen so braucht, wenn man sich in einer Stadt nicht auskennt.
Und nicht nur das. Ein weiterer Knopfdruck, und es lässt sich erahnen, ob die Punkte ein nützlicher Treffer sein könnten. Dank riesiger Datenbanken, freiwillig angelegt von einer Unzahl von Menschen. Genau das ist die Revolution: Die Verknüpfung von Lokalisierungsdiensten mit dem Internet-Prinzip des "Alle-machen-mit-und-veredeln-die-Informationen". In diesem Fall eben, um die Sehenswürdigkeiten zu bewerten.
In herkömmlichen Reiseführern steht eine Meinung, die der Redaktion. Der Käufer kann sich den Verlag aussuchen, von dem er glaubt, dass er zu ihm passt, aber letztlich muss er sich auf die Urteilskraft eines einzigen Testers verlassen. Portale wie Qype ( www.qype.de ), Yelp ( www.yelp.com ) oder Tripadvisor ( www.tripadvisor.de ) bieten im Idealfall Dutzende Urteile. Bei diesen geht es außerdem nicht um die Länge der Speisekarte, sondern um ein Gefühl. Viele auf den ersten Blick oberflächliche Einzelinformationen wie "nicht affig" oder "abgerockt" verdichten sich in der Summe zu einem echten Eindruck.
- Datum 30.01.2009 - 11:14 Uhr
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- Quelle ZEIT ONLINE
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Ok, qype, tut, steht was drin, hat sogar Kategorien, mit denen man direkt was anfängt (Kneipe, Café, Restaurant,...). Aber wozu dienen wohl die 2 anderen Links? Der eine (yelp) ist nur für USA, Kanada und "jetzt auch in UK" - wie bitte schön finde ich da das nette kleine Café in Hintermwinkel? Der andere listet ellenlang Hotels auf - ist wohl eher nicht mit dem Handy sondern zum planen eines Ausflugs/Urlaubs, aber wieso dann gerade der Link? Solche Hotelseiten gibt's massig im Netz! Sorry, aber der Artikel kommt ein bischen zu früh: außer qype nix gewesen.
"Portale wie Qype ( www.qype.de ), Yelp ( www.yelp.com ) oder Tripadvisor ( www.tripadvisor.de ) bieten im Idealfall Dutzende Urteile."
sehr vernünftige portale, die einem wirklich weiterhelfen können. zum teil, wie mcbuhl sagt, nicht für deutschland, aber man sucht ja nicht immer nur in der heimat. für die netten kleinen café aber wohl meistens keine zufriedenstellende lösung.
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