Brennpunkt der Finanzkrise Großbritannien droht der Bankrott
Zwischen Island und Großbritannien werden Parallelen sichtbar: Am Ende könnte die Regierung in London gezwungen sein, den Internationalen Währungsfonds um Hilfe zu bitten

© Christopher Furlong/Getty Images
Der Finanzplatz London ist zur ökonomischen Baustelle geworden (Skyline am Regents Place)
Angst treibt die Regierungen Europas um, gleich welcher politischen Couleur. Die Politiker wissen nicht, ob die Rettungspakete, die sie für ihre Banken schnüren, die erhoffte Wirkung zeigen werden. Sie wissen nicht, was noch für Hiobsbotschaften auf sie warten. Auch haben die Regierenden letzten Endes keinen Schimmer, wie das Ganze enden wird, ob "nur" in tiefer Rezession, ob in ausgewachsener Depression oder am Ende doch in Hyperinflation. Die Ratlosigkeit teilen sie mit Bankiers und Otto Normalverbraucher, der rätselt, wie er sein Erspartes am besten sichern kann.
Selbst Experten operieren an den Grenzen des Wissens. In allem was die Regierungen tun, ist zwangsläufig ein Gutteil trial and error, Versuch und Irrtum, enthalten. Und schließlich ist da die Furcht aller Regierenden vor der Wut der Wähler: Proteste und Demonstrationen von Island bis Griechenland könnten sich als harmloses Vorspiel erweisen, wenn erst einmal die wirtschaftliche Krise richtig anfängt wehzutun.
All diese Sorgen und Ungewissheiten teilt Gordon Brown mit anderen Regierungschefs. Doch kommt noch etwas hinzu, was zu einem Teil die hektischen Aktivitäten der Londoner Regierung erklärt. Es ist die Furcht vor dem nationalen Bankrott. Der Eisberg, der Island versenkte, mit seinen lange Zeit verborgenen toxischen Papieren unter der Meeresoberfläche, könnte Großbritannien das gleiche Schicksal bescheren und die Regierung zwingen, den Internationalen Währungsfonds um Rettung zu ersuchen.
Es gibt ominöse Parallelen zwischen den beiden Ländern: Wie Island hat auch Großbritannien eine maßlos aufgeblähte Finanzindustrie, mit einem Umsatzvolumen, das dem fünffachen Wert des britischen Bruttosozialproduktes entspricht. Auch Großbritannien hat seit langen Jahren ein chronisches Zahlungsbilanzdefizit. Islands private Verschuldung entsprach in 2008 dem doppelten Wert seines BSP, Großbritanniens exzessive private Verschuldung erreichte zuletzt die stolze Höhe von 170 Prozent des Bruttosozialproduktes. Wie die isländische Krone befindet sich auch Pfund Sterling auf steiler Talfahrt, hat fast Parität erreicht mit dem Euro und verlor rasant an Wert im Verhältnis zum Dollar. Zu guter Letzt brüstete sich Islands Regierungschef, darin Gordon Brown ganz ähnlich, damit, die ökonomischen Zyklen - "Boom and Bust" - abgeschafft zu haben.
Paradoxerweise hatte die ökonomische Krise Gordon Brown im vergangenen Herbst vor dem Sturz durch die eigene Partei bewahrt und die unerwartete Chance verschafft, sich der Nation als erfahrener Ökonom zu präsentieren. Für kurze Zeit gab sich Brown der stets illusionären Hoffnung hin, brillantes Krisenmanagement werde das Wahlvolk so beeindrucken, dass er womöglich sogar einen weiteren, den vierten Wahlsieg für Labour werde einfahren können. Im Parlament rutschte dem Premier - es war eine freudsche Fehlleistung par Excellence - der Satz heraus, er habe "die Welt gerettet", als er an die 37 Milliarden Pfund teure Rettungsaktion für britische Banken Ende vergangenen Jahres erinnern wollte. Damals war diese Tat international als weitsichtig und mutig gepriesen und da und dort nachgeahmt worden. Heute sind Browns Umfragewerte in Großbritannien so schlecht wie nie zuvor.
Mittlerweile ist klar, dass die Aktion wirkungslos verpuffte und nicht den gewünschten Effekt erzielte. Die britischen Unternehmen haben nach wie vor enorme Schwierigkeiten, an die dringend benötigten Kredite zu kommen. Die Banken sind immer noch viel zu schwach, um auf eigenen Füßen zu stehen und der britischen Wirtschaft die Liquidität zu verschaffen, die sie braucht, um einigermaßen normal zu funktionieren und die drohende Depression abwehren zu können. Die Londoner Regierung, die Finanzaufsicht und die Banken selbst hatten das Ausmaß der toxischen Papiere massiv unterschätzt.
- Datum 30.01.2009 - 08:18 Uhr
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- Quelle ZEIT ONLINE
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ist es bei uns soweit? Die Bänker spielen immer noch mit falschen Zahlen und die kriminellen Machenschaften gehen fein weiter. Hoffentlich werden auch unsere Politiker vor Gericht gebracht, wenn sie diese Machenschaften unterstützen.
Amtsmisbrauch = Vermögen einziehen, denn dafür werden diese nicht vom Steuerzahler bezahlt. War gestern ja ein guter Beitrag im ARD "Report München".
Dort wurde gut gezeigt, wie die Regierenden mit Steuermitteln um gehen. Duch die Umschichtung gehen die Banken nicht unbeding als Verlierer vom Platz.
Man sollte diesen hohen Beamten kündigen dürfen.
"Hoffentlich werden auch unsere Politiker vor Gericht gebracht, wenn sie diese Machenschaften unterstützen."
Was heisst "auch"? Ich warte immer noch darauf, dass sich der erste Banker oder Rating-Analyst vor Gericht verantworten muss. Bislang tun die Herrschaften und deren Politiker (von "unseren" kann man ja längst nicht mehr sprechen) ja noch so, als wäre die Krise quasi ein Naturereignis oder gottgegeben und als hätten sie mit deren Entstehung nichts zu tun.
Man geriert sich lieber als Opfer, denn als Mitschuldiger Verantwortung zu übernehmen. Wieviel der aus Luftbuchungen und Buchgewinnen abgeleiteten Boni wurden denn bisher zurückgezahlt? Wer von diesen "feinen Herren" hat denn mit seinen Bezügen oder seinem Privatvermögen Schadenersatz geleistet? Das "Beste" aus dieser Ecke war bisher der Ex-Vorstandsvorsitzende von Lehman Brothers, der seine 16 Mio. Dollar - Villa für schlappe 100 Dollar an seine Frau verkauft hat, um sie vor drohenden Schadenersatzforderungen in Sicherheit zu bringen.
Warum auf die Politiker schimpfen? Wo sind denn all die Journalisten Lobbyisten und Meinungsmacher, die uns all die Jahre die erfolgreichen Geldvermehrer als Vorbild verkauft haben, die immer gesagt haben, wenn wir ich dem angelsächsischen Kapitalismus die Türen öffnen gehen wir unter? Die Politiker sind nur dem öffentlichem druck gefolgt weil sie nicht altmodisch aussehen wollten.
"Hoffentlich werden auch unsere Politiker vor Gericht gebracht, wenn sie diese Machenschaften unterstützen."
Was heisst "auch"? Ich warte immer noch darauf, dass sich der erste Banker oder Rating-Analyst vor Gericht verantworten muss. Bislang tun die Herrschaften und deren Politiker (von "unseren" kann man ja längst nicht mehr sprechen) ja noch so, als wäre die Krise quasi ein Naturereignis oder gottgegeben und als hätten sie mit deren Entstehung nichts zu tun.
Man geriert sich lieber als Opfer, denn als Mitschuldiger Verantwortung zu übernehmen. Wieviel der aus Luftbuchungen und Buchgewinnen abgeleiteten Boni wurden denn bisher zurückgezahlt? Wer von diesen "feinen Herren" hat denn mit seinen Bezügen oder seinem Privatvermögen Schadenersatz geleistet? Das "Beste" aus dieser Ecke war bisher der Ex-Vorstandsvorsitzende von Lehman Brothers, der seine 16 Mio. Dollar - Villa für schlappe 100 Dollar an seine Frau verkauft hat, um sie vor drohenden Schadenersatzforderungen in Sicherheit zu bringen.
Warum auf die Politiker schimpfen? Wo sind denn all die Journalisten Lobbyisten und Meinungsmacher, die uns all die Jahre die erfolgreichen Geldvermehrer als Vorbild verkauft haben, die immer gesagt haben, wenn wir ich dem angelsächsischen Kapitalismus die Türen öffnen gehen wir unter? Die Politiker sind nur dem öffentlichem druck gefolgt weil sie nicht altmodisch aussehen wollten.
"Hoffentlich werden auch unsere Politiker vor Gericht gebracht, wenn sie diese Machenschaften unterstützen."
Was heisst "auch"? Ich warte immer noch darauf, dass sich der erste Banker oder Rating-Analyst vor Gericht verantworten muss. Bislang tun die Herrschaften und deren Politiker (von "unseren" kann man ja längst nicht mehr sprechen) ja noch so, als wäre die Krise quasi ein Naturereignis oder gottgegeben und als hätten sie mit deren Entstehung nichts zu tun.
Man geriert sich lieber als Opfer, denn als Mitschuldiger Verantwortung zu übernehmen. Wieviel der aus Luftbuchungen und Buchgewinnen abgeleiteten Boni wurden denn bisher zurückgezahlt? Wer von diesen "feinen Herren" hat denn mit seinen Bezügen oder seinem Privatvermögen Schadenersatz geleistet? Das "Beste" aus dieser Ecke war bisher der Ex-Vorstandsvorsitzende von Lehman Brothers, der seine 16 Mio. Dollar - Villa für schlappe 100 Dollar an seine Frau verkauft hat, um sie vor drohenden Schadenersatzforderungen in Sicherheit zu bringen.
Warum auf die Politiker schimpfen? Wo sind denn all die Journalisten Lobbyisten und Meinungsmacher, die uns all die Jahre die erfolgreichen Geldvermehrer als Vorbild verkauft haben, die immer gesagt haben, wenn wir ich dem angelsächsischen Kapitalismus die Türen öffnen gehen wir unter? Die Politiker sind nur dem öffentlichem druck gefolgt weil sie nicht altmodisch aussehen wollten.
"Die Politiker sind nur dem öffentlichem druck gefolgt weil sie nicht altmodisch aussehen wollten."
Ist das nicht etwas naiv? Die Vertretung der Kapitalinteressen agiert wesentlich diskreter hinter verschlossenen Türen, beim "Italiener" oder auf dem Golfplatz. Hier eine Parteispende, da ein lukrativer Aufsichtsratsposten, dort ein "Leihbeamter" aus der Wirtschaft, der die Gesetzesnovelle den eigenen Interessen massgeschneidert abfasst - und schon ist das Ganze erledigt. Erinnert sich noch jemand an der Verkauf von Eisenbahnerwohnungen unter Kohl? Dort wurde einem Immobilienunternehmer ein "Freundschaftspreis" gemacht, den dieser ein paar Wochen später mit einer saftigen Parteispende (offizielle Begründung: "politische Landschaftsspende") an die CDU quittierte. Honni soit qui bon y pense...
Die Politiker haben heutzutage doch hauptsächlich die Funktion, den schönen Schein von Demokratie zu wahren und die ausgekungelten Frechheiten dem schnöden Wahlvolk als "grossen sozialen Fortschritt zur Sicherung von Deutschlands Zukunft" zu verkaufen.
dem Druck anderer folgen die nicht, die müssen vor dem Verfassungsgericht klagen.
Das hat wohl ehr damit zu tun wer sie besser bezahlt. Wessen Brot ich ess, dessen Lied ich sing.
"Die Politiker sind nur dem öffentlichem druck gefolgt weil sie nicht altmodisch aussehen wollten."
Ist das nicht etwas naiv? Die Vertretung der Kapitalinteressen agiert wesentlich diskreter hinter verschlossenen Türen, beim "Italiener" oder auf dem Golfplatz. Hier eine Parteispende, da ein lukrativer Aufsichtsratsposten, dort ein "Leihbeamter" aus der Wirtschaft, der die Gesetzesnovelle den eigenen Interessen massgeschneidert abfasst - und schon ist das Ganze erledigt. Erinnert sich noch jemand an der Verkauf von Eisenbahnerwohnungen unter Kohl? Dort wurde einem Immobilienunternehmer ein "Freundschaftspreis" gemacht, den dieser ein paar Wochen später mit einer saftigen Parteispende (offizielle Begründung: "politische Landschaftsspende") an die CDU quittierte. Honni soit qui bon y pense...
Die Politiker haben heutzutage doch hauptsächlich die Funktion, den schönen Schein von Demokratie zu wahren und die ausgekungelten Frechheiten dem schnöden Wahlvolk als "grossen sozialen Fortschritt zur Sicherung von Deutschlands Zukunft" zu verkaufen.
dem Druck anderer folgen die nicht, die müssen vor dem Verfassungsgericht klagen.
Das hat wohl ehr damit zu tun wer sie besser bezahlt. Wessen Brot ich ess, dessen Lied ich sing.
Es ist wohl an der ZEet konkret über schmerzhafte Massnahmen auch bei denen Nachzudenken die über all die Jahre Kapital im Uebermass kummuliert haben. Wie war da snoch immer mit den 25% Rendite auf da einegsetzte Kapital? Egal ob da bei den extrem Vermögenden bereits Mio. durch die Kursänderungen verloren gegangen sind... in den allermeisten Fällen ist da noch genügend vorhanden.
Mit progressiven Steuern kann ein guter Teil der 50% Vermögen die bei 10% der Bevölkerung geparkt sind umverteilen. All die jenigen restlichen 90% die in den vergangen Jahren auf gute Löhne im Sinne der Perfektionierung für die Neoliberale Doktrin verzichtet haben sind so oder so zu Auslutscht als das es da noch was zu holen gäbe...
Versucht wird aber genau das noch... Die aktuellen Rettungspackete sind primär mal da um dei Aktionäre/Eigenkapitalbesitzer abzusichern. Die ach so geliebten Bad Banks haben den gleichen Zweck.
Dann gibt es noch sehr viele Steuer- und Aktiengesetzänderungen die in den vergangen +20 jahren zugunsten der 10% geändert, eingeführt oder gestrichen wurden.
All die Protagonisten der Oekonomie der vergangen Jahre müssen nur in die richtige Richtung schauen... so etwa 180 Grad drehen. Solange die das nicht tun kann man auch die begangen Fehler nicht Rückgängig machen.
;-)
“When I give food to the poor, they call me a saint. When I ask why the poor have no food, they call me a communist." — Dom Hélder Câmara
das Ender der Hybris von der Dominanz der Finanzwelt über alle Bereiche des Lebens (von mir keine Träne)
Eine besondere Genugtuung.
Aus Bankerkreisen wurde berichtet , dass ein 31-jaehriger Investementbanker in GB vor 3 Jahren einen Weihnachtsbonus von 51 Mill Pfund = $ 100 Mill bekommen hat.
Eine widerliche Kuktur , die sich da abgespielt hat
Wieviel Leute muss dieser Mann wohl abgezockt haben.
Vielleicht haben wir bald ein Schild vor dem Buckingham Palace >> F O R S A L E
"Die Politiker sind nur dem öffentlichem druck gefolgt weil sie nicht altmodisch aussehen wollten."
Ist das nicht etwas naiv? Die Vertretung der Kapitalinteressen agiert wesentlich diskreter hinter verschlossenen Türen, beim "Italiener" oder auf dem Golfplatz. Hier eine Parteispende, da ein lukrativer Aufsichtsratsposten, dort ein "Leihbeamter" aus der Wirtschaft, der die Gesetzesnovelle den eigenen Interessen massgeschneidert abfasst - und schon ist das Ganze erledigt. Erinnert sich noch jemand an der Verkauf von Eisenbahnerwohnungen unter Kohl? Dort wurde einem Immobilienunternehmer ein "Freundschaftspreis" gemacht, den dieser ein paar Wochen später mit einer saftigen Parteispende (offizielle Begründung: "politische Landschaftsspende") an die CDU quittierte. Honni soit qui bon y pense...
Die Politiker haben heutzutage doch hauptsächlich die Funktion, den schönen Schein von Demokratie zu wahren und die ausgekungelten Frechheiten dem schnöden Wahlvolk als "grossen sozialen Fortschritt zur Sicherung von Deutschlands Zukunft" zu verkaufen.
Ein Politiker, der sich dem Zeitgeist wiedersetzt hätte, wäre nicht wiedergewählt worden weil die Medien ihn zerrissen hätten. Der subtilerer Einfluß der Lobbyisten über die Medien ist viel nachhaltiger. Sicher sind die Politiker nicht unschuldig, wie wir alle, aber sie sind mit Sicherheit nicht die Wurzel des Problems, nur der Auswuchs. Hat unsere ewige Politikerschelte nicht dazu geführt, dass ein kluger Kopf im Normalfall gar nicht Politiker wird sondern eher Banker, da is mehr Geld zu verdienen und bis vor kurzem war das gesellschaftliche Ansehen viel höher.
Ein Politiker, der sich dem Zeitgeist wiedersetzt hätte, wäre nicht wiedergewählt worden weil die Medien ihn zerrissen hätten. Der subtilerer Einfluß der Lobbyisten über die Medien ist viel nachhaltiger. Sicher sind die Politiker nicht unschuldig, wie wir alle, aber sie sind mit Sicherheit nicht die Wurzel des Problems, nur der Auswuchs. Hat unsere ewige Politikerschelte nicht dazu geführt, dass ein kluger Kopf im Normalfall gar nicht Politiker wird sondern eher Banker, da is mehr Geld zu verdienen und bis vor kurzem war das gesellschaftliche Ansehen viel höher.
dem Druck anderer folgen die nicht, die müssen vor dem Verfassungsgericht klagen.
Das hat wohl ehr damit zu tun wer sie besser bezahlt. Wessen Brot ich ess, dessen Lied ich sing.
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