Brennpunkt der Finanzkrise Großbritannien droht der BankrottSeite 2/2

Um die britische Finanzindustrie vor dem Kollaps zu bewahren, bedurfte es neuer, riesiger Summen und staatlicher Garantien, einer Art Versicherung gegen vergiftete Papiere, in Höhe von 120 Milliarden Pfund. Vor dieser neuerlichen und teuren Aktion hatte sich der britische Staat bereits dazu verpflichtet, britischen Banken mit der schwer vorstellbaren Summe von 500 Milliarden Pfund in Darlehen, Garantien und Kapitalinjektionen unter die Arme zu greifen.

Kein Wunder, dass die Verschuldung des Staates nun steil nach oben schießt. Damit verliert Großbritannien nun auch einen der Faktoren, der sich bislang positiv vom europäischen Umfeld abhob. 1997, im ersten Jahr der Labour-Regierung, lag die Gesamtverschuldung bei 38 Prozent des Bruttosozialprodukts, deutlich niedriger als die in Deutschland und Frankreich, in denen sich die Gesamtverschuldung der öffentlichen Hand auf mehr als 60 Prozent des BSP beläuft, von Staaten wie Italien und Griechenland ganz zu schweigen. Dafür ist Gordon Brown verantwortlich, der ausgerechnet in den letzten Jahren diesen Vorteil verspielte. Er hatte den Ausgabenhahn immer stärker aufgedreht, legte nichts für schwierige Zeiten zurück und hat bis kurz vor Toresschluss zudem die exzessive private Verschuldung der Briten ermuntert.

Nun bleibt ihm nichts anderes übrig, als auf rücksichtsloses Deficit Spending zu setzen, wobei sich nun herausstellt, dass es sich in der Praxis als schwierig erweist. Für Großprojekte, die in Angriff genommen werden sollen, ist Geld so leicht nicht zu beschaffen. Selbst wenn Großbritannien der staatliche Bankrott erspart bleiben wird - die Steuerzahler des Landes können sich schon jetzt darauf gefasst machen, dass sie am Ende eine exorbitante Zeche zu zahlen haben.

 
Leser-Kommentare
  1. 1. Wann..

    ist es bei uns soweit? Die Bänker spielen immer noch mit falschen Zahlen und die kriminellen Machenschaften gehen fein weiter. Hoffentlich werden auch unsere Politiker vor Gericht gebracht, wenn sie diese Machenschaften unterstützen.
    Amtsmisbrauch = Vermögen einziehen, denn dafür werden diese nicht vom Steuerzahler bezahlt. War gestern ja ein guter Beitrag im ARD "Report München".
    Dort wurde gut gezeigt, wie die Regierenden mit Steuermitteln um gehen. Duch die Umschichtung gehen die Banken nicht unbeding als Verlierer vom Platz.
    Man sollte diesen hohen Beamten kündigen dürfen.

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    • wll
    • 27.01.2009 um 13:42 Uhr

    "Hoffentlich werden auch unsere Politiker vor Gericht gebracht, wenn sie diese Machenschaften unterstützen."

    Was heisst "auch"? Ich warte immer noch darauf, dass sich der erste Banker oder Rating-Analyst vor Gericht verantworten muss. Bislang tun die Herrschaften und deren Politiker (von "unseren" kann man ja längst nicht mehr sprechen) ja noch so, als wäre die Krise quasi ein Naturereignis oder gottgegeben und als hätten sie mit deren Entstehung nichts zu tun.

    Man geriert sich lieber als Opfer, denn als Mitschuldiger Verantwortung zu übernehmen. Wieviel der aus Luftbuchungen und Buchgewinnen abgeleiteten Boni wurden denn bisher zurückgezahlt? Wer von diesen "feinen Herren" hat denn mit seinen Bezügen oder seinem Privatvermögen Schadenersatz geleistet? Das "Beste" aus dieser Ecke war bisher der Ex-Vorstandsvorsitzende von Lehman Brothers, der seine 16 Mio. Dollar - Villa für schlappe 100 Dollar an seine Frau verkauft hat, um sie vor drohenden Schadenersatzforderungen in Sicherheit zu bringen.

    Warum auf die Politiker schimpfen? Wo sind denn all die Journalisten Lobbyisten und Meinungsmacher, die uns all die Jahre die erfolgreichen Geldvermehrer als Vorbild verkauft haben, die immer gesagt haben, wenn wir ich dem angelsächsischen Kapitalismus die Türen öffnen gehen wir unter? Die Politiker sind nur dem öffentlichem druck gefolgt weil sie nicht altmodisch aussehen wollten.

    • wll
    • 27.01.2009 um 13:42 Uhr

    "Hoffentlich werden auch unsere Politiker vor Gericht gebracht, wenn sie diese Machenschaften unterstützen."

    Was heisst "auch"? Ich warte immer noch darauf, dass sich der erste Banker oder Rating-Analyst vor Gericht verantworten muss. Bislang tun die Herrschaften und deren Politiker (von "unseren" kann man ja längst nicht mehr sprechen) ja noch so, als wäre die Krise quasi ein Naturereignis oder gottgegeben und als hätten sie mit deren Entstehung nichts zu tun.

    Man geriert sich lieber als Opfer, denn als Mitschuldiger Verantwortung zu übernehmen. Wieviel der aus Luftbuchungen und Buchgewinnen abgeleiteten Boni wurden denn bisher zurückgezahlt? Wer von diesen "feinen Herren" hat denn mit seinen Bezügen oder seinem Privatvermögen Schadenersatz geleistet? Das "Beste" aus dieser Ecke war bisher der Ex-Vorstandsvorsitzende von Lehman Brothers, der seine 16 Mio. Dollar - Villa für schlappe 100 Dollar an seine Frau verkauft hat, um sie vor drohenden Schadenersatzforderungen in Sicherheit zu bringen.

    Warum auf die Politiker schimpfen? Wo sind denn all die Journalisten Lobbyisten und Meinungsmacher, die uns all die Jahre die erfolgreichen Geldvermehrer als Vorbild verkauft haben, die immer gesagt haben, wenn wir ich dem angelsächsischen Kapitalismus die Türen öffnen gehen wir unter? Die Politiker sind nur dem öffentlichem druck gefolgt weil sie nicht altmodisch aussehen wollten.

    • wll
    • 27.01.2009 um 13:42 Uhr

    "Hoffentlich werden auch unsere Politiker vor Gericht gebracht, wenn sie diese Machenschaften unterstützen."

    Was heisst "auch"? Ich warte immer noch darauf, dass sich der erste Banker oder Rating-Analyst vor Gericht verantworten muss. Bislang tun die Herrschaften und deren Politiker (von "unseren" kann man ja längst nicht mehr sprechen) ja noch so, als wäre die Krise quasi ein Naturereignis oder gottgegeben und als hätten sie mit deren Entstehung nichts zu tun.

    Man geriert sich lieber als Opfer, denn als Mitschuldiger Verantwortung zu übernehmen. Wieviel der aus Luftbuchungen und Buchgewinnen abgeleiteten Boni wurden denn bisher zurückgezahlt? Wer von diesen "feinen Herren" hat denn mit seinen Bezügen oder seinem Privatvermögen Schadenersatz geleistet? Das "Beste" aus dieser Ecke war bisher der Ex-Vorstandsvorsitzende von Lehman Brothers, der seine 16 Mio. Dollar - Villa für schlappe 100 Dollar an seine Frau verkauft hat, um sie vor drohenden Schadenersatzforderungen in Sicherheit zu bringen.

    Antwort auf "Wann.."
  2. Warum auf die Politiker schimpfen? Wo sind denn all die Journalisten Lobbyisten und Meinungsmacher, die uns all die Jahre die erfolgreichen Geldvermehrer als Vorbild verkauft haben, die immer gesagt haben, wenn wir ich dem angelsächsischen Kapitalismus die Türen öffnen gehen wir unter? Die Politiker sind nur dem öffentlichem druck gefolgt weil sie nicht altmodisch aussehen wollten.

    Antwort auf "Wann.."
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    • wll
    • 27.01.2009 um 14:37 Uhr

    "Die Politiker sind nur dem öffentlichem druck gefolgt weil sie nicht altmodisch aussehen wollten."

    Ist das nicht etwas naiv? Die Vertretung der Kapitalinteressen agiert wesentlich diskreter hinter verschlossenen Türen, beim "Italiener" oder auf dem Golfplatz. Hier eine Parteispende, da ein lukrativer Aufsichtsratsposten, dort ein "Leihbeamter" aus der Wirtschaft, der die Gesetzesnovelle den eigenen Interessen massgeschneidert abfasst - und schon ist das Ganze erledigt. Erinnert sich noch jemand an der Verkauf von Eisenbahnerwohnungen unter Kohl? Dort wurde einem Immobilienunternehmer ein "Freundschaftspreis" gemacht, den dieser ein paar Wochen später mit einer saftigen Parteispende (offizielle Begründung: "politische Landschaftsspende") an die CDU quittierte. Honni soit qui bon y pense...

    Die Politiker haben heutzutage doch hauptsächlich die Funktion, den schönen Schein von Demokratie zu wahren und die ausgekungelten Frechheiten dem schnöden Wahlvolk als "grossen sozialen Fortschritt zur Sicherung von Deutschlands Zukunft" zu verkaufen.

    dem Druck anderer folgen die nicht, die müssen vor dem Verfassungsgericht klagen.
    Das hat wohl ehr damit zu tun wer sie besser bezahlt. Wessen Brot ich ess, dessen Lied ich sing.

    • wll
    • 27.01.2009 um 14:37 Uhr

    "Die Politiker sind nur dem öffentlichem druck gefolgt weil sie nicht altmodisch aussehen wollten."

    Ist das nicht etwas naiv? Die Vertretung der Kapitalinteressen agiert wesentlich diskreter hinter verschlossenen Türen, beim "Italiener" oder auf dem Golfplatz. Hier eine Parteispende, da ein lukrativer Aufsichtsratsposten, dort ein "Leihbeamter" aus der Wirtschaft, der die Gesetzesnovelle den eigenen Interessen massgeschneidert abfasst - und schon ist das Ganze erledigt. Erinnert sich noch jemand an der Verkauf von Eisenbahnerwohnungen unter Kohl? Dort wurde einem Immobilienunternehmer ein "Freundschaftspreis" gemacht, den dieser ein paar Wochen später mit einer saftigen Parteispende (offizielle Begründung: "politische Landschaftsspende") an die CDU quittierte. Honni soit qui bon y pense...

    Die Politiker haben heutzutage doch hauptsächlich die Funktion, den schönen Schein von Demokratie zu wahren und die ausgekungelten Frechheiten dem schnöden Wahlvolk als "grossen sozialen Fortschritt zur Sicherung von Deutschlands Zukunft" zu verkaufen.

    dem Druck anderer folgen die nicht, die müssen vor dem Verfassungsgericht klagen.
    Das hat wohl ehr damit zu tun wer sie besser bezahlt. Wessen Brot ich ess, dessen Lied ich sing.

  3. Es ist wohl an der ZEet konkret über schmerzhafte Massnahmen auch bei denen Nachzudenken die über all die Jahre Kapital im Uebermass kummuliert haben. Wie war da snoch immer mit den 25% Rendite auf da einegsetzte Kapital? Egal ob da bei den extrem Vermögenden bereits Mio. durch die Kursänderungen verloren gegangen sind... in den allermeisten Fällen ist da noch genügend vorhanden.

    Mit progressiven Steuern kann ein guter Teil der 50% Vermögen die bei 10% der Bevölkerung geparkt sind umverteilen. All die jenigen restlichen 90% die in den vergangen Jahren auf gute Löhne im Sinne der Perfektionierung für die Neoliberale Doktrin verzichtet haben sind so oder so zu Auslutscht als das es da noch was zu holen gäbe...

    Versucht wird aber genau das noch... Die aktuellen Rettungspackete sind primär mal da um dei Aktionäre/Eigenkapitalbesitzer abzusichern. Die ach so geliebten Bad Banks haben den gleichen Zweck.

    Dann gibt es noch sehr viele Steuer- und Aktiengesetzänderungen die in den vergangen +20 jahren zugunsten der 10% geändert, eingeführt oder gestrichen wurden.

    All die Protagonisten der Oekonomie der vergangen Jahre müssen nur in die richtige Richtung schauen... so etwa 180 Grad drehen. Solange die das nicht tun kann man auch die begangen Fehler nicht Rückgängig machen.

    ;-)

    “When I give food to the poor, they call me a saint. When I ask why the poor have no food, they call me a communist." — Dom Hélder Câmara

  4. das Ender der Hybris von der Dominanz der Finanzwelt über alle Bereiche des Lebens (von mir keine Träne)

  5. Eine besondere Genugtuung.
    Aus Bankerkreisen wurde berichtet , dass ein 31-jaehriger Investementbanker in GB vor 3 Jahren einen Weihnachtsbonus von 51 Mill Pfund = $ 100 Mill bekommen hat.
    Eine widerliche Kuktur , die sich da abgespielt hat
    Wieviel Leute muss dieser Mann wohl abgezockt haben.
    Vielleicht haben wir bald ein Schild vor dem Buckingham Palace >> F O R S A L E

    • wll
    • 27.01.2009 um 14:37 Uhr

    "Die Politiker sind nur dem öffentlichem druck gefolgt weil sie nicht altmodisch aussehen wollten."

    Ist das nicht etwas naiv? Die Vertretung der Kapitalinteressen agiert wesentlich diskreter hinter verschlossenen Türen, beim "Italiener" oder auf dem Golfplatz. Hier eine Parteispende, da ein lukrativer Aufsichtsratsposten, dort ein "Leihbeamter" aus der Wirtschaft, der die Gesetzesnovelle den eigenen Interessen massgeschneidert abfasst - und schon ist das Ganze erledigt. Erinnert sich noch jemand an der Verkauf von Eisenbahnerwohnungen unter Kohl? Dort wurde einem Immobilienunternehmer ein "Freundschaftspreis" gemacht, den dieser ein paar Wochen später mit einer saftigen Parteispende (offizielle Begründung: "politische Landschaftsspende") an die CDU quittierte. Honni soit qui bon y pense...

    Die Politiker haben heutzutage doch hauptsächlich die Funktion, den schönen Schein von Demokratie zu wahren und die ausgekungelten Frechheiten dem schnöden Wahlvolk als "grossen sozialen Fortschritt zur Sicherung von Deutschlands Zukunft" zu verkaufen.

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    Ein Politiker, der sich dem Zeitgeist wiedersetzt hätte, wäre nicht wiedergewählt worden weil die Medien ihn zerrissen hätten. Der subtilerer Einfluß der Lobbyisten über die Medien ist viel nachhaltiger. Sicher sind die Politiker nicht unschuldig, wie wir alle, aber sie sind mit Sicherheit nicht die Wurzel des Problems, nur der Auswuchs. Hat unsere ewige Politikerschelte nicht dazu geführt, dass ein kluger Kopf im Normalfall gar nicht Politiker wird sondern eher Banker, da is mehr Geld zu verdienen und bis vor kurzem war das gesellschaftliche Ansehen viel höher.

    Ein Politiker, der sich dem Zeitgeist wiedersetzt hätte, wäre nicht wiedergewählt worden weil die Medien ihn zerrissen hätten. Der subtilerer Einfluß der Lobbyisten über die Medien ist viel nachhaltiger. Sicher sind die Politiker nicht unschuldig, wie wir alle, aber sie sind mit Sicherheit nicht die Wurzel des Problems, nur der Auswuchs. Hat unsere ewige Politikerschelte nicht dazu geführt, dass ein kluger Kopf im Normalfall gar nicht Politiker wird sondern eher Banker, da is mehr Geld zu verdienen und bis vor kurzem war das gesellschaftliche Ansehen viel höher.

  6. dem Druck anderer folgen die nicht, die müssen vor dem Verfassungsgericht klagen.
    Das hat wohl ehr damit zu tun wer sie besser bezahlt. Wessen Brot ich ess, dessen Lied ich sing.

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