Aus bei der Handball-WM Deutsche fühlen sich betrogen

Viele Verletzte, gute Leistungen – und doch das Halbfinale verpasst. Beim 25:27 gegen Dänemark leidet der Titelverteidiger erneut unter skandalösen Schiedsrichterfehlern

Freundschaft sieht anders aus - Sebastian Preiß, Torsten Jansen, Stefan Schröder und Martin Strobel teilen dem Rumänen Constantin Din mit, was sie von seinen Pfiffen halten

Freundschaft sieht anders aus - Sebastian Preiß, Torsten Jansen, Stefan Schröder und Martin Strobel teilen dem Rumänen Constantin Din mit, was sie von seinen Pfiffen halten

Wieder war es das beherrschende Thema des Abends: Ob er die Leistungen der Schiedsrichter kommentieren wolle, wurde Bundestrainer Heiner Brand gefragt. Er schüttelte nur müde den Kopf, und dann musste er lächeln, da auch sein dänischer Kollege Ulrik Wilbek fassungslos den Kopf geschüttelt hatte.

Die beiden Fachleute schwiegen lieber über den desaströsen Auftritt des rumänischen Duos Din/Dinu, aber Wilbek konnte besser damit leben. Denn Dänemark hatte sich für das Halbfinale qualifiziert, während das Team von Brand nach der unglücklichen 25:27-(14:14)-Niederlage den Weltmeistertitel schon nach der Hauptrunde verloren hat. "Ich bin sehr stolz auf die Mannschaft, sie hat überragend gespielt, eine solche Leistung hätte ich unter diesen Umständen nicht für möglich gehalten", sagte Brand über seine Spieler, die damit zum dritten Mal innerhalb eines Jahres gegen Dänemark den Kürzeren gezogen hatten.

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Eine theoretische Möglichkeit immerhin blieb noch: Bei einem Unentschieden im abschließenden Spiel zwischen Norwegen gegen Polen wären die Deutschen doch noch ins Halbfinale eingezogen. Die Hoffnung aber erfüllte sich nicht. Vizeweltmeister Polen besiegte Norwegen mit 31:30 und sicherte sich damit Platz 2 in der Gruppe. Deutschland spielt am Donnerstag gegen Ungarn um Platz 5.

Die deutschen Spieler kochten nach der Niederlage gegen Dänemark vor Wut. "Wir wurden wieder verarscht", sagte Kreisläufer Sebastian Preiß aus Lemgo, der mit sieben Toren erfolgreichste deutsche Schütze. "Das war Verarschung hoch zehn", fand auch Ersatztorhüter Silvio Heinevetter.

In der Tat boten die letzten Minuten des Spiels erneut Stoff für einen Skandal. Schon bevor der starke Lemgoer Lars Kaufmann (sechs Tore) dreieinhalb Minuten vor Schluss zum 25:25 ausglich, hatten die Schiedsrichter absurde Entscheidungen getroffen. "Dominik Klein hat zumindest einen, wenn nicht zwei Siebenmeter verdient", sagte Brand. Entscheidender aber war eine Szene knapp zwei Minuten vor Schluss. Die Deutschen waren in Überzahl, ein Wurf der Dänen wurde von einem deutschen Abwehrspieler abgefälscht, doch Torhüter Bitter lenkte den Ball noch mit den Fingerspitzen über die Latte. Es hätte Abwurf geben müssen, die Schiedsrichter entschieden auf Ecke.

Leser-Kommentare
  1. ... muss man die simple Frage stellen: schon mal was von Korruption gehört? Warum sollte das, was im Fußball bekannt ist, nicht längst auch im Handball üblich sein?

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