Kommentar zum Urteil Sparen bei den Kindern der Armen
Die Bundesregierung könnte künftig genau berechnen müssen, was Kindern von Hartz-IV-Empfängern zusteht. Vielleicht bekommen sie dadurch endlich mehr Geld. Ein Kommentar
Es ist eine schlichte Wahrheit, die dem heutigen Urteil des Bundessozialgerichts zugrunde liegt. Allen Eltern ist sie bestens bekannt. Von den Bundesregierungen – erst der rot-grünen und später der schwarz-roten – wurde sie seit nunmehr vier Jahren dennoch ignoriert: Die Mägen von Kindern mögen bis zu einem bestimmten Alter kleiner sein als die von Erwachsenen, und ihre Kleider ebenfalls, ihre Bedürfnisse sind es nicht. Vor allem aber sind sie nicht zwangsläufig billiger zu decken.
Ein Paar Kinderschuhe beispielweise kostet nur unwesentlich weniger als das für die Eltern. Abgesehen davon, dass Kinder ihre Kleidung generell viel kürzer tragen können, weil sie nun mal wachsen. Hinzu kommen Ausgaben, die bei Erwachsenen nicht oder selten anfallen. Für Schulmaterialien zum Beispiel, für Musik-Unterricht oder den Sportverein.
Wie viel das alles wirklich ausmacht, hat bislang niemand so genau berechnet. Stattdessen hat die Regierung den Regelsatz für Kinder von Hartz-IV-Empfängern einfach pauschal festgelegt. Auf 60 Prozent dessen, was einem erwachsenen Langzeitarbeitslosen zusteht für die 0- bis 14-Jährigen (derzeit 211 Euro), auf 80 Prozent für die 14- bis 18-Jährigen (281 Euro). Leben die volljährigen Kinder weiterhin im Haushalt der Eltern, gilt der reduzierte Satz sogar bis 25.
Einem Grundschulkind stehen demnach 2,50 Euro am Tag für Essen zu. Dabei sind Wissenschaftler sich einig, dass eine gesunde Ernährung nicht unter vier Euro pro Tag zu haben ist. Und die Pauschalsätze nehmen auch keine Rücksicht darauf, dass Kleinkinder ganz anderes benötigen als etwa Zehn- oder Zwölfjährige.
Trotzdem ist es nicht die absolute Höhe, die das Bundessozialgericht nun beanstandet hat. Die Richter kritisieren vielmehr, dass nicht geprüft wurde, ob der ausgezahlte Betrag irgendetwas mit der Realität zu tun hat. Eine Begründung, warum gerade 60 oder 80 Prozent angemessen sein sollen, fehle, monierten die Richter, das sei verfassungswidrig, weshalb sie den Fall nach Karlsruhe verwiesen.
Auch wenn sich so schnell also gar nichts ändern wird – mit dem Richterspruch wächst trotzdem für mehr als eine Million Kinder und ihre Familien die Hoffnung, dass ihr finanzieller Spielraum etwas größer werden könnte. Der Stichhaltigkeit des Arguments, dass ein Sozialbedarf nicht einfach willkürlich festgelegt werden kann, werden sich die Richter des Bundesverfassungsgerichts kaum entziehen können, die als Nächste über die Frage entscheiden müssen. Das hoffen zumindest die Sozialverbände. Zumal das hessische Sozialgericht zuvor bereits genau wie jetzt auch das Bundessozialgericht geurteilt hatte.
Sobald der Bedarf aber begründet, das heißt: berechnet werden muss – da sind sich die Wohlfahrtsorganisationen einig –, dürfte sich schnell herausstellen, dass die bisherigen Sätze nicht ausreichen. Selbst in vorsichtigen Berechnungen gehen sie davon aus, dass die Sätze um Beträge zwischen 21 Euro und 54 Euro erhöht werden müssten.
Zwar hat die Bundesregierung beschlossen, im Rahmen des Konjunkturpakets ab Juli die Regelsätze für die 6- bis 14-Jährigen von 60 auf 70 Prozent der Bezüge eines Erwachsenen anzuheben. Das wären 35 Euro mehr im Monat. Und immerhin trägt sie damit endlich der Tatsache Rechnung, dass Schulkinder mehr Kosten verursachen als Kleinkinder. Vom Prinzip her hält sie aber auch bei dieser Verbesserung an der willkürlichen Festlegung fest.
Blamabel für die Bundesregierung ist aber vor allem, dass sie sich erst von Gerichten zwingen lassen muss, die Lebensrealität der Ärmsten in der Gesellschaft angemessen zu berücksichtigen. Es ist so oft und viel die Rede von Chancengerechtigkeit, sowohl bei der SPD als auch bei der Union. Bei den Kindern von Langzeitarbeitslosen hätte die Regierung längst Gelegenheit gehabt zu beweisen, wie ernst sie es damit wirklich meint.
- Datum 03.04.2009 - 16:17 Uhr
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- Quelle ZEIT ONLINE, 27.01.2009
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Solange das Geld den Eltern ausgezahlt wird habe ich starke Bedenken, dass dieses Geld wirklich ausreichend deren Kindern zugute kommt. Ich fürchte, dass betroffene Kinder nicht selten mehr oder weniger leer ausgehen, wenn die sinnvolle Verwendung der staatlichen Unterstützung nicht wirklich nachhaltig kontrolliert wird.
Das gilt sicher nicht für alle "Hartz-IV"-Eltern, aber doch für zu viele!
Ihre Frage ist schäbig und führt, wenn man sie zu Ende denkt, dazu, dass man sich die Frage stellen muß, ob man nicht grundsätzlich auf Hartz IV Zahlungen für Kinder verzichten sollte.
Das dann eingesparte Geld könnte man ja dann Einkommensmillionären zukommen lassen, die wissen auch besser wie man mit Geld umgeht. Fragen Sie mal Herrn Zumwinkel!
Was für Schlüsse sollen aus Ihrer üblen Pauschalabwertung von Arbeitslosen, die auf Hartz-IV angewiesen sind, denn nun gezogen werden? Dass man für Kinder kein Geld mehr auszahlt? Dass man die Eltern überwacht? In den Kühlschrank guckt, wie bei "eheähnlichen Gemeinschaften", um nachzusehen, ob für die Kinder genug eingekauft worden ist? In die Kleiderschränke schaut?
Arme Eltern sind keine schlechteren Eltern als wohlhabende, sie haben nur schlechtere Möglichkeiten und sind zudem selbst bedürftig. Aber offenbar braucht hier jeder jemanden, auf den er herunterschauen kann.
Wohin die Sichtweise der Verachtung, der Unnachgiebigkeit und der Hartherzigkeit führt, die sie hier vertreten, sehen wir gerade in Island, Großbritannien und den USA. Da haben es die Schwätzer die oft und gerne von der neokonservativen Leistungsgesellschaft und der neoliberalen Ökonomie gefaselt haben, den Karren nicht in den Sumpf - sondern gleich an die Wand gefahren. Ausbaden kann es dann die Gesellschaft - sie muss für die Schulden und das soziale Elend aufkommen, während sich die selbsternannten Eliten irgendwo faul in der Sonne rekeln und heimlich das Geld zählen, dass sie sich von anderen ergaunert haben. Es sind nicht die Kinder, die für das Elend verantwortlich sind. Es sind auch nicht die Langzeitarbeitslosen, die Aufstocker und die Niedriglöhner, wie man es gerne aus den Businessloungen heraus der Öffentlichkeit weis machen will. Nein, es sind Leute, wie George W. Bush, Richard Cheney, die Ackermänner, die Clements, Sinns etc.. Ich habe an anderer Stelle hier im Forum einmal eine - leider unvollständige - Liste der dümmsten Sprüche aus den letzten 5 Jahren aufgelistet. Es sind Sprüche, die genau so abstoßend sind, wie weiland die Äußerung von Marie-Antoinette, die erklärte, wenn das Volk kein Brot habe, dann solle es gefälligst Kuchen essen. Ihr Ende ist bekannt.
(Überschrift entfernt. Bitte tragen Sie zu einer sachlichen Debatte bei. Die Redaktion/jk)
Was Sie hier von sich geben, ist unverschämt. Sie unterstellen damit, dass ein Großteil der Hartz IV-Empfänger Alkoholiker oder Drogenabhängige oder sonstwie nicht ganz zurechnungsfähig seien und ihren Erziehungsaufgaben nicht nachkämen.
Das ist in der Regel nicht der Fall, weil es ganz schnell gehen kann, dass jemand, der heute noch Arbeit hat, morgen entlassen und ein Jahr später Hartz IV-Empfänger ist. Da können gar nicht so viele unzuverlässige Empfänger darunter sein, das ist übelste Propaganda!
Wenn dem Staat daran gelegen wäre, die korrekte Verwendung der Mittel zu überprüfen und zu gewährleisten, müsste er zum Sachmittelprinzip zurückkehren. Ein zentrales Ziel der Hartz-Reformen war, dieses Prinzip abzuschaffen und durch die pauschalen Regelsätze zu ersetzen. Zum einen sollte den Hartz IV- Empfängern so etwas wie "Eigenverantwortung" und "Selbstständigkeit" vorgespielt werden, zum anderen ging es um das Kürzen des Budgets für Sozialleistungen. Denn Sachleistungen spiegeln immer auch die aktuell gültigen Preise wider, wenn die Sache bewilligt wird (z.B. der neue Kühlschrank), der Regelsatz ist dagegen seit seiner Einführung meist nur im gemeinsam mit den gesetzlichen Renten gestiegen (Warum eigentlich? Gibt es einen sachlichen Grund dafür?), die deutlich geringer war, als die tatsächliche Inflationsrate.
Gerade was Elektrogeräte (Kühlschrank, Staubsauger, Rasierapparat) betrifft, fährt ein Hartz IVler auf Verschleiß. Denn von dem Regelsatz muss er auch das Geld dafür absparen. Wenn er Pech und die Waschmaschine geht kaputt, dann hat er ziemlich großes Problem, denn Sachleistungen gibt es ja nicht mehr, da kann er lange sparen, bis er das wieder zusammen hat.
Lange Rede, kurzer Sinn: Wer argumentiert, dass die meisten Hartz IVler mit dem Geld grob fahrlässig oder vorsätzlich nicht umgehen können, muss zugeben, dass Hartz IV gescheitert ist und muss sich für die Rückkehr zum alten Sozialhilfesystem mit Sachleistungen aussprechen. Zum einen, weil das bei den Hartz-Rerformen unterstellte Menschenbild nicht zutreffend ist (da wurde genau das Gegenteil von dem angenommen, was Sie hier geschrieben haben), zum anderen, weil durch die fehlende Anpassung an die Teuerungsrate (gerade Brot und andere Lebensmittel, besonders Gemüse für gesunde Ernährung 2007/2008) bewusst verursacht wurde, dass die Hartz IV-Empfänger nicht mit Geld auskommen.
Und egal ob Sachmittelprinzip, oder Regelsatz: Missbrauch wird es immer geben, dass gibt es in anderen Bereichen des Lebens aber auch, wie manche Fälle von Steuerhinterziehung zeigen. Alle über einen Kamm zu scheren ist nicht angebracht.
Können sie sich vorstellen, dass schon die Eltern der bedürftigen Kinder als sie jung waren aussortiert wurden, weil deren Eltern nicht in der Lage waren für sie zu sorgen?
Können sie? Warum reden sie dann solchen Unsinn. Paragraf 6 Absatz 2 des Grundgesetzes lautet, >Pflege und Erziehung der Kinder sind das natürliche Recht der Eltern und die zuvörderst ihnen obliegende Pflicht. Über ihre Betätigung wacht die staatliche Gemeinschaft<.
Ja, sie sind aufgerufen dafür zu sorgen, dass alle Kinder zu ihrem Recht kommen. In der Regel sind es aber die konfessionell arbeitenden Organisationen, die jenseits der Rechtslage die schlimmste Not der Kinder lindern. Aber hören sie sich mal an, wie in Diskussionen über die >Kirchen< geurteilt wird.
Man wird nie allen helfen können, die Kinder haben aber ihr Leben noch vor sich. Jedes, dass aus dem Kreislauf herausgelöst wird, ist ein Erfolg. Wie geschieht das? Durch Bildung und Betreuung.
Haben sie eigentlich schon ein Patenkind? Die Hände in den Schoss legen reicht nicht.
die flächendeckende Diskriminierung von Arbeitslosen durch nahezu alle Medien wirkt, auch die meisten Politiker (achten Sie besonders mal auf die spd) sind da voll im Trend.
Es ist völlig unverständlich, daß nicht einmal Organisationen wie die Gewerkschaften, AWO, DPWV etc etc eine Anzeige wegen Volksverhetzung* erstatten. Presserat, Juristenverbände, juristische Fakultäten usw usw, keiner kriegt das Maul auf.
Statt dessen zerpfriemeln sich Historiker die mageren Gehirne, wie es denn möglich war, daß ein Schickelgruber das vergiftete Heft in die Hand nahm.
*
"Den Tatbestand einer Volksverhetzung definiert § 130 Absatz 1 des Strafgesetzbuchs:
Wer in einer Weise, die geeignet ist, den öffentlichen Frieden zu stören,
1. zum Hass gegen Teile der Bevölkerung aufstachelt oder zu Gewalt- oder Willkürmaßnahmen gegen sie auffordert oder
2. die Menschenwürde anderer dadurch angreift, dass er Teile der Bevölkerung beschimpft, böswillig verächtlich macht oder verleumdet,
wird mit Freiheitsstrafe von drei Monaten bis zu fünf Jahren bestraft." (Wiki)
Ich persönlich kenne eine ex Hartz IV- empfängerin, die jetzt wieder arbeitet (Hut ab!). Vorher war es jedoch super: Kindergarten ? zahlt das Sozialamt, Hartz IV kommt natürlich obendrauf.
Wer aber arbeitet kriegt nur 164 Euro und kann das gleich für den Kindergarten abliefern. Wie pervers !!
Die Zucht der Hartz IV -Mentalität geht also verstärkt weiter. was aber, wenn sich nicht mehr genug Idioten dfinden, die das finanzieren ?
Den Bedenken von " Wurstbrot" wurde hier bisher nur mit Aggression und Wut begegnet, gepaart mit dem häufigen Vorwurf er pauschalisiere und diskriminiere Hartz IV Empänger. Das ist schade. Herr Stenkamp jedoch hat zum Ausgleich aufgezeigt wie sehr auch Besserverdienende pauschaalisiert und diskriminiert werden.
Seine Frage:
Eines ist doch wohl hoffentlich klar: die Armen der Welt werden abgezockt, weil die Reichen ihren Hals nicht vollbekommen, die Reichen waren schon fast immer egoistisch, grosssprecherisch, heuchlerisch und haben bisher jedes Regierungssystem in den Krieg oder/und Bankrott geführt
beantworte ich hiermit: Nein, das ist weder klar noch wahr. Interessant, dass er mit seiner Aussage seiner eigenen Ansicht jede Legitimation nimmt. Ich bin generell gegen jede Diskriminierung und weiß um die Tatsache, dass Pauschalisierungen niemandem weiterhelfen, (bezeichnend, dass der Kommentator sogar für sein Synonym angegangen wird, was unsachlicher und diskriminierender nicht sein könnte, steht es doch jedem frei ein Synonym zu wählen!) genausowenig wie blindwütiges wettern auf "die anderen".
Es gibt das Problem sicherzustellen wie das Geld verwendet wird und es gibt auch das Problem von zuwenig Geld in vielen Fällen ...beides ist richtig und muss gelöst werden, neben vielen anderen Problemen. Eine Pauschallösung ist hier nicht so einfach. Der erste Leserkommentar, die Bedenken von "Wurstbrot" also, sind zwar nur ein Teil, ein Aspekt , aber in jedem Fall berechtigt. Lassen wir doch mal die Polemik beseit und suchen wir doch mal ernsthaft und realistisch nach Auswegen und Lösungen. Das wär doch zur Abwechslung mal was.
beste Grüße
Myrixamophit
heute werden Hartz-IV-Empfänger ausgegrenzt.
Geschichte wiederholt sich doch. [...]
[Entfernt. Bitte bleiben Sie im Rahmen des guten Geschmacks und verzichten Sie auf solche Vergleiche. Vielen Dank. / Die Redaktion as]
Ich finde die Frage von Wurstbrot gar nicht so dumm. Schade ist nur, dass Wurstbrot seine Meinung nicht besser erklärt hat!
Die Problematik besteht darin, dass unter Hartz-IV Familien viele sind, die mit Geld schlecht umgehen können. Solange das Geld durch Arbeit erzielt wird, ist das ein Problem der Privatsphäre! Wenn dieser schlechter Umgang mit Geld mit Steuergeldern finanziert wird, darf man diese Frage stellen!
Das Problem der Agenda 2010 besteht vor allem darin, dass sie nicht bis zu Ende durchgeführt wurde. So befinden sich unter der Kategorie Hartz-IV-Empfänger sehr viele arbeitswillige, kranke Menschen oder Menschen, die viele Jahre gearbeitet werden und in die Rentekasse eingezahlt haben.
All diese Menschen dürfen sich über diesen Kommentar ärgern, denn man hat sie in der falschen Gruppe eingesteckt!
Weiter gearbeitet werden muss ist an eine weitere gerechte Differenzierung zwischen Hartz-IV-Empfänger.
Es ist leider tatsächlich so, daß bei einem Teil der Hartz IV-Empfänger eine irrationale Verwendung des Geldes und eine schlechte Betreuung der Kinder anzutreffen sind.
An dieser Stelle möchte ich auf einen Klassiker der empirischen Soziologie, die sogenannte "Marienthalstudie" verweisen (http://de.wikipedia.org/w...). Dort wurde empirisch gezeigt, daß bei einem Teil der Betroffenen die Kombination von langandauernder Arbeitslosigkeit und Geldmangel zu Apathie und Lethargie führt, daß diese Menschen sich selbst und ihre Kinder vernachlässigen und das wenige Geld nicht richtig zusammenhalten können und sinnlos zum Fenster hinauswerfen.
In dieser Studie ging es um Menschen, die "gut funktioniert" hatten, solange sie Arbeit hatten. Man stelle sich vor, wie es bei Menschen ist, die bereits in solchen Verhältnissen aufgewachsen sind.
Es ist sehr einfach, aus einer mehr oder weniger sozial abgesicherten Position über diese Menschen den Stab zu brechen. Auf der anderen Seite ist es auch zu einfach, diese Erscheinungen einfach zu ignorieren, wenn man die Interessen von Kindern im Blick hat.
Es gibt gute Gründe für Bedenken wie die von Wurstbrot. Eine Pauschalisierung ist unangebracht (ich kann eine solche in diesem ersten Kommentar aber auch nicht finden).
Ihre Frage ist schäbig und führt, wenn man sie zu Ende denkt, dazu, dass man sich die Frage stellen muß, ob man nicht grundsätzlich auf Hartz IV Zahlungen für Kinder verzichten sollte.
Das dann eingesparte Geld könnte man ja dann Einkommensmillionären zukommen lassen, die wissen auch besser wie man mit Geld umgeht. Fragen Sie mal Herrn Zumwinkel!
Was für Schlüsse sollen aus Ihrer üblen Pauschalabwertung von Arbeitslosen, die auf Hartz-IV angewiesen sind, denn nun gezogen werden? Dass man für Kinder kein Geld mehr auszahlt? Dass man die Eltern überwacht? In den Kühlschrank guckt, wie bei "eheähnlichen Gemeinschaften", um nachzusehen, ob für die Kinder genug eingekauft worden ist? In die Kleiderschränke schaut?
Arme Eltern sind keine schlechteren Eltern als wohlhabende, sie haben nur schlechtere Möglichkeiten und sind zudem selbst bedürftig. Aber offenbar braucht hier jeder jemanden, auf den er herunterschauen kann.
Wohin die Sichtweise der Verachtung, der Unnachgiebigkeit und der Hartherzigkeit führt, die sie hier vertreten, sehen wir gerade in Island, Großbritannien und den USA. Da haben es die Schwätzer die oft und gerne von der neokonservativen Leistungsgesellschaft und der neoliberalen Ökonomie gefaselt haben, den Karren nicht in den Sumpf - sondern gleich an die Wand gefahren. Ausbaden kann es dann die Gesellschaft - sie muss für die Schulden und das soziale Elend aufkommen, während sich die selbsternannten Eliten irgendwo faul in der Sonne rekeln und heimlich das Geld zählen, dass sie sich von anderen ergaunert haben. Es sind nicht die Kinder, die für das Elend verantwortlich sind. Es sind auch nicht die Langzeitarbeitslosen, die Aufstocker und die Niedriglöhner, wie man es gerne aus den Businessloungen heraus der Öffentlichkeit weis machen will. Nein, es sind Leute, wie George W. Bush, Richard Cheney, die Ackermänner, die Clements, Sinns etc.. Ich habe an anderer Stelle hier im Forum einmal eine - leider unvollständige - Liste der dümmsten Sprüche aus den letzten 5 Jahren aufgelistet. Es sind Sprüche, die genau so abstoßend sind, wie weiland die Äußerung von Marie-Antoinette, die erklärte, wenn das Volk kein Brot habe, dann solle es gefälligst Kuchen essen. Ihr Ende ist bekannt.
(Überschrift entfernt. Bitte tragen Sie zu einer sachlichen Debatte bei. Die Redaktion/jk)
Was Sie hier von sich geben, ist unverschämt. Sie unterstellen damit, dass ein Großteil der Hartz IV-Empfänger Alkoholiker oder Drogenabhängige oder sonstwie nicht ganz zurechnungsfähig seien und ihren Erziehungsaufgaben nicht nachkämen.
Das ist in der Regel nicht der Fall, weil es ganz schnell gehen kann, dass jemand, der heute noch Arbeit hat, morgen entlassen und ein Jahr später Hartz IV-Empfänger ist. Da können gar nicht so viele unzuverlässige Empfänger darunter sein, das ist übelste Propaganda!
Wenn dem Staat daran gelegen wäre, die korrekte Verwendung der Mittel zu überprüfen und zu gewährleisten, müsste er zum Sachmittelprinzip zurückkehren. Ein zentrales Ziel der Hartz-Reformen war, dieses Prinzip abzuschaffen und durch die pauschalen Regelsätze zu ersetzen. Zum einen sollte den Hartz IV- Empfängern so etwas wie "Eigenverantwortung" und "Selbstständigkeit" vorgespielt werden, zum anderen ging es um das Kürzen des Budgets für Sozialleistungen. Denn Sachleistungen spiegeln immer auch die aktuell gültigen Preise wider, wenn die Sache bewilligt wird (z.B. der neue Kühlschrank), der Regelsatz ist dagegen seit seiner Einführung meist nur im gemeinsam mit den gesetzlichen Renten gestiegen (Warum eigentlich? Gibt es einen sachlichen Grund dafür?), die deutlich geringer war, als die tatsächliche Inflationsrate.
Gerade was Elektrogeräte (Kühlschrank, Staubsauger, Rasierapparat) betrifft, fährt ein Hartz IVler auf Verschleiß. Denn von dem Regelsatz muss er auch das Geld dafür absparen. Wenn er Pech und die Waschmaschine geht kaputt, dann hat er ziemlich großes Problem, denn Sachleistungen gibt es ja nicht mehr, da kann er lange sparen, bis er das wieder zusammen hat.
Lange Rede, kurzer Sinn: Wer argumentiert, dass die meisten Hartz IVler mit dem Geld grob fahrlässig oder vorsätzlich nicht umgehen können, muss zugeben, dass Hartz IV gescheitert ist und muss sich für die Rückkehr zum alten Sozialhilfesystem mit Sachleistungen aussprechen. Zum einen, weil das bei den Hartz-Rerformen unterstellte Menschenbild nicht zutreffend ist (da wurde genau das Gegenteil von dem angenommen, was Sie hier geschrieben haben), zum anderen, weil durch die fehlende Anpassung an die Teuerungsrate (gerade Brot und andere Lebensmittel, besonders Gemüse für gesunde Ernährung 2007/2008) bewusst verursacht wurde, dass die Hartz IV-Empfänger nicht mit Geld auskommen.
Und egal ob Sachmittelprinzip, oder Regelsatz: Missbrauch wird es immer geben, dass gibt es in anderen Bereichen des Lebens aber auch, wie manche Fälle von Steuerhinterziehung zeigen. Alle über einen Kamm zu scheren ist nicht angebracht.
Können sie sich vorstellen, dass schon die Eltern der bedürftigen Kinder als sie jung waren aussortiert wurden, weil deren Eltern nicht in der Lage waren für sie zu sorgen?
Können sie? Warum reden sie dann solchen Unsinn. Paragraf 6 Absatz 2 des Grundgesetzes lautet, >Pflege und Erziehung der Kinder sind das natürliche Recht der Eltern und die zuvörderst ihnen obliegende Pflicht. Über ihre Betätigung wacht die staatliche Gemeinschaft<.
Ja, sie sind aufgerufen dafür zu sorgen, dass alle Kinder zu ihrem Recht kommen. In der Regel sind es aber die konfessionell arbeitenden Organisationen, die jenseits der Rechtslage die schlimmste Not der Kinder lindern. Aber hören sie sich mal an, wie in Diskussionen über die >Kirchen< geurteilt wird.
Man wird nie allen helfen können, die Kinder haben aber ihr Leben noch vor sich. Jedes, dass aus dem Kreislauf herausgelöst wird, ist ein Erfolg. Wie geschieht das? Durch Bildung und Betreuung.
Haben sie eigentlich schon ein Patenkind? Die Hände in den Schoss legen reicht nicht.
die flächendeckende Diskriminierung von Arbeitslosen durch nahezu alle Medien wirkt, auch die meisten Politiker (achten Sie besonders mal auf die spd) sind da voll im Trend.
Es ist völlig unverständlich, daß nicht einmal Organisationen wie die Gewerkschaften, AWO, DPWV etc etc eine Anzeige wegen Volksverhetzung* erstatten. Presserat, Juristenverbände, juristische Fakultäten usw usw, keiner kriegt das Maul auf.
Statt dessen zerpfriemeln sich Historiker die mageren Gehirne, wie es denn möglich war, daß ein Schickelgruber das vergiftete Heft in die Hand nahm.
*
"Den Tatbestand einer Volksverhetzung definiert § 130 Absatz 1 des Strafgesetzbuchs:
Wer in einer Weise, die geeignet ist, den öffentlichen Frieden zu stören,
1. zum Hass gegen Teile der Bevölkerung aufstachelt oder zu Gewalt- oder Willkürmaßnahmen gegen sie auffordert oder
2. die Menschenwürde anderer dadurch angreift, dass er Teile der Bevölkerung beschimpft, böswillig verächtlich macht oder verleumdet,
wird mit Freiheitsstrafe von drei Monaten bis zu fünf Jahren bestraft." (Wiki)
Ich persönlich kenne eine ex Hartz IV- empfängerin, die jetzt wieder arbeitet (Hut ab!). Vorher war es jedoch super: Kindergarten ? zahlt das Sozialamt, Hartz IV kommt natürlich obendrauf.
Wer aber arbeitet kriegt nur 164 Euro und kann das gleich für den Kindergarten abliefern. Wie pervers !!
Die Zucht der Hartz IV -Mentalität geht also verstärkt weiter. was aber, wenn sich nicht mehr genug Idioten dfinden, die das finanzieren ?
Den Bedenken von " Wurstbrot" wurde hier bisher nur mit Aggression und Wut begegnet, gepaart mit dem häufigen Vorwurf er pauschalisiere und diskriminiere Hartz IV Empänger. Das ist schade. Herr Stenkamp jedoch hat zum Ausgleich aufgezeigt wie sehr auch Besserverdienende pauschaalisiert und diskriminiert werden.
Seine Frage:
Eines ist doch wohl hoffentlich klar: die Armen der Welt werden abgezockt, weil die Reichen ihren Hals nicht vollbekommen, die Reichen waren schon fast immer egoistisch, grosssprecherisch, heuchlerisch und haben bisher jedes Regierungssystem in den Krieg oder/und Bankrott geführt
beantworte ich hiermit: Nein, das ist weder klar noch wahr. Interessant, dass er mit seiner Aussage seiner eigenen Ansicht jede Legitimation nimmt. Ich bin generell gegen jede Diskriminierung und weiß um die Tatsache, dass Pauschalisierungen niemandem weiterhelfen, (bezeichnend, dass der Kommentator sogar für sein Synonym angegangen wird, was unsachlicher und diskriminierender nicht sein könnte, steht es doch jedem frei ein Synonym zu wählen!) genausowenig wie blindwütiges wettern auf "die anderen".
Es gibt das Problem sicherzustellen wie das Geld verwendet wird und es gibt auch das Problem von zuwenig Geld in vielen Fällen ...beides ist richtig und muss gelöst werden, neben vielen anderen Problemen. Eine Pauschallösung ist hier nicht so einfach. Der erste Leserkommentar, die Bedenken von "Wurstbrot" also, sind zwar nur ein Teil, ein Aspekt , aber in jedem Fall berechtigt. Lassen wir doch mal die Polemik beseit und suchen wir doch mal ernsthaft und realistisch nach Auswegen und Lösungen. Das wär doch zur Abwechslung mal was.
beste Grüße
Myrixamophit
heute werden Hartz-IV-Empfänger ausgegrenzt.
Geschichte wiederholt sich doch. [...]
[Entfernt. Bitte bleiben Sie im Rahmen des guten Geschmacks und verzichten Sie auf solche Vergleiche. Vielen Dank. / Die Redaktion as]
Ich finde die Frage von Wurstbrot gar nicht so dumm. Schade ist nur, dass Wurstbrot seine Meinung nicht besser erklärt hat!
Die Problematik besteht darin, dass unter Hartz-IV Familien viele sind, die mit Geld schlecht umgehen können. Solange das Geld durch Arbeit erzielt wird, ist das ein Problem der Privatsphäre! Wenn dieser schlechter Umgang mit Geld mit Steuergeldern finanziert wird, darf man diese Frage stellen!
Das Problem der Agenda 2010 besteht vor allem darin, dass sie nicht bis zu Ende durchgeführt wurde. So befinden sich unter der Kategorie Hartz-IV-Empfänger sehr viele arbeitswillige, kranke Menschen oder Menschen, die viele Jahre gearbeitet werden und in die Rentekasse eingezahlt haben.
All diese Menschen dürfen sich über diesen Kommentar ärgern, denn man hat sie in der falschen Gruppe eingesteckt!
Weiter gearbeitet werden muss ist an eine weitere gerechte Differenzierung zwischen Hartz-IV-Empfänger.
Es ist leider tatsächlich so, daß bei einem Teil der Hartz IV-Empfänger eine irrationale Verwendung des Geldes und eine schlechte Betreuung der Kinder anzutreffen sind.
An dieser Stelle möchte ich auf einen Klassiker der empirischen Soziologie, die sogenannte "Marienthalstudie" verweisen (http://de.wikipedia.org/w...). Dort wurde empirisch gezeigt, daß bei einem Teil der Betroffenen die Kombination von langandauernder Arbeitslosigkeit und Geldmangel zu Apathie und Lethargie führt, daß diese Menschen sich selbst und ihre Kinder vernachlässigen und das wenige Geld nicht richtig zusammenhalten können und sinnlos zum Fenster hinauswerfen.
In dieser Studie ging es um Menschen, die "gut funktioniert" hatten, solange sie Arbeit hatten. Man stelle sich vor, wie es bei Menschen ist, die bereits in solchen Verhältnissen aufgewachsen sind.
Es ist sehr einfach, aus einer mehr oder weniger sozial abgesicherten Position über diese Menschen den Stab zu brechen. Auf der anderen Seite ist es auch zu einfach, diese Erscheinungen einfach zu ignorieren, wenn man die Interessen von Kindern im Blick hat.
Es gibt gute Gründe für Bedenken wie die von Wurstbrot. Eine Pauschalisierung ist unangebracht (ich kann eine solche in diesem ersten Kommentar aber auch nicht finden).
Ihre Frage ist schäbig und führt, wenn man sie zu Ende denkt, dazu, dass man sich die Frage stellen muß, ob man nicht grundsätzlich auf Hartz IV Zahlungen für Kinder verzichten sollte.
Das dann eingesparte Geld könnte man ja dann Einkommensmillionären zukommen lassen, die wissen auch besser wie man mit Geld umgeht. Fragen Sie mal Herrn Zumwinkel!
Was für Schlüsse sollen aus Ihrer üblen Pauschalabwertung von Arbeitslosen, die auf Hartz-IV angewiesen sind, denn nun gezogen werden? Dass man für Kinder kein Geld mehr auszahlt? Dass man die Eltern überwacht? In den Kühlschrank guckt, wie bei "eheähnlichen Gemeinschaften", um nachzusehen, ob für die Kinder genug eingekauft worden ist? In die Kleiderschränke schaut?
Arme Eltern sind keine schlechteren Eltern als wohlhabende, sie haben nur schlechtere Möglichkeiten und sind zudem selbst bedürftig. Aber offenbar braucht hier jeder jemanden, auf den er herunterschauen kann.
Die Empörung hier in allen Ehren: statistisch gesehen sind Hartz-IV-Empfänger sehr wohl schlechtere Eltern. Nicht im Einzelfall, keine Frage. Aber die Wahrscheinlichkeit, daß Eltern ihre Kinder psychisch oder physisch vernachlässiger, ist unter Hartz-IV-Empfängern weit höher. Wer einmal eine "Arche" besucht hat, kann daran keinen Zweifel hegen.
Natürlich gibt es Menschen, die trotz Lebensklugheit und Verantwortungsbewußtsein das Pech haben, Hartz-IV-Empfänger zu werden. Aber bei der Mehrheit der Betroffenen, vor allem unter den Langzeitarbeitslosen, gibt es halt doch Gründ, daß sie außerstande sind, für sich selbst zu sorgen. Sehr häufig haben sie keinen oder nur einen schlechten Berufsabschluss. Manche haben haben psychischen Probleme, andere sind alkoholkrank oder depressiv. Manche haben Sprachprobleme, sind halbe Analphabeten etc.
Wer aber schon mit dem eigenen Leben überfordert ist, der ist es erst recht mit der Verantwortung für ein fremdes. Gerade junge Frauen ohne Perspektive erträumen sich nicht selten mit dem Kind eine heile Welt, eine "Aufgabe", jemanden, der sie lieb hat, am besten gleich noch eine heile Familie.
Erziehung ist aber eben KEINE Kleinigkeit, sie lebt vom Vorbild. Wer außerstande ist, einen Beruf zu meistern, bei dem liegt der Verdacht ziemlich nahe, daß er auch außerstande ist, ein Kind richtig zu betreuen. Es ist ein großes Problem bei HartzIV, daß man davon zwar durchaus vernünftig leben kann, dies aber Planung und Disziplin voraussetzt. Und genau daran fehlt es vielen Betroffenen. Das Geld ist dann schon Mitte es Monats ausgegeben, auch wenn es 100€ mehr wären. Ab diesem Zeitpunkt gibt es trocken Brot und Tütensuppe.
Auch, wenn es im Einzelfall ungerecht erscheint: Kindern in prekären Verhältnissen hilft man viel mehr mit einem kostenlosen, hochwertigen Schulmittagessen, mit einheitlicher Schulkleidung für alle oder mit Nachhilfestunden als mit zusätzlichen Geldleistungen an die Eltern.
Die Empörung hier in allen Ehren: statistisch gesehen sind Hartz-IV-Empfänger sehr wohl schlechtere Eltern. Nicht im Einzelfall, keine Frage. Aber die Wahrscheinlichkeit, daß Eltern ihre Kinder psychisch oder physisch vernachlässiger, ist unter Hartz-IV-Empfängern weit höher. Wer einmal eine "Arche" besucht hat, kann daran keinen Zweifel hegen.
Natürlich gibt es Menschen, die trotz Lebensklugheit und Verantwortungsbewußtsein das Pech haben, Hartz-IV-Empfänger zu werden. Aber bei der Mehrheit der Betroffenen, vor allem unter den Langzeitarbeitslosen, gibt es halt doch Gründ, daß sie außerstande sind, für sich selbst zu sorgen. Sehr häufig haben sie keinen oder nur einen schlechten Berufsabschluss. Manche haben haben psychischen Probleme, andere sind alkoholkrank oder depressiv. Manche haben Sprachprobleme, sind halbe Analphabeten etc.
Wer aber schon mit dem eigenen Leben überfordert ist, der ist es erst recht mit der Verantwortung für ein fremdes. Gerade junge Frauen ohne Perspektive erträumen sich nicht selten mit dem Kind eine heile Welt, eine "Aufgabe", jemanden, der sie lieb hat, am besten gleich noch eine heile Familie.
Erziehung ist aber eben KEINE Kleinigkeit, sie lebt vom Vorbild. Wer außerstande ist, einen Beruf zu meistern, bei dem liegt der Verdacht ziemlich nahe, daß er auch außerstande ist, ein Kind richtig zu betreuen. Es ist ein großes Problem bei HartzIV, daß man davon zwar durchaus vernünftig leben kann, dies aber Planung und Disziplin voraussetzt. Und genau daran fehlt es vielen Betroffenen. Das Geld ist dann schon Mitte es Monats ausgegeben, auch wenn es 100€ mehr wären. Ab diesem Zeitpunkt gibt es trocken Brot und Tütensuppe.
Auch, wenn es im Einzelfall ungerecht erscheint: Kindern in prekären Verhältnissen hilft man viel mehr mit einem kostenlosen, hochwertigen Schulmittagessen, mit einheitlicher Schulkleidung für alle oder mit Nachhilfestunden als mit zusätzlichen Geldleistungen an die Eltern.
Wohin die Sichtweise der Verachtung, der Unnachgiebigkeit und der Hartherzigkeit führt, die sie hier vertreten, sehen wir gerade in Island, Großbritannien und den USA. Da haben es die Schwätzer die oft und gerne von der neokonservativen Leistungsgesellschaft und der neoliberalen Ökonomie gefaselt haben, den Karren nicht in den Sumpf - sondern gleich an die Wand gefahren. Ausbaden kann es dann die Gesellschaft - sie muss für die Schulden und das soziale Elend aufkommen, während sich die selbsternannten Eliten irgendwo faul in der Sonne rekeln und heimlich das Geld zählen, dass sie sich von anderen ergaunert haben. Es sind nicht die Kinder, die für das Elend verantwortlich sind. Es sind auch nicht die Langzeitarbeitslosen, die Aufstocker und die Niedriglöhner, wie man es gerne aus den Businessloungen heraus der Öffentlichkeit weis machen will. Nein, es sind Leute, wie George W. Bush, Richard Cheney, die Ackermänner, die Clements, Sinns etc.. Ich habe an anderer Stelle hier im Forum einmal eine - leider unvollständige - Liste der dümmsten Sprüche aus den letzten 5 Jahren aufgelistet. Es sind Sprüche, die genau so abstoßend sind, wie weiland die Äußerung von Marie-Antoinette, die erklärte, wenn das Volk kein Brot habe, dann solle es gefälligst Kuchen essen. Ihr Ende ist bekannt.
(Überschrift entfernt. Bitte tragen Sie zu einer sachlichen Debatte bei. Die Redaktion/jk)
ist das ein durchaus sachlicher Beitrag
ist das ein durchaus sachlicher Beitrag
Was Sie hier von sich geben, ist unverschämt. Sie unterstellen damit, dass ein Großteil der Hartz IV-Empfänger Alkoholiker oder Drogenabhängige oder sonstwie nicht ganz zurechnungsfähig seien und ihren Erziehungsaufgaben nicht nachkämen.
Das ist in der Regel nicht der Fall, weil es ganz schnell gehen kann, dass jemand, der heute noch Arbeit hat, morgen entlassen und ein Jahr später Hartz IV-Empfänger ist. Da können gar nicht so viele unzuverlässige Empfänger darunter sein, das ist übelste Propaganda!
Wenn dem Staat daran gelegen wäre, die korrekte Verwendung der Mittel zu überprüfen und zu gewährleisten, müsste er zum Sachmittelprinzip zurückkehren. Ein zentrales Ziel der Hartz-Reformen war, dieses Prinzip abzuschaffen und durch die pauschalen Regelsätze zu ersetzen. Zum einen sollte den Hartz IV- Empfängern so etwas wie "Eigenverantwortung" und "Selbstständigkeit" vorgespielt werden, zum anderen ging es um das Kürzen des Budgets für Sozialleistungen. Denn Sachleistungen spiegeln immer auch die aktuell gültigen Preise wider, wenn die Sache bewilligt wird (z.B. der neue Kühlschrank), der Regelsatz ist dagegen seit seiner Einführung meist nur im gemeinsam mit den gesetzlichen Renten gestiegen (Warum eigentlich? Gibt es einen sachlichen Grund dafür?), die deutlich geringer war, als die tatsächliche Inflationsrate.
Gerade was Elektrogeräte (Kühlschrank, Staubsauger, Rasierapparat) betrifft, fährt ein Hartz IVler auf Verschleiß. Denn von dem Regelsatz muss er auch das Geld dafür absparen. Wenn er Pech und die Waschmaschine geht kaputt, dann hat er ziemlich großes Problem, denn Sachleistungen gibt es ja nicht mehr, da kann er lange sparen, bis er das wieder zusammen hat.
Lange Rede, kurzer Sinn: Wer argumentiert, dass die meisten Hartz IVler mit dem Geld grob fahrlässig oder vorsätzlich nicht umgehen können, muss zugeben, dass Hartz IV gescheitert ist und muss sich für die Rückkehr zum alten Sozialhilfesystem mit Sachleistungen aussprechen. Zum einen, weil das bei den Hartz-Rerformen unterstellte Menschenbild nicht zutreffend ist (da wurde genau das Gegenteil von dem angenommen, was Sie hier geschrieben haben), zum anderen, weil durch die fehlende Anpassung an die Teuerungsrate (gerade Brot und andere Lebensmittel, besonders Gemüse für gesunde Ernährung 2007/2008) bewusst verursacht wurde, dass die Hartz IV-Empfänger nicht mit Geld auskommen.
Und egal ob Sachmittelprinzip, oder Regelsatz: Missbrauch wird es immer geben, dass gibt es in anderen Bereichen des Lebens aber auch, wie manche Fälle von Steuerhinterziehung zeigen. Alle über einen Kamm zu scheren ist nicht angebracht.
Wer argumentiert, dass die meisten Hartz IVler mit dem Geld grob fahrlässig oder vorsätzlich nicht umgehen können, muss zugeben, dass Hartz IV gescheitert ist und muss sich für die Rückkehr zum alten Sozialhilfesystem mit Sachleistungen aussprechen. Zum einen, weil das bei den Hartz-Rerformen unterstellte Menschenbild nicht zutreffend ist
Darauf wird es wohl hinauslaufen: geringerer Sockelbetrag und die Wiedereinführung von Sachleistungen. Es gibt einfach zu viele Sozialhilfeempfänger, die mit Geld nicht rational umgehen können. Da ist trotz 1800 Euro für einen vierköpfigen Haushalt in der letzten Woche des Monats kein Geld mehr für Nahrungsmittel da. 100 Euro mehr für die Kinder ändern daran nichts.
Die Zusammenlegung von Arbeitslosenhilfe und Sozialhilfe war der Kardinalfehler. Hier haben sich Gutmenschen mit illusionärem Menschenbild und Möchtgern-Einsparer zusammengefunden und das grösstmögliche Chaos angerichtet.
Wer argumentiert, dass die meisten Hartz IVler mit dem Geld grob fahrlässig oder vorsätzlich nicht umgehen können, muss zugeben, dass Hartz IV gescheitert ist und muss sich für die Rückkehr zum alten Sozialhilfesystem mit Sachleistungen aussprechen. Zum einen, weil das bei den Hartz-Rerformen unterstellte Menschenbild nicht zutreffend ist
Darauf wird es wohl hinauslaufen: geringerer Sockelbetrag und die Wiedereinführung von Sachleistungen. Es gibt einfach zu viele Sozialhilfeempfänger, die mit Geld nicht rational umgehen können. Da ist trotz 1800 Euro für einen vierköpfigen Haushalt in der letzten Woche des Monats kein Geld mehr für Nahrungsmittel da. 100 Euro mehr für die Kinder ändern daran nichts.
Die Zusammenlegung von Arbeitslosenhilfe und Sozialhilfe war der Kardinalfehler. Hier haben sich Gutmenschen mit illusionärem Menschenbild und Möchtgern-Einsparer zusammengefunden und das grösstmögliche Chaos angerichtet.
Können sie sich vorstellen, dass schon die Eltern der bedürftigen Kinder als sie jung waren aussortiert wurden, weil deren Eltern nicht in der Lage waren für sie zu sorgen?
Können sie? Warum reden sie dann solchen Unsinn. Paragraf 6 Absatz 2 des Grundgesetzes lautet, >Pflege und Erziehung der Kinder sind das natürliche Recht der Eltern und die zuvörderst ihnen obliegende Pflicht. Über ihre Betätigung wacht die staatliche Gemeinschaft<.
Ja, sie sind aufgerufen dafür zu sorgen, dass alle Kinder zu ihrem Recht kommen. In der Regel sind es aber die konfessionell arbeitenden Organisationen, die jenseits der Rechtslage die schlimmste Not der Kinder lindern. Aber hören sie sich mal an, wie in Diskussionen über die >Kirchen< geurteilt wird.
Man wird nie allen helfen können, die Kinder haben aber ihr Leben noch vor sich. Jedes, dass aus dem Kreislauf herausgelöst wird, ist ein Erfolg. Wie geschieht das? Durch Bildung und Betreuung.
Haben sie eigentlich schon ein Patenkind? Die Hände in den Schoss legen reicht nicht.
Neben meinen eigenen drei Kindern habe ich zwei Patenkinder, von "Hände ich den Schoß legen" kann keine Rede sein. Was ich allerdings beobachte ist, dass das mit der "Pflicht" (s.o.) nicht selten zu kurz kommt. Nicht nur in "Hartz-IV"-Familien. Da jedoch "Hartz-IV"-Familien staatliche Hilfe erhalten, sollte wenigstens hier versucht werden sicherzustellen, dass die Hilfe auch wirklich bei den Kindern ankommt.
Wie das in der Praxis frei von Diskriminierung funktionieren soll kann ich auch nicht sagen, leider kenne ich kein Patentrezept. Ich wollte mit meinem Beitrag betonen, dass es mit mehr Geld alleine nicht gaten ist, dass leider viele Kinder davon wahrscheinlich herzlich wenig haben werden.
Offenbar wurde ich von vielen Lesern falsch verstanden, schade.
Neben meinen eigenen drei Kindern habe ich zwei Patenkinder, von "Hände ich den Schoß legen" kann keine Rede sein. Was ich allerdings beobachte ist, dass das mit der "Pflicht" (s.o.) nicht selten zu kurz kommt. Nicht nur in "Hartz-IV"-Familien. Da jedoch "Hartz-IV"-Familien staatliche Hilfe erhalten, sollte wenigstens hier versucht werden sicherzustellen, dass die Hilfe auch wirklich bei den Kindern ankommt.
Wie das in der Praxis frei von Diskriminierung funktionieren soll kann ich auch nicht sagen, leider kenne ich kein Patentrezept. Ich wollte mit meinem Beitrag betonen, dass es mit mehr Geld alleine nicht gaten ist, dass leider viele Kinder davon wahrscheinlich herzlich wenig haben werden.
Offenbar wurde ich von vielen Lesern falsch verstanden, schade.
... der braucht sich auch dreissig Jahre spaeter ueber eine immer kleinere gesetzliche Rente beschweren.
Inzwischen sind Kinder ein haeufiger Armutsgrund. Ich verstehe nicht, wie der Staat seine groesste und wichtigste Zukunftsinvestition verkommen lassen kann. Einmal abgesehen davon, was menschlich ist.
Ganz nach dem Motto:
"Was haben zukuenftige Generationen schon je fuer uns getan?"
Leider will das ja niemand von den sich konservativ schimpfenden politischen Akteuren hören - Ehrenwort!. Auf der einen Seite wird herumgegreint, es gäbe viel zu wenig Kinder, auf der anderen Seite wird ihnen die Zukunft einfach abgeschnitten. In der Familienpolitik herrscht Absurdistan pur - man ruft nach mehr Kinderbetreuungsplätzen, weigert sich aber fast im gleichen Satz, die dafür notwendigen Geldmittel bereit zu stellen. Man legt ein Konjunkturpaket auf, das auch die Renovierung der Schulen umfasst, vergisst aber gleichzeitig, dass für die Instandhaltung der Schulen die Kommunen zuständig sind - diese aber oftmals unter Zwangsverwaltung stehen und das Geld gar nicht für die Renovierung von Schulen ausgeben dürfen.
Man jammert und greint wegen der geringen Geburtenraten, schwadroniert aber anderenorts davon, es würden die Falschen die Kinder bekommen. Man fordert ein Mehr an Moral von der Bevölkerung, lässt aber ein paar Spielsüchtige an der Börse so richtig zocken, dass am Ende allen zusammen - auch denen, die dafür nicht verantwortlich sind - ganze Volkswirtschaften um die Ohren fliegen. Man bejammert, dass niemand mehr studiert - bestreitet aber vehement, dass dafür massive Erschwerungen beim Hochschulzugang und massive Sparerereien an den Universitäten verantwortlich sind.
Merkt denn keiner, dass das alles nur noch absurde Lügengebäude sind?
Dauersozialhilfebeziehern später einmal was für die Rentenkassen tun, liegen Sie im Argen. Die Konstellation des Problems ist doch, daß manche Kinder bereits von frühester Jugend an sehen, daß es gar keiner Arbeitsaufnahme bedarf, um ein ein bescheidenes Leben führen zu können. Der Kardinalfehler bei Hartz IV liegt ganz woanders. Er liegt in der absoluten Gleichmacherei. Kein Richter (die meisten sind familienpolitisch und damit von ihrer Ideologie noch im 3. Reich angesiedelt) käme hier je auf Gedanken ein Grundsatzurteil zu fällen, daß der gleiche Satz für einen 55 Jährigen, der nach 35 Jahren durch die Insolvenz seines Arbeitgebers seine Stelle verloren hat und durch die in diesem Lande herrschende Altersdiskriminierung keine Stelle mehr findet, verfassungswidrig ist, weil er keinen Cent mehr erhält als der 25 Jährige Drogenabhängige, der sich mitten im Metadonprogramm befindet und noch keinen Tag gearbeitet hat. Aber die wirkliche Ungerechtigkeit in der Ausgestaltung der Hartz Gesetze zu ändern, ist den deutschen Richtern völlig egal. Da tummelt man sich lieber auf Nebenkriegsschauplätzen, nur um seiner ideologischen Verliebtheit Rechnung zu tragen.
Kommt drauf an, wie Sie Armut definieren. Gemessen am frei verfügbaren Einkommen sind Eltern der unteren Mittelschicht tatsächlich nicht selten ärmer als Sozialhilfeempfänger.
Bei Hartz-IV-Empfängern sieht die Gleichung aber eher umgekehrt aus. Nicht Kinder machen materiell arm, sondern soziokulturell (an Bildung, Sozialverhalten etc) arme Menschen haben paradoxerweise überproportional viele Kinder.
Leider will das ja niemand von den sich konservativ schimpfenden politischen Akteuren hören - Ehrenwort!. Auf der einen Seite wird herumgegreint, es gäbe viel zu wenig Kinder, auf der anderen Seite wird ihnen die Zukunft einfach abgeschnitten. In der Familienpolitik herrscht Absurdistan pur - man ruft nach mehr Kinderbetreuungsplätzen, weigert sich aber fast im gleichen Satz, die dafür notwendigen Geldmittel bereit zu stellen. Man legt ein Konjunkturpaket auf, das auch die Renovierung der Schulen umfasst, vergisst aber gleichzeitig, dass für die Instandhaltung der Schulen die Kommunen zuständig sind - diese aber oftmals unter Zwangsverwaltung stehen und das Geld gar nicht für die Renovierung von Schulen ausgeben dürfen.
Man jammert und greint wegen der geringen Geburtenraten, schwadroniert aber anderenorts davon, es würden die Falschen die Kinder bekommen. Man fordert ein Mehr an Moral von der Bevölkerung, lässt aber ein paar Spielsüchtige an der Börse so richtig zocken, dass am Ende allen zusammen - auch denen, die dafür nicht verantwortlich sind - ganze Volkswirtschaften um die Ohren fliegen. Man bejammert, dass niemand mehr studiert - bestreitet aber vehement, dass dafür massive Erschwerungen beim Hochschulzugang und massive Sparerereien an den Universitäten verantwortlich sind.
Merkt denn keiner, dass das alles nur noch absurde Lügengebäude sind?
Dauersozialhilfebeziehern später einmal was für die Rentenkassen tun, liegen Sie im Argen. Die Konstellation des Problems ist doch, daß manche Kinder bereits von frühester Jugend an sehen, daß es gar keiner Arbeitsaufnahme bedarf, um ein ein bescheidenes Leben führen zu können. Der Kardinalfehler bei Hartz IV liegt ganz woanders. Er liegt in der absoluten Gleichmacherei. Kein Richter (die meisten sind familienpolitisch und damit von ihrer Ideologie noch im 3. Reich angesiedelt) käme hier je auf Gedanken ein Grundsatzurteil zu fällen, daß der gleiche Satz für einen 55 Jährigen, der nach 35 Jahren durch die Insolvenz seines Arbeitgebers seine Stelle verloren hat und durch die in diesem Lande herrschende Altersdiskriminierung keine Stelle mehr findet, verfassungswidrig ist, weil er keinen Cent mehr erhält als der 25 Jährige Drogenabhängige, der sich mitten im Metadonprogramm befindet und noch keinen Tag gearbeitet hat. Aber die wirkliche Ungerechtigkeit in der Ausgestaltung der Hartz Gesetze zu ändern, ist den deutschen Richtern völlig egal. Da tummelt man sich lieber auf Nebenkriegsschauplätzen, nur um seiner ideologischen Verliebtheit Rechnung zu tragen.
Kommt drauf an, wie Sie Armut definieren. Gemessen am frei verfügbaren Einkommen sind Eltern der unteren Mittelschicht tatsächlich nicht selten ärmer als Sozialhilfeempfänger.
Bei Hartz-IV-Empfängern sieht die Gleichung aber eher umgekehrt aus. Nicht Kinder machen materiell arm, sondern soziokulturell (an Bildung, Sozialverhalten etc) arme Menschen haben paradoxerweise überproportional viele Kinder.
seine Wahlspenden bekommt.
Wussten Sie dass die Erbschaftssteuer 94% betagen muss, um zu erreichen, dassjemand der 100 Millionen geerbt hat, an sein Kind 100 Millionen vererbt. Und nicht 1 Milliarde.
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