Folgen der Krise Islands Regierungskoalition zerbrochen
Unabhängigkeitspartei und Sozialdemokraten gehen ab sofort getrennte Wege in dem fast bankrotten Land. Neuwahlen sind schon angekündigt
Die isländische Regierung ist an den Folgen der Finanzkrise zerbrochen. Ministerpräsident Geir Haarde sagte nach Krisengesprächen am Montag in Reykjavik, er werde noch im Laufe des Tages seinen Rücktritt beim Präsidenten einreichen. Island musste wegen der Finanzkrise mit internationaler Hilfe vor einem Staatsbankrott gerettet werden.
Zuvor hatten sich die beiden Koalitionspartner – Haardes Unabhängigkeitspartei und die Sozialdemokratische Allianz – zu getrennten Gesprächen getroffen. Er hätte eine Fortsetzung der Koalition für die beste Lösung gehalten, sagte Haarde zu Journalisten. Dies sei aber nicht möglich.
Haarde hatte zuvor Neuwahlen für den 9. Mai vorgeschlagen. Er selbst will wegen einer Krebserkrankung nicht mehr antreten. Möglicherweise wird der Wahltermin nun vorgezogen.
Am Sonntag war Wirtschaftsminister Bjorgvin Sigurdsson nach tagelangen Protesten zurückgetreten. Er übernehme mit seinem Schritt die Verantwortung für den Zusammenbruch des Finanzsystems, sagte der 38-jährige Sozialdemokrat und forderte die Führung der Finanzaufsicht ebenfalls zum Rücktritt auf.
Die Inselrepublik im Atlantik mit 320.000 Einwohnern ist seit dem Zusammenbruch der drei größten Banken im November besonders hart von den Folgen der internationalen Finanzkrise betroffen. Tausende Demonstranten hatten bei zuletzt täglichen Protesten immer wieder den sofortigen Rücktritt der Regierung und umgehende Neuwahlen verlangt.
- Datum 04.05.2009 - 11:05 Uhr
- Quelle ZEIT ONLINE, Reuters, dpa
- Versenden E-Mail verschicken
- Empfehlen Facebook, Twitter, Google+
- Artikel Drucken Druckversion | PDF
-
Artikel-Tools präsentiert von:





Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren