Download-Geschäft Musikgenuss mit Hindernissen

Die meisten Musikdateien gibt es im Internet bereits jetzt ohne Kopierschutz. Doch damit sind nicht alle Barrieren beseitigt. Musicload, iTunes Plus und Libri.de im Praxistest

„Unbegrenzt kopieren, brennen und abspielen“, bewirbt die Telekom-Tochter Musicload ihre Musikdateien

„Unbegrenzt kopieren, brennen und abspielen“, bewirbt die Telekom-Tochter Musicload ihre Musikdateien

Den Stein, den Apple-Firmenvize Phil Schiller ins Rollen brachte, als er die komplette Abschaffung des Kopierschutzes im weltweit größten Internet-Musikgeschäft iTunes ankündigte, war gewaltig. Bis Ende März sollen alle acht Millionen Songs aus iTunes ohne die lästige digitale Fußfessel angeboten werden.

Von nun an war kein Halten mehr. Der deutsche Konkurrent Musicload von T-Home zog sofort nach und will seinen Katalog aus 6,5 Millionen Songs bis Anfang April ebenfalls „nahezu komplett“ umstellen. Geniale Zeiten für Musikliebhaber, sollte man meinen. Einen Großteil des Angebots bieten iTunes und Music load freilich schon jetzt ohne Kopierschutz an. Für uns eine gute Gelegenheit, die Zukunft des kopierfreien Musikgenusses einem Test zu unterziehen.

Anzeige

Um es vorweg zu sagen: Bei Apples iTunes bleibt es für Musikliebhaber ohne iPod eine komplizierte Angelegenheit, die neue Freiheit mit iTunes Plus zu genießen. Mit dem Abspielgerät von Apple ist alles ganz einfach. Das Programm iTunes (sowohl Mac als auch Windows) verwaltet sowohl die beim iTunes-Store gekaufte als auch die von CD in den Computer kopierte Musik. Zugleich dient das Programm dazu, den iPod-Musikplayer mit Musik zu befüllen.

Ob es sich um kopiergeschützte Musik oder DRM-freie Musik vom Typ iTunes Plus handelt, macht keinen Unterschied – so lange man einen iPod anschließt. Um die iTunes-Plus-Songs – nur noch fünf der hundert Top-Alben werden aktuell mit Kopierschutz angeboten – mit einem MP3-Player eines anderen Herstellers abspielen zu können, steht dem Nutzer ein Hindernislauf bevor. Nach dem Kauf der Stücke oder Alben besorgt iTunes das Herunterladen der Dateien automatisch.

Die Stücke landen im Verzeichnis iTunesiTunes Music und werden dort im Apple-eigenen Format AAC in sehr guter 256-Kilobit-Qualität abgespeichert, bei iTunes Plus eben ohne Kopierschutz. Über den iTunes-Menüpunkt „Erweitert“ gelangt man zur Funktion „MP3 Version erstellen“. Die zuvor ausgewählten Stücke oder Alben werden nun im gleichen Ordner zusätzlich als MP3-Datei gespeichert – in der Grundeinstellung allerdings nur in bescheidener 128-Kilobit-Qualität.

Beim Überspielen der umgewandelten Stücke auf einen MP3-Player verweigert sich iTunes ganz. Nun werden andere Programme wie beispielsweise der Windows Media Player oder ein vergleichbares Programm wie Creatives Media Source Organizer benötigt. Sind die Programme auf die automatische Überwachung der Musikordner eingestellt – inklusive des iTunes-Ordners – werden die in MP3 umgewandelten Stücke automatisch erkannt und zur Bibliothek hinzugefügt. Andernfalls muss der Ordner per Hand hinzugefügt werden, um danach die neuen Songs zum MP3-Player zu transportieren.

Service