Artensterben Die letzte Reise der Pinguine?

Wenn das antarktische Meereis wie erwartet schmilzt, könnten die Vögel Ende des Jahrhunderts fast ausgestorben sein

Pinguine im antarktischen Adelieland. Die Vögel sind zum Symbol für den Lebensraum am Südpol geworden. An der Packeisgrenze tauchen sie ins Wasser hinab, um Fische zu fangen.

Pinguine im antarktischen Adelieland. Die Vögel sind zum Symbol für den Lebensraum am Südpol geworden. An der Packeisgrenze tauchen sie ins Wasser hinab, um Fische zu fangen.

Millionen von Kinobesuchern haben die Kaiserpinguine bei ihrer Wanderung durch das weiße unwirtliche Nichts der Antarktis begleitet. In seinem Film Die Reise der Pinguine erzählte Luc Jacquet 2006 die Geschichte der flugunfähigen Vögel und begeisterte damit Menschen weltweit. Jetzt sind die größten und schwersten Pinguine in existenzieller Gefahr: Der Klimawandel bedroht ihren Lebensraum.

Die Wahrscheinlichkeit, dass der Kaiserpinguin Aptenodytes forsteri bis 2100 praktisch ausgestorben sein wird, liege bei mindestens 36 Prozent, schreiben Stéphanie Jenouvrier und ihr Team im Wissenschaftsmagazin PNAS . Die Biologen vom Ozeanografischen Woods-Hole-Institut in Massachusetts fürchten, dass die derzeit etwa 6000 brütenden Pinguinpaare im antarktischen Adelieland in den nächsten Jahrzehnten auf 400 schrumpfen werden.

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Für ihre Verwandten auf der antarktischen Halbinsel sieht es ähnlich dramatisch aus. Der Grund: Der Packeisgürtel um die Antarktis schwindet mit steigenden Temperaturen. Die düstere Prognose stützt sich auf zehn unterschiedliche Klimamodelle des Weltklimarates IPCC und Zahlen zum Bestand der Tiere aus den Jahren 1962 bis 2005.

Häufige Warmwetterphasen in der Vergangenheit hatten vielen Kaiserpinguinen bereits das Leben gekostet. Zwischen 1972 und 1981 schmolz das Meereis im Adelieland durchschnittlich um 11 Prozent und brach auf. Zur selben Zeit verringerte sich die Pinguinpopulation um die Hälfte, schreiben die Forscher. Für die berühmten Tiere, die etwa 1,30 Meter groß werden, ist aber gerade eine geschlossene Eisdecke wichtig. Um einen Partner zu finden und ihren Nachwuchs groß zu ziehen, wandern die Vögel bis zu 200 Kilometer ins Landesinnere. Sie kehren erst nach wochenlanger Reise zurück an die Packeisgrenze auf die Suche nach Fisch. Je wärmer es allerdings ist, desto weniger Krill ist auch für die Fische zum Fressen da. Ihre Zahl sinkt und mit ihnen die Nahrungsgrundlage der Kaiserpinguine.

Die Biologen um Jenouvrier haben wenig Hoffnung für die majestätischen Vögel: Die einzige Möglichkeit ihrem Aussterben zu entgehen sei die Anpassung. Nur wenn die Kaiserpinguine es schaffen beispielsweise ihre Brutperiode zu verlagern oder in andere Regionen zu wandern. Allerdings haben sich die langlebigen Kaiserpinguine, die bis zu 50 Jahre alt werden können, so sehr an ihren Lebensraum gewöhnt, dass sie sich im Gegensatz zu anderen Seevogelarten in der Vergangenheit kaum an Klimaveränderungen angepasst haben. Das könnte ihnen bald zum Verhängnis werden.

 
Leser-Kommentare
  1. Im vergangenen Jahr hatte die antarktische Meereisbedeckung eine Rekordgröße erreicht. Die weltweiten Meere haben sich im vergangenen Jahre nicht mehr erwärmt. Die globalen Temperaturen stagnieren seit 2002 und haben sogar eine leicht fallende Tenenz.

    So bleibt als Beweis für die Voraussagen zu den bald ausgerotteten Pinguine nur die Klimarechenmodelle, an deren Wahrheitsgehalt die Autoren offenbar nicht zweifeln sondern sie anscheinend als der Weitheit letzten Schlusses ansehen.

    Dabei ist gerade die Entwicklung der antarktischen Verhältnisse alles andere als eindeutig. Angeblich soll es jetzt sogar wärmer werden, nachdem bis jetzt feststand, dass sich die Antarktis abkühlt.

    Für die Klimamodellierer ist dies kein Widerspruch zu ihren Thesen und beides steht in Übereinstimmung mit ihren Berechnungen.

    Dabei kommen die Modelle sogar ohne einen Sonneneinfluss auf sich verändernde globale Temperaturen aus und von einer Pacific Decadel Oszillation, abgekürzt PDO, haben sie angeblich noch nie etwas gehört. Die drehte 1976 in ihre Warmphase, womit die letzte Etappe der globalen Erwärmung eingeläutet wurde.

    Inzwischen hat die PDO wieder in ihre Kaltphase gewechselt. Das Ergebnis sind leicht fallende globalen Temperaturen.

    Die Pinguine können also beruhigt sein.

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    • Khen
    • 28.01.2009 um 0:25 Uhr

    ...woher sie die Aussage bekommen, dass "die globalen Temperaturen [...] seit 2002" stagnieren.

    Wenn ich mir die Temperaturkurve der NASA für die mittlere Globale Temperatur mit den 1-Jahres-Durchschnitten als Datenpunkte ansehe, dann sehe ich da weder ein eindeutiges Zeichen für eine "Stagnation" noch ein Abkühlen.

    Ich sehe da eine Fluktuation auf äußerst hohem Niveau, sogar mit einer gewissen Aufwärtstendenz.

    Derartige Fluktuationen gibt es auch beispielsweise für die Zeitspannen 1970-1978 oder 1980-1990. Nach denen ging es dann übrigens wieder prompt weiter nach oben. Das nur mal als Gegenbeispiel für ihre These, dass eine Stagnation eine Entspannung der Lage darstelle.

    Die Sonne hat schon einen Einfluss - nur leider heisst das noch lange nicht, dass der anthropogene Anteil der Erwärmung/Abkühlungseffekte zu vernachlässigen wäre.

    Und dann sind da natürlich noch die weiteren Effekte, die ein ungehemmtes Erzeugen von CO2 nach sich zieht. Ich denke, dass alle möglichen Schalentiere übersäuerte Meere ganz toll finden werden...

    • Khen
    • 28.01.2009 um 0:25 Uhr

    ...woher sie die Aussage bekommen, dass "die globalen Temperaturen [...] seit 2002" stagnieren.

    Wenn ich mir die Temperaturkurve der NASA für die mittlere Globale Temperatur mit den 1-Jahres-Durchschnitten als Datenpunkte ansehe, dann sehe ich da weder ein eindeutiges Zeichen für eine "Stagnation" noch ein Abkühlen.

    Ich sehe da eine Fluktuation auf äußerst hohem Niveau, sogar mit einer gewissen Aufwärtstendenz.

    Derartige Fluktuationen gibt es auch beispielsweise für die Zeitspannen 1970-1978 oder 1980-1990. Nach denen ging es dann übrigens wieder prompt weiter nach oben. Das nur mal als Gegenbeispiel für ihre These, dass eine Stagnation eine Entspannung der Lage darstelle.

    Die Sonne hat schon einen Einfluss - nur leider heisst das noch lange nicht, dass der anthropogene Anteil der Erwärmung/Abkühlungseffekte zu vernachlässigen wäre.

    Und dann sind da natürlich noch die weiteren Effekte, die ein ungehemmtes Erzeugen von CO2 nach sich zieht. Ich denke, dass alle möglichen Schalentiere übersäuerte Meere ganz toll finden werden...

    • sv1en
    • 27.01.2009 um 23:01 Uhr

    Mir fehlt da die farbige Markierung am Hals/Kopf. Ich hätte eher auf Adelie-Pinguine getippt.

  2. Wenn die einzige Möglichkeit zu überleben die Anpassung ist, dann sehen die Biologen um Jenouvrier für die majestätischen Vögel vermutlich zu Recht schwarz. Traurig aber wahr: Die KAISERPINGUINE werden gnadenlos wegevolutioniert.

    • Khen
    • 28.01.2009 um 0:25 Uhr

    ...woher sie die Aussage bekommen, dass "die globalen Temperaturen [...] seit 2002" stagnieren.

    Wenn ich mir die Temperaturkurve der NASA für die mittlere Globale Temperatur mit den 1-Jahres-Durchschnitten als Datenpunkte ansehe, dann sehe ich da weder ein eindeutiges Zeichen für eine "Stagnation" noch ein Abkühlen.

    Ich sehe da eine Fluktuation auf äußerst hohem Niveau, sogar mit einer gewissen Aufwärtstendenz.

    Derartige Fluktuationen gibt es auch beispielsweise für die Zeitspannen 1970-1978 oder 1980-1990. Nach denen ging es dann übrigens wieder prompt weiter nach oben. Das nur mal als Gegenbeispiel für ihre These, dass eine Stagnation eine Entspannung der Lage darstelle.

    Die Sonne hat schon einen Einfluss - nur leider heisst das noch lange nicht, dass der anthropogene Anteil der Erwärmung/Abkühlungseffekte zu vernachlässigen wäre.

    Und dann sind da natürlich noch die weiteren Effekte, die ein ungehemmtes Erzeugen von CO2 nach sich zieht. Ich denke, dass alle möglichen Schalentiere übersäuerte Meere ganz toll finden werden...

  3. Antwort auf Kommentar Nr. 4

    Es gibt einen erheblichen Unterschied zwischen GISS Temperatur-Verlautbarungen und denen durch Satelliten gemessenen Temperaturen. Die zeigen eindeutig einen Abwärtstrend.

    http://wattsupwiththat.co...

    In den Klimarechenmodellen, bis auf eine Ausnahme, wird angenommen, dass die Sonne keinen Einfluss auf globale Temperaturveränderungen hat. Die Sonne wird demgemäss bei den Simulationen nicht berücksichtigt.

    Von den meisten Kritikern wird nicht behauptet, dass CO2 keinen Einfluss auf Temperaturveränderungen hat. Es wird jedoch bestritten, dass es den überwiegenden bis ausschließlichen Teil der globalen Temperaturveränderungen verursacht.

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    • Khen
    • 28.01.2009 um 15:36 Uhr

    ... wie wäre es dann, wenn sie sich mal Seiten anschauen, die sich _fundiert_ mit der Klimatologie auseinandersetzen?

    http://www.realclimate.org/

    Ich zitiere gleich mal aus dem ersten Eintrag, der sich (Wunder über Wunder) mit dem Antarktis-Thema beschäftigt...

    [...]It was of course a classic 'cherry pick' - find a region or time period when there is a cooling trend and imply that this contradicts warming trends on global scales over longer time periods. Given a complex dynamic system, such periods and regions will always be found, and so as a tactic it can always be relied on.[...]

    Ist das nicht schön, kommt das einem nicht irgendwie bekannt vor?

    • Khen
    • 28.01.2009 um 15:36 Uhr

    ... wie wäre es dann, wenn sie sich mal Seiten anschauen, die sich _fundiert_ mit der Klimatologie auseinandersetzen?

    http://www.realclimate.org/

    Ich zitiere gleich mal aus dem ersten Eintrag, der sich (Wunder über Wunder) mit dem Antarktis-Thema beschäftigt...

    [...]It was of course a classic 'cherry pick' - find a region or time period when there is a cooling trend and imply that this contradicts warming trends on global scales over longer time periods. Given a complex dynamic system, such periods and regions will always be found, and so as a tactic it can always be relied on.[...]

    Ist das nicht schön, kommt das einem nicht irgendwie bekannt vor?

    • Khen
    • 28.01.2009 um 15:36 Uhr

    ... wie wäre es dann, wenn sie sich mal Seiten anschauen, die sich _fundiert_ mit der Klimatologie auseinandersetzen?

    http://www.realclimate.org/

    Ich zitiere gleich mal aus dem ersten Eintrag, der sich (Wunder über Wunder) mit dem Antarktis-Thema beschäftigt...

    [...]It was of course a classic 'cherry pick' - find a region or time period when there is a cooling trend and imply that this contradicts warming trends on global scales over longer time periods. Given a complex dynamic system, such periods and regions will always be found, and so as a tactic it can always be relied on.[...]

    Ist das nicht schön, kommt das einem nicht irgendwie bekannt vor?

  4. Sie können mir ja viele Artikel empfehlen, nur nicht Real Climate.

    Real Climate ist der blog von Gavin Schmidt und seinen Mitstreitern, die vor allem eines im Sinn haben, ihre Klimarechenmodelle zu rechtfertigen.

    Schmidt ist auch derjenige, der sich äußert : Egal ob Erwärmung oder Abkühlung, es ist mit der Theorie der Globalen Erwärmung vereinbar.

    Vielleicht befassen Sie sich einmal mit :

    http://therealrevo.com/bl...

    Wenn das nicht genügt, dann kann ich Ihnen noch eine Menge anderer Artikel empfehlen, z. B. von Pielke jr.

    Vielleicht leslen Sie auch einmal die Äußerungen von Trenberth, einem der profiliertesten Anhänger der AGW Theorie.

    Und natürlich Michael Mann, der wieder einmal eine neue Methode erfunden hat.

  5. Die Wahrscheinlichkeit, dass der Kaiserpinguin Aptenodytes forsteri bis 2100 praktisch ausgestorben sein wird, liege bei mindestens 36 Prozent

    Aha, und da 36% ja so ungeheuer viel ist, wissen wir jetzt schon, dass in reichlich 90 Jahren diese Vögel weg sind. Eine Wahrscheinlichkeit von 36% besagt, da kleiner 50%, dass der Eintritt dieses Ereignisses eher als unwahrscheinlich einzuschätzen ist. Und da müssen sich die Vögel noch nicht mal anpassen!

    Zu dieser Einschätzung muß eigentlich jeder nicht-klimakatastrophenvernebelte Mensch rein mit dem gesunden Menschenverstand kommen.

    Und wenn ich mich dann noch richtig an mein Studienfach medizinische Statistik erinnere, sind schon Wahrscheinlichkeiten unter 95% in solchen komplexen Zusammenhängen nicht mehr für seriöse Vorhersagen geeignet.

    Aber wie gesagt - selbst bei der logisch herleitbaren Grenze von 50% ist die Eintrittswahrscheinlichkeit negativ!

    Liebe Redaktion, ich verstehe, dass es schwer ist, jeden Tag so eine Zeitung zu füllen - aber sowas darf nun wirklich nicht passieren. Auch wenn es nur übernommen ist

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    Tut mir leid, aber das Verhängnis kommt für die Kaiserpinguine unaufhaltsam näher. Da können sie sich anpassen und aufplustern. Es nützt ja doch nichts.

    Tut mir leid, aber das Verhängnis kommt für die Kaiserpinguine unaufhaltsam näher. Da können sie sich anpassen und aufplustern. Es nützt ja doch nichts.

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