Konjunktur Regierung einig über Kfz-Steuer

Die umstrittene Steuerreform kann heute im Kabinett beschlossen werden. Der Kohlendioxid-Ausstoß eines Autos bekommt ein größeres Gewicht für die Abgabenhöhe

Die Koalition verständigte sich am Montagabend nach Mitteilung des Finanzministeriums auf verstärkte Ausrichtung am Kohlendioxid-Ausstoß der Autos. Die Kfz-Steuer ist Teil des Konjunkturpakets II, das am Dienstag im schwarz-roten Kabinett beschlossen werden soll, damit die Steuer noch im Juli in Kraft treten kann.

Streit hatte es vor allem darüber gegeben, wie klimafreundlich die Steuer gestaltet wird. Eine erste Version war von der SPD abgelehnt worden mit der Begründung, dass vor allem Autos mit großem Hubraum, die viel Benzin verbrauchen und damit CO₂ erzeugen, davon profitieren würden.

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Das leicht verändertes Modell belastet große Spritfresser stärker. Es ist aber weiter eine Mischung aus der früheren Steuer nach Hubraum und einer CO₂-Abgabe und gilt nur für Neuwagen: Je 100 Kubikzentimeter sind dann bei Benzinern 2 Euro fällig, bei Diesel-Fahrzeugen 9,50 Euro. Auf die zuletzt diskutierte Obergrenze, die schwere Wagen entlastet hätte, wurde verzichtet.

Darüber hinaus muss für jedes Gramm CO₂-Ausstoß pro Kilometer noch einmal 2 Euro bezahlt werden, sofern der Wagen die Grenze von 120 Gramm überschreitet. Dies gilt für Diesel wie Benziner.

Ein VW-Golf mit 1,4 Liter Hubraum wird als Benziner so künftig mit 86 Euro statt 94 Euro pro Jahr besteuert. Ein schwerer Audi A8 kostet als Diesel nun 657 Euro statt 648 Euro. Und der Besitzer eines schweren Geländewagens Q7 von Audi zahlt weiter wie bisher 926 Euro Steuern im Jahr.

Als Begründung für die Koppelung von CO₂-Ausstoß und Hubraum werden in der Koalition soziale Gründe genannt. Bei einer reinen Orientierung am Schadstoffausstoß wären die vor allem von Familien genutzten Mittelklasse-Wagen stärker als bisher besteuert worden, hieß es. Deutsche Hersteller sind in der Mittelklasse zudem besonders stark vertreten.

Leser-Kommentare
  1. weil die aus der Miniralölsteuer generiert wird.
    Autobahnen sind mautpflichtig.
    Der Treibstoff dort ist trotzdem billiger als in Deutschland.
    Wie kommt das?
    Wenn Wiesmänner Sand streuen reiben sich nur Naive die Augen.

  2. Hängt der CO2-Ausstoß eines Fahrzeugs nicht vom Verbrauch und damit auch stark von der Fahrweise des Fahrers ab? Wie soll denn da ein Fahrzeug gerecht besteuert werden, wenn gar nicht berücksichtigt werden kann, ob ein Fahrer spritsparend oder mit erhöhtem Verbrauch fährt? Ich verstehe das nicht.

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Der wird als Grundlage für die Besteuerung genommen und einfach in CO2-Ausstoß umgerechnet.
    Deshalb freut sich ja die Autoindustrie auch so sehr, weil diese Verbrauchswerte unrealistisch niedrig sind.

    hängt vom Verbrauch ab. Und nicht davon wie lange die Karosse irgendwo steht. Aber das wird auch zeitlich mit der KFZ-Steuer besteuert. Das ist ja der große Beschiss.

    Eine wirkliche CO2-Steuer richtet sich strikt nach dem Verbrauch, bzw. der gefahrenen Kilometer und nicht nach der Dauer der Fahrzeughaltung.

    Daher wäre es schon anzudenken im Sinne einer der anthropogenen klimawirksamen Emmissionen entgegenwirkenden Steuerpolitik die Steuer hauptsächlich auf den Verbrauch zu konzentrieren. Also analog uf die Liter die aus den Zapfhahn der Tankstellen kommen!

    Nur das machen unsere Politiker der Regierung nicht, weil sie ihr Geld von der Autolobby und den Energiekonzernen hinten rein geschoben bekommen.

    Der wird als Grundlage für die Besteuerung genommen und einfach in CO2-Ausstoß umgerechnet.
    Deshalb freut sich ja die Autoindustrie auch so sehr, weil diese Verbrauchswerte unrealistisch niedrig sind.

    hängt vom Verbrauch ab. Und nicht davon wie lange die Karosse irgendwo steht. Aber das wird auch zeitlich mit der KFZ-Steuer besteuert. Das ist ja der große Beschiss.

    Eine wirkliche CO2-Steuer richtet sich strikt nach dem Verbrauch, bzw. der gefahrenen Kilometer und nicht nach der Dauer der Fahrzeughaltung.

    Daher wäre es schon anzudenken im Sinne einer der anthropogenen klimawirksamen Emmissionen entgegenwirkenden Steuerpolitik die Steuer hauptsächlich auf den Verbrauch zu konzentrieren. Also analog uf die Liter die aus den Zapfhahn der Tankstellen kommen!

    Nur das machen unsere Politiker der Regierung nicht, weil sie ihr Geld von der Autolobby und den Energiekonzernen hinten rein geschoben bekommen.

  3. Leider weiß der Bürger immer noch nicht, wie die neue Kfz-Steuer aussehen soll. Mal sehen, was herausgekommen ist, wenn der Schaum zusammengefallen ist. Das Vertrauen in unseren Gesetzgeber ist nicht mehr so hoch.

  4. Tolles Foto zum Artikel. Man stelle sich mal eben vor das es Mio. davon gibt und die rauchen täglich rund um den Globus für unsere Mobilität...

    Früher, in der Schule haben wir in einer Geschichtsstunde mal über die Römer des alten Roms gelacht weil diese Wasserleitungen aus Bleirohren verlegt haben und an den Vergiftungen gestorben sind...

    Aber das ist schon eine Weile her und wir, die Menschen, haben ja in der Zwischenzeit soviel dazu gelernt...

    ;-)

    “When I give food to the poor, they call me a saint. When I ask why the poor have no food, they call me a communist." — Dom Hélder Câmara

    • sibad
    • 26.01.2009 um 19:15 Uhr

    Mein 12 Jahre altes Auto fährt mit einer "grünen 4".
    So gesehen habe ich nicht die geringste Veranlassung mit diesen serienmäßigen "Pimpmycar", "Was sagen nur die Nachbarn" Fraktionen und Vollgasidioten mithalten zu müssen.
    Jetzt soll ich ich mir ein neues Auto kaufen, um einem deutschen Industriezweig, der die Zeichen der Zeit verpennt hat, mein sauer verdientes Geld in den Rachen werfen.
    Die spinnen doch, die R....egierenden.

    • jaypee
    • 26.01.2009 um 21:49 Uhr

    Wenn ich das richtig verstanden habe, kostet jetzt ein Golf Benziner 8 € weniger im Jahr, ein Audi A8 Diesel 9 € mehr und ein Q7 das gleiche wir vor der Reform?
    Und darum haben unsere Volksvertreter wochenlang gerungen und verkünden jetzt den großen klimapolitischen Durchbruch?
    Und dann wundern sie sich, warum sie nicht ernst genommen werden und bei der nächsten Wahl noch weniger Menschen wählen gehen?
    Dazu fällt mir nichts anderes ein als Volksverdummung!

  5. und gebar eine KFZ-Steuer.

  6. der menschliche Erfindungsgeist, was Nonsense-Begriffe angeht, ist grandios.

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