Kfz-Steuer Wirtschaftshilfe geht vor Klimaschutz
Bei der Neuordnung der Kfz-Steuer kommt es in Sachen Klimaschutz nicht so schlimm wie befürchtet. Das allein ist aber noch kein Sieg der Ökologie. Ein Kommentar
Mitunter kann es sich als Vorteil herausstellen, wenn ein falsches Vorhaben – noch bevor es umgesetzt wird – publik wird. In letzter Minute kann dann der Fehler unter großer öffentlicher Anteilnahme verhindert werden. Anschließend ist das Aufatmen groß, und das Ergebnis erscheint, gleich wie gut oder schlecht es tatsächlich sein mag, als Erfolg. Schließlich hätte alles noch viel schlimmer kommen können.
Beobachten ließ sich dies gerade mal wieder am Beispiel der Reform der Kfz-Steuer. Seit Jahren trägt sich die Politik mit dem Gedanken, diese an ökologischen Kriterien auszurichten. Herausgekommen wäre dabei nun beinahe das Gegenteil. Das Modell, das in der vergangenen Woche die Runde machte, hätte große, schwere Autos mit hohem CO2-Ausstoß stark entlastet, kleinere, sparsame Wagen dagegen nur geringfügig.
Immerhin, dieser Blödsinn, der selbst Autolobbyisten wie dem ADAC zu weit ging, wird nun nicht Realität werden. Aber ist deswegen schon gut, worauf man sich jetzt geeinigt hat?
Wenn man davon ausgeht, dass das eigentliche Ziel der Reform einmal war, eine ökologische Lenkungswirkung zu erzielen, muss man zumindest festhalten, dass diese deutlicher hätte ausfallen können. Nichtsdestotrotz ist es prinzipiell zu begrüßen, dass die Kfz-Steuer künftig in direkter Relation zu den klimaschädlichen CO2-Emissionen stehen wird.
Weniger Kfz-Steuer als heute müssen Autofahrer deswegen vor allem für Wagen bezahlen, die unter 120 Gramm pro Kilometer C02 emittieren. Bei diesen entfällt der CO2-Anteil der Steuer nämlich zumindest für die kommenden zwei Jahre vollständig, es wird nur der auf den Hubraum bezogene Part fällig. Positiv ist deswegen auch, dass die Differenz zwischen der Belastung für relativ klimafreundliche Autos und derjenigen für echte Klimakiller deutlicher ausfallen wird als bisher, was manchen Neuwagenkäufer bei seiner Entscheidung durchaus beeinflussen könnte.
- Datum 30.07.2009 - 15:37 Uhr
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- Serie Klima
- Quelle ZEIT ONLINE, 27.1.2009 - 12:02 Uhr
- Kommentare 11
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ich werde nie verstehen, wie man wirtschaftliche interessen der umwelt vorzieht. also das es wegen dem schnöden mammon geschieht, ist mir völlig klar, was mich nur so fassungslos macht ist die ignoranz mit welcher die umweltprobleme beiseite geschoben werden, wegen der wirtschaftskrise. als wenn es nicht das wichtigste wäre eine intakte welt zu haben, sondern einen arbeitsplatz, oder die nächsten millionen auf dem konto. wenn das gesichert ist könnte man ja mal über umweltschutz diskutieren. die haben wirklich nicht mehr alle latten am zaun.
Das kann man vermutlich auch nur verstehen wenn man einen Arbeitsplatz in einer dieser Branchen hat und zusätzlich noch keine Alternativen auf andere Arbeitsmöglichkeiten...
Es gibt noch einige weitere Branchen welche unter bestimmten Moralischen Aspekten fragwürdig sind und doch... Man möchte wohl entfliehen aber wohin?
;-)
“When I give food to the poor, they call me a saint. When I ask why the poor have no food, they call me a communist." — Dom Hélder Câmara
Das kann man vermutlich auch nur verstehen wenn man einen Arbeitsplatz in einer dieser Branchen hat und zusätzlich noch keine Alternativen auf andere Arbeitsmöglichkeiten...
Es gibt noch einige weitere Branchen welche unter bestimmten Moralischen Aspekten fragwürdig sind und doch... Man möchte wohl entfliehen aber wohin?
;-)
“When I give food to the poor, they call me a saint. When I ask why the poor have no food, they call me a communist." — Dom Hélder Câmara
Das kann man vermutlich auch nur verstehen wenn man einen Arbeitsplatz in einer dieser Branchen hat und zusätzlich noch keine Alternativen auf andere Arbeitsmöglichkeiten...
Es gibt noch einige weitere Branchen welche unter bestimmten Moralischen Aspekten fragwürdig sind und doch... Man möchte wohl entfliehen aber wohin?
;-)
“When I give food to the poor, they call me a saint. When I ask why the poor have no food, they call me a communist." — Dom Hélder Câmara
Unsere "konservative" Politik konserviert die Vergangenheit einfach nur.
Anstatt der Industrie zu erlauben, großvolumige CO2-Schleudern weiter zu produzieren, damit die "Dienstwagengesellschaft" erhalten bleibt, wäre ein radikales Umdenken erforderlich gewesen. Denn langfristig gesehen, wird es teurer je länger wir warten. Diese Krise bietet die einmalige Chance, einige Fehlentwicklungen umzusteuern, wir stehen kurz vor dem Abgrund. Wenn unsere konservierende Politik so weiter macht, werden wir morgen einen großen Schritt weiter sein.
Oder anders ausgedrückt, anstatt sich auf den kleinsten gemeinsamen Nenner zu einigen, schafft es diese Regierung seit Jahren erfolgreich, den größten möglichen Unsin zu fabrizieren.
Alles, was Deutschland in Zukunft wirklich wettbewerbsfähig, bzw. zukunftsfähig machen könnte, wird unterdrückt. Sei es eine wirklich umweltfreundliche Wirtschaftspolitik, sei es eine vernünftige Bankenpolitik, sei es die Gesundheitspolitik oder gar die Schul- und Hochschulpolitik. An allen Feldern wird mit Hochdruck an einer langfristigen Konservierung der vergangenen und jetzigen Zustände gearbeitet, damit um Gottes willen kein gut zahlenden Lobbyist verärgert wird. Gleichzeitig gibt es so gut wie keine Alternative zu den Regierenden. Anstatt den Lobbyisten Hausverbot zu erteilen, werden deren Gesetzesvorlagen eins zu eins übernommen. Konzerne sind nicht an wirklichem Fortschritt interessiert, das wäre zu gefährlich. Lieber wird mit juristischen Mitteln die erreichte Position verteidigt, auch wenn es die Welt zu Grunde richtet. Die wirklichen Innovationen kommen von den kleinen und mittleren Unternehmen, die gezwungen sind, mit Intelligenz gegen die Bevorzugung der Großen anzugehen. Pfizer kauft lieber seine Konkurrenz auf und investiert in Marketing (40% vom Umsatz) als neue, innovative Produkte zu entwickeln. Und in Deutschland ist der Kauf eines Konkurrenten sogar noch steuerfrei.
Alle Recourcen, nicht nur fossile Rohstoffe, dieses Planeten sind endlich. Daher sollten sie auch im Hinblick auf nachfolgende Generationen sparsam und effizient genutzt werden. In diesem Sinne ist die Abwrackprämie der reinste Wansinn! - nach dem Motto: nach mir die Sintflut.
Meines Wissens sind mindestens zwei Resourcen dieser Welt potentiell unendlich:
1. der menschliche Erfindungsgeist und
2. die menschliche Dummheit.
Die Natur hat hier zum Erfindungsgeist gleich die Rückkopplung mit eingebaut. Leider scheint zur Zeit 2 zu überwiegen.
Meines Wissens sind mindestens zwei Resourcen dieser Welt potentiell unendlich:
1. der menschliche Erfindungsgeist und
2. die menschliche Dummheit.
Die Natur hat hier zum Erfindungsgeist gleich die Rückkopplung mit eingebaut. Leider scheint zur Zeit 2 zu überwiegen.
Es ist kaum zu glauben, welche "Anstrengungen" es gekostet hat, ein solch lächerliches Ergebnis zu erzielen. Schämen sich denn die daran beteiligten Politiker nicht; eigentlich kann man sich nur fragen, wen soll man da noch wählen. Die FDP würde noch mehr die Besserverdienenden entlasten und einen gerechten Mindestlohn, von dem eine Familie anständig leben könnte, gäbe es schon garnicht. Und die Spinner der Linken - allen voran der eitle Oskar - sind noch weniger politikfähig. Im Moment sind die Grünen die Einzigen, die eine zukunftsorientierte Politik vertreten. Aber vermutlich werden die meisten Wähler dies nicht erkennen, sie lassen sich lieber BILDhaft verBILDen.
... ein Treppenwitz, dass die Autoindustrie nun schon die Preise mit angerechneter "Umweltprämie" angibt. Udn damit wirbt.
angesichts der Endlichkeit der natürlichen Ressourcen ist jedes "Weiter so" , nicht die Rettung, sondern ein weiterer Schritt hin zum Ende der fossilen Mobilität.
Freut mich, dass die Bundesregierung des "Autoland`s Deutschland"dieses Ende nun mit Nachdruck fördert. Allerdings sollte man auch hier besser die Devise "Fördern und Fordern" ernsthaft in Betracht ziehen.
Als Fußgänger möchte ich mir jetzt natürlich gerne die Abwrackprämie für meine alten Schuhe abholen, wenn es nicht sinnvoller wäre, diese zu reparieren.
Bei meinem Solarschiff (1,2 kW) ist das anders, da es bereits 14 Jahre alt ist (4000 Betriebsstunden) und es immer noch Nachhaltig weil Emissionsfrei fährt, bin ich bereit, diesbezüglich auf jegliche staatliche Hilfszahlungen zu verzichten.
steht nicht nur die jetzige Reform, sondern die gesamte Gesellschaft, taeglich in karikaturistischer Weise vorgefuehrt von unseren "Repraesentanten".
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