Große Koalition : Managergehälter sollen begrenzt werden
Mehr Rechte für Aufsichtsräte, Vergütung erst nach vier Jahren: Bei der Verhandlung der Großen Koalition zur Begrenzung von Managergehältern ist eine Einigung in Sicht
Manager werden sich auf schärfere Regeln für ihre Bezüge einstellen müssen. "Wir haben uns auf eine Reihe von Veränderungen des Aktiengesetzes und des Handelsgesetzes geeinigt", sagte der Finanzpolitiker Otto Bernhardt (CDU) am Donnerstag in Berlin nach der Tagung der Koalitionsarbeitsgruppe für Managergehälter.
Die Pläne sehen vor, dass Vorstände erfolgsabhängige Vergütungen wie Aktienbezugsrechte erst nach einer Haltefrist von vier Jahren wahrnehmen können. Damit solle das Interesse des Managements an einer nachhaltigen Unternehmensentwicklung gestärkt werden.
Die Koalition will zudem die Kontrollfunktion der Aufsichtsräte stärken. Vorstandsbezüge sollen künftig vom gesamten Aufsichtsrat festgesetzt werden. Der stellvertretende SPD-Fraktionschef Joachim Poß und Bernhardt leiten die entsprechende Koalitions-Arbeitsgruppe. Dissens gibt es laut Poß weiter bei der von der SPD geforderten Begrenzung der steuerlichen Absetzbarkeit von Vorstandsbezügen auf eine Million Euro.
Die SPD schlägt unter anderem vor, dass Unternehmen Gehälter und Abfindungen für Manager nur noch bis zu einer Million Euro voll von der Steuer als Betriebsausgaben abziehen dürfen. Darüber hinaus gehende Beträge sollten nur noch zur Hälfte geltend gemacht werden können. Die Spitzen von CDU/CSU lehnten dies ab. Kritiker meinen, dass nicht zwischen "guten" und "schlechten" Betriebsausgaben unterschieden werden könne. Die Ergebnisse der Koalitions-Arbeitsgruppe unter Leitung von Poß und Bernhardt sollen nun in den Fraktionen von Union und SPD erörtert werden.
Bernhardt räumte ein, dass man sich noch nicht in allen Punkten einig sei. Die strittigen Punkte sollten aber ausgeklammert werden. Geplant sei, Einzelheiten kommenden Donnerstag vorzustellen. Derzeit würden Referenten das Papier ausarbeiten.




Ja, ja. Während der Rest der Welt bereits den Mars besiedelt, werden wir hier in Deutschland immer noch über Managergehälter und soziale Gerechtigkeit diskutieren.
Bei allem Exzess, wenn es sich ein Unternehmen betriebswirtschaftlich leisten kann, dass ein Manager 100 Mio. € (Wiedeking, Porsche CEO) im Jahr erhält, dann soll er es bekommen. Was geht mich das an? Porsche hat mehr Gewinn gemacht als Umsatz. Dieses Kunststück soll man erst einmal nachmachen.
Ich halte es insgesamt für schwachsinnig, dass sich eine Regierung anmaßt, das Gehalt einer Person entgegen dem Markt festlegen zu können. In welche Zeiten fallen wir schon wieder zurück?
Warum soll man überhaupt ein unternehmerisches Risiko, lange Bildungs- und Qualifikationswege in Deutschland auf sich nehmen, wenn man dafür im Ausland dafür viel entlohnt wird?
In Deutschland brauchen wir wirklich viel, aber das letzte was für bräuchten, wäre eine Deckelung von Gehältern. So etwas Absurdes.
"Warum soll man überhaupt ein unternehmerisches Risiko, lange Bildungs- und Qualifikationswege in Deutschland auf sich nehmen, wenn man dafür im Ausland viel besser entlohnt wird?"
"Warum soll man überhaupt ein unternehmerisches Risiko, lange Bildungs- und Qualifikationswege in Deutschland auf sich nehmen, wenn man dafür im Ausland viel besser entlohnt wird?"
"Warum soll man überhaupt ein unternehmerisches Risiko, lange Bildungs- und Qualifikationswege in Deutschland auf sich nehmen, wenn man dafür im Ausland viel besser entlohnt wird?"
Es ist m.e. nur eine Frage der zeit, wann die Gegenreaktion auf den kapitalistischen Wildwuchs auch andere Länder erreichen wird. Deutschland hat traditionell eine Vorreiterfunktion bein Aufspüren von neuen Tendenzen, gute wie schlechte.
Es ist m.e. nur eine Frage der zeit, wann die Gegenreaktion auf den kapitalistischen Wildwuchs auch andere Länder erreichen wird. Deutschland hat traditionell eine Vorreiterfunktion bein Aufspüren von neuen Tendenzen, gute wie schlechte.
Das ist nun "endlich" der Schritt in den Sozialismus.
Allen Konzernchefs sei die Sitzverlegung des Unternehmens (EU-Recht macht es möglich) dringend empfohlen. Ganz nebenbei dürfte das BVerfG eine solche Regelung aber auch kippen.
Der Neid (und die Hoffnung auf Stimmen durch Neidgefassel) lässt Politiker inzwischen vollkommen blind werden. Mich ekelt diese Kaste nur noch an.
Es ist ein großer Schritt in die richtige Richtung. Wenn Vorstände faktisch am mittelfristigen Unternehmenserfolg gebunden sind, dann kann sich keine Heuschrecken- und Abzocker-Mentalität breit machen. Schade nur, dass eine solche Einsicht erst dann kommt, wenn die Hälfte der Kinder schon in den Brunnen gefallen ist.
Es ist auch ermutigend, dass die SPD eine Beschränkung der steuerlichen Absetzbarkeut von Betriebsausgaben einführen will. Es ist auch hier der richtige Weg: Man sollte kaum etwas verbieten, man kann aber als Staat unerwünschte Verhalten wirtschaftlich unattraktiv machen. Ein weiterer Schritt in dieser Richtung könnte sein, dass man die Steuern so festlegt, dass die Anstellung von prekären Mitarbeitern rein wirtschaftlich uninteressant werde. Damit hätte man nichts verboten, aber an die wirtschaftliche Vernunft der Firmen appelliert.
Es ist m.e. nur eine Frage der zeit, wann die Gegenreaktion auf den kapitalistischen Wildwuchs auch andere Länder erreichen wird. Deutschland hat traditionell eine Vorreiterfunktion bein Aufspüren von neuen Tendenzen, gute wie schlechte.
Sie schrieben:
"Deutschland hat traditionell eine Vorreiterfunktion bein Aufspüren von neuen Tendenzen, gute wie schlechte."
Nicht ganz richtig, Clinton hatte es schon in 1992 gemacht und die absetzbaren Gehälter auf $1,000,000 begrenzt. Die Firmen haben darauf sofort reagiert und alles über $1,000,000 als Bonus ausgezahlt, was dann wiederum absetzbar war. So, Deutschland kommt sehr spät zur Party in diesem Fall.
Gerd, Chicago
Sie schrieben:
"Deutschland hat traditionell eine Vorreiterfunktion bein Aufspüren von neuen Tendenzen, gute wie schlechte."
Nicht ganz richtig, Clinton hatte es schon in 1992 gemacht und die absetzbaren Gehälter auf $1,000,000 begrenzt. Die Firmen haben darauf sofort reagiert und alles über $1,000,000 als Bonus ausgezahlt, was dann wiederum absetzbar war. So, Deutschland kommt sehr spät zur Party in diesem Fall.
Gerd, Chicago
Sie schrieben:
"Deutschland hat traditionell eine Vorreiterfunktion bein Aufspüren von neuen Tendenzen, gute wie schlechte."
Nicht ganz richtig, Clinton hatte es schon in 1992 gemacht und die absetzbaren Gehälter auf $1,000,000 begrenzt. Die Firmen haben darauf sofort reagiert und alles über $1,000,000 als Bonus ausgezahlt, was dann wiederum absetzbar war. So, Deutschland kommt sehr spät zur Party in diesem Fall.
Gerd, Chicago
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