Das Image der USA Ist Amerika wieder populär?

Die Vereinigten Staaten hoffen, dass sich dank Obama ihr weltweites Ansehen verbessert. Reputation ist in der globalisierten Welt wichtiger denn je, sagt Image-Experte Simon Anholt

Obama-Fans in Melbourne, Australien

Die Euphorie ist buchstäblich grenzenlos. Barack Obamas Party zur Amtseinführung wurde in weiten Teilen der Welt mitgefeiert, als hätte man ihn auch dort gewählt. Mit dem Amtsantritt Obamas verknüpft ist die Hoffnung, dass davon das Brand America , das Image der Vereinigten Staaten, profitieren und in hellerem Licht erscheinen werde, nachdem es in acht Jahren der Präsidentschaft von George W. Bush schwer beschädigt worden war.

Die Idee, dass Nationen ein Brand darstellen, dass sich durch Nation Branding ein Image verbessern lässt, geht auf Simon Anholt zurück, der den Begriff 1998 erstmals verwendete. Inzwischen hat er mehrere Bücher zu dem Thema geschrieben, eines davon trägt den Titel Brand America , und ist als Experte für die Bedeutung der nationalen Imagepflege im Zeitalter der Globalisierung und Massenmediendemokratien ein gefragter Mann. DIe UN und zahllose nationale Regierungen holen seinen Rat ein; derzeit arbeitet er unter anderem als Berater fürs britische Außenministerium.

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Nationales Image und Reputation sind, sagt Anholt, in der globalisierten, vernetzten Welt wichtiger denn je. Die Welt sei ein Markt, auf dem Staaten konkurrieren, um "kommerzielle, politische, soziale und kulturelle Transaktionen". Der Ruf einzelner Länder sei vergleichbar mit dem Image von Marken und Unternehmen und bedeutsam für Fortschritt wie Erfolg der Länder, weil dadurch Meinungen und Entscheidungen ihrer jeweiligen Zielgruppen im Ausland beeinflusst würden, also die von Investoren, Touristen, Konsumenten, Studenten, Handelspartnern, anderen Regierungen, NGOs und multilateralen Organisationen.

Ein guter Brand eilt einem Land und seiner Bevölkerung voraus, öffnet Türen, vermittelt Vertrauen und Respekt. Dagegen hätten Orte und ihre Menschen, die im Rufe stünden, arm, rückständig, korrupt und gefährlich zu sein, ob nun verdient oder nicht, einen schweren Stand. Sie müssten stets den Nachweis erbringen, dass sie nicht dem negativen, nationalen Stereotyp entsprechen. Anholt verweist auf die völlig unterschiedlichen Erfahrungen eines schwedischen oder iranischen Ingenieurs bei der Stellensuche oder die Tatsache, dass europäische und amerikanische Konsumenten automatisch ein japanisches Produkt höher einschätzen als ein koreanisches, obwohl beide wahrscheinlich in derselben chinesischen Fabrik erstellt wurden.

Simon Anholt warnt eindringlich davor, die Realität von nationalen Brands mit der Möglichkeit zu verwechseln, durch Branding rasch und nachhaltig ein unattraktives oder negatives nationales Image verbessern zu können. Viele Regierungen, besorgt um den schlechten Ruf ihrer Nationen, versuchen ihre Produkte durch geschickte Strategien neu aufzustellen und ihr Image zu verbessern. Der Ruf von Nationen, über lange Zeit gewachsen, lasse sich, wenn überhaupt, nur auf lange Sicht hin verändern. Als Beispiel verweist er auf die nationalen Images von Deutschland und Japan, die es in 60 Nachkriegsjahrzehnten geschafft hätten, den negativen Ruf abzuschütteln.

Deutschland liegt in Anholts Nation Brands Index, den er seit 2005 über 40 Länder jährlich erstellen und analysieren lässt, an erster Stelle, Japan nimmt Rang sieben ein. Anholt benutzt anstelle des leicht in die Irre führenden Begriffs Nation Branding den von Competitive Identity , um damit alle Kräfte zu benennen, die sich mobilisieren lassen, um auf lange Sicht das Image einer Nation zu verbessern. Dazu zählen auch Durchschaubarkeit und Ehrlichkeit der politischen Verhältnisse.

Leser-Kommentare
  1. Obama ist ein Glücksfund für die US-amerikanische Finanzoligarchie:
    Mit einem charismatischen Präsidenten die verunsicherten eigenen Staatsbürger wieder auf patriotische Linie bringen und weiter (und hoffensichtlich effektiver!) ihre Weltherrschaftspläne verfolgen zu können.
    Dafür ist Obama sehr gut geeignet.

    Dr. Klisch

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    ...mit dem Hinweis auf die "US-amerikanische Finanzoligarchie" und deren "Wltherrschaftspläne" eine Karte spielen, die einem Spiel entstammt, das von der Geschichte mit Recht dem Orkus überantwortet wurde?

    ...mit dem Hinweis auf die "US-amerikanische Finanzoligarchie" und deren "Wltherrschaftspläne" eine Karte spielen, die einem Spiel entstammt, das von der Geschichte mit Recht dem Orkus überantwortet wurde?

  2. ...mit dem Hinweis auf die "US-amerikanische Finanzoligarchie" und deren "Wltherrschaftspläne" eine Karte spielen, die einem Spiel entstammt, das von der Geschichte mit Recht dem Orkus überantwortet wurde?

  3. Nein. Wieso auch? Klar ist Obama ein charismatischer Politiker und ein brillanter Redner. Nicht weniger aber eben auch nicht sehr viel mehr. Die Gründe für den Niedergang der USA wird er ebensowenig abzustellen vermögen, wie er auch die Politik der letzten 8 Jahre nicht vergessen oder rückgängig machen kann. Abgesehen davon sind einige der Probleme dieser Welt nicht von Amerika verursacht - so ungern man sich dies auch verdeutlicht. Das Problem des Islamismus, der Umweltmord in einigen Teilen der Welt und die verfehlten Auswüchse von Globalisierung und Multikulti sind auch von Europa und teilweise von Japan zu verantworten. Umkehrbar sind sie nicht. Mithin wird es fortan nur darum gehen, wer das Chaos eindämmt, verwaltet und an der Eskalation hindert. Das widerrum kann Obama sicher besser als jeder andere Politiker dieser Zeit, aber sympathischer wird die Welt deswegen nicht.

  4. oder zu spielen scheinen, möchte ich doch noch anmerken, das 60 (Nachkriegs-) Jahrzehnte immerhin 600 Jahre sind. Von welchem Krieg redet der Verfasser also?
    Aber zum Thema: Amerika ist eine Reduktion, die jeder nach Belieben be- oder verwerten kann. Normandie und Korea/Kuba, Vietnamkrieg und Mondlandung, Reagan und Woodstock, Clinton und Monika Levinsky, Bush und Balkan oder Irak ..... immer ist es der Zwiespalt der Gefühle, mal groß, mal erbärmlich, mal gut, mal böse, mal größenwahnsinnig, mal gescheitert , mal Musterdemokratie, mal Diktatur.... ein Land wie Du und Ich! Und deshalb immer der für alle Menschen so autentisch!

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    ...die "60 Nachkriegsjahrzehnte" sind wohl ein Hinweis dafür, dass Korekturlesen nicht mehr stattfindet.

    Ob die USA immer "authentisch" daher kommen weiss ich nicht.

    Obama jedenfalls wirkt authentisch. Er scheint in sich selbst zu ruhen, ist immer voll bei der Sache, konzentriert und dabei trotzdem immer auch entspannt.

    Sollte er es schaffen, Teile dieser "inneren Ruhe" auf die in USA wirkenden Kräfte im Hintergrund zu übertragen...es wäre gut für die Welt.

    nur Nullen spielen heute noch eine Rolle. Ich verachte Sie nit wirklisch. Natürlich nicht Sie. Sie sind ja nie nit ghemeint. Das säehen wir hier schhon janz anders, als in Bayern. Ich wollte immer Hochdeutsch lernen. Et war mir nie nit verjönnt. ´Aber der geringe Vorteil unseres Unwissens wird sein, wir ernten anders.

    Trotz all dem Müll

    bis die Tage

    ...die "60 Nachkriegsjahrzehnte" sind wohl ein Hinweis dafür, dass Korekturlesen nicht mehr stattfindet.

    Ob die USA immer "authentisch" daher kommen weiss ich nicht.

    Obama jedenfalls wirkt authentisch. Er scheint in sich selbst zu ruhen, ist immer voll bei der Sache, konzentriert und dabei trotzdem immer auch entspannt.

    Sollte er es schaffen, Teile dieser "inneren Ruhe" auf die in USA wirkenden Kräfte im Hintergrund zu übertragen...es wäre gut für die Welt.

    nur Nullen spielen heute noch eine Rolle. Ich verachte Sie nit wirklisch. Natürlich nicht Sie. Sie sind ja nie nit ghemeint. Das säehen wir hier schhon janz anders, als in Bayern. Ich wollte immer Hochdeutsch lernen. Et war mir nie nit verjönnt. ´Aber der geringe Vorteil unseres Unwissens wird sein, wir ernten anders.

    Trotz all dem Müll

    bis die Tage

  5. ...die "60 Nachkriegsjahrzehnte" sind wohl ein Hinweis dafür, dass Korekturlesen nicht mehr stattfindet.

    Ob die USA immer "authentisch" daher kommen weiss ich nicht.

    Obama jedenfalls wirkt authentisch. Er scheint in sich selbst zu ruhen, ist immer voll bei der Sache, konzentriert und dabei trotzdem immer auch entspannt.

    Sollte er es schaffen, Teile dieser "inneren Ruhe" auf die in USA wirkenden Kräfte im Hintergrund zu übertragen...es wäre gut für die Welt.

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    ...er hätte ein "r" hinzugefügt.

    ...er hätte ein "r" hinzugefügt.

  6. ...er hätte ein "r" hinzugefügt.

  7. nur Nullen spielen heute noch eine Rolle. Ich verachte Sie nit wirklisch. Natürlich nicht Sie. Sie sind ja nie nit ghemeint. Das säehen wir hier schhon janz anders, als in Bayern. Ich wollte immer Hochdeutsch lernen. Et war mir nie nit verjönnt. ´Aber der geringe Vorteil unseres Unwissens wird sein, wir ernten anders.

    Trotz all dem Müll

    bis die Tage

  8. von der zugegebenermassen sympathischeren Erscheinung Obamas vergessen offensichtlich einige, wer eigentlich die "Hosen" anhat in den USA: immer noch wenige Familien aus dem WASP-Umfeld. Die werden den Messias schon auf ihre Interessen trimmen und das sind nicht die Interessen der restlichen Welt und auch der nicht der amerikanischen Bevoelkerung. Der Geist Amerikas speist sich immer noch aus den Quellen des 19. Jhrdts, zu studieren im Film "Gang's of New York" in der Figur des Butchers. Amerika ist nicht der aufgeklaerte Streifen an der Antlantikkueste und auch nicht die urbanen Zentren an der Pazifikkueste: Amerika wird gepraegt vom Bible Belt.

    BTW: Es ist schon seltsam: in der westlichen Prewsse werden die urbanen Zentren Amerikas als der Kern betrachtet, obwohl das die Ausnahmen sind; in der Berichterstattung uber China werden die urbanen fortschrittlichen Zentralen im Osten immer gegen das wenig entwickelte Hinterland journalistisch ausgeschlachtet.

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